Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung – und der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands

Mit dem Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands bei einer Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung 1 hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen:

Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung – und der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands

Im Aus­gangs­punkt bestimmt sich der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands nach dem Inter­es­se des Rechts­mit­tel­füh­rers, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen.

Dies bemisst sich nach dem mit der Ertei­lung der Aus­kunft ver­bun­de­nen Auf­wand an Zeit sowie der Bewer­tung die­ses Zeit­auf­wands 2.

Hier­zu gehö­ren jedoch auch Kopier­kos­ten, soweit der Antrags­geg­ner ver­pflich­tet wur­de, sei­ne "Ein­kom­mens­steu­er­erklä­run­gen mit allen Anla­gen" sowie zu den Ein­künf­ten aus selb­stän­di­ger Tätig­keit und Gewer­be "sämt­li­che Ein­nah­menund Über­schuss­rech­nun­gen, Bilan­zen mit Gewin­nund Ver­lust­rech­nun­gen, Kon­ten­nach­wei­sen und Anla­ge­spie­geln, Gewinn­ermitt­lun­gen und Jah­res­ab­schlüs­se" vor­zu­le­gen. Die für die Erfül­lung der Aus­kunfts­und ins­be­son­de­re der Beleg­vor­la­ge­ver­pflich­tung erfor­der­li­chen Kopier­kos­ten gehö­ren frag­los zu dem Auf­wand, nach dem sich das hier maß­geb­li­che Inter­es­se des das Rechts­mit­tel füh­ren­den Aus­kunfts­ver­pflich­te­ten bemisst.

Dass ein Aus­kunfts­be­rech­tig­ter dem Grund­satz nach Anspruch auf eine sys­te­ma­ti­sche, in sich geschlos­se­ne Zusam­men­stel­lung der erfor­der­li­chen Anga­ben hat, die ihm ohne über­mä­ßi­gen Arbeits­auf­wand die Berech­nung sei­nes Anspruchs ermög­licht 3, ist inso­weit unbe­hel­flich. Denn der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands rich­tet sich danach, wozu der Aus­kunfts­ver­pflich­te­te auf­grund des erst­in­stanz­li­chen Titels ver­pflich­tet ist. Das ist hier auch die voll­stän­di­ge Vor­la­ge der genann­ten Bele­ge.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Novem­ber 2018 – XII ZB 351/​18

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 10.01.2018 XII ZB 451/​17 Fam­RZ 2018, 445[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 10.01.2018 XII ZB 451/​17 Fam­RZ 2018, 445 Rn. 5 ff. mwN[]
  3. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 22.10.2014 XII ZB 385/​13 Fam­RZ 2015, 127 Rn. 16 und BGH, Urteil vom 29.06.1983 IVb ZR 391/​81 Fam­RZ 1983, 996, 998[]
  4. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 10.01.2018 XII ZB 451/​17 Fam­RZ 2018, 445[]