Ver­sor­gungs­aus­gleich nach Ren­ten­be­ginn

Bezieht ein Ehe­gat­te im Zeit­punkt der Ent­schei­dung über den Ver­sor­gungs­aus­gleich bereits eine Ren­te, ist der auf das Ende der Ehe­zeit bezo­ge­ne Ehe­zeit­an­teil die­ser lau­fen­den Ren­te und nicht der Ehe­zeit­an­teil einer zuvor gege­be­nen Anwart­schaft in den Ver­sor­gungs­aus­gleich ein­zu­be­zie­hen.

Ver­sor­gungs­aus­gleich nach Ren­ten­be­ginn

Weil der Ver­sor­gungs­aus­gleich auf das Ende der Ehe­zeit rück­be­zo­gen ist, muss auch der Ehe­zeit­an­teil einer erst spä­ter bewil­lig­ten Ren­te auf die­sen Zeit­punkt rück­be­zo­gen wer­den. Das geschieht bei einer Betriebs­ren­te, die sich seit dem Ende der Ehe­zeit voll­dy­na­misch ent­wi­ckelt hat, durch Rück­rech­nung der Voll­dy­na­mik nach der ent­spre­chen­den Ver­sor­gungs­ord­nung. Hat sich die Betriebs­ren­te seit dem Ende der Ehe­zeit nicht durch­ge­hend voll­dy­na­misch ent­wi­ckelt, ist sie ent­we­der nach einem vor­han­de­nen Deckungs­ka­pi­tal (§ 1587 a Abs. 3 Nr. 1 BGB) oder sonst unter Anwen­dung der Bar­wert­ver­ord­nung (§ 1587 a Abs. 3 Nr. 2 BGB) bezo­gen auf das Ende der Ehe­zeit zu dyna­mi­sie­ren.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Janu­ar 2009 – XII ZB 74/​08