Vater­schafts­gut­ach­ten und der ord­re public

Hat ein aus­län­di­sches Gericht in einem Sta­tus­ver­fah­ren die Vater­schaft ohne Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens und nur gestützt auf die Aus­sa­ge einer Zeu­gin vom Hören­sa­gen fest­ge­stellt, obwohl der Antrags­geg­ner jeden geschlecht­li­chen Ver­kehr mit der Mut­ter geleug­net und ange­bo­ten hat­te, an der Erstel­lung eines von ihm ange­reg­ten Vater­schafts­gut­ach­tens mit­zu­wir­ken, kann die­se Ent­schei­dung wegen eines Ver­sto­ßes gegen den ver­fah­rens­recht­li­chen ord­re public nicht in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aner­kannt wer­den 1.

Vater­schafts­gut­ach­ten und der ord­re public

Hat das aus­län­di­sche Gericht neben der Vater­schafts­fest­stel­lung zugleich eine Unter­halts­pflicht aus­ge­spro­chen, ist die Ent­schei­dung wegen die­ses Ver­sto­ßes gegen den ver­fah­rens­recht­li­chen ord­re public nicht in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land für voll­streck­bar zu erklä­ren 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. August 2009 – XII ZB 169/​07

  1. Abgren­zung zu BGH, Urtei­le vom 09.04.1986 – IVb ZR 28/​85Fam­RZ 1986, 665, 667 und vom 22.01.1997 – XII ZR 207/​95Fam­RZ 1997, 490, 491 f.[]
  2. im Anschluss an BGHZ 64, 19, 22 = Fam­RZ 1975, 273, 274 und BGH, Urteil vom 14.02.2007 – XII ZR 163/​05Fam­RZ 2007, 717[]