Ver­sor­gungs­aus­gleich und die Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung des Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers

Ein betrieb­lich erwor­be­nes Anrecht des Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers einer GmbH, das noch vor dem Ende der Ehe­zeit in eine pri­va­te Kapi­tal­ver­si­che­rung umge­wan­delt wird, ist ins­ge­samt nicht in den Ver­sor­gungs­aus­gleich ein­zu­be­zie­hen.

Ver­sor­gungs­aus­gleich und die Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung des Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kön­nen nur die im Zeit­punkt der letz­ten tatrich­ter­li­chen Ent­schei­dung noch dem Ver­sor­gungs­aus­gleich unter­fal­len­den Anrech­te in die­sen ein­be­zo­gen wer­den 1.

Der Ver­sor­gungs­aus­gleich ist im Übri­gen grund­sätz­lich auf den Aus­gleich von Ren­ten zuge­schnit­ten. Die im Zeit­punkt der Ent­schei­dung noch bestehen­den Anrech­te aus einer pri­va­ten Kapi­tal­ver­si­che­rung sind schon des­we­gen nicht im Ver­sor­gungs­aus­gleich zu berück­sich­ti­gen, weil sie nicht auf eine Ren­te, son­dern auf Aus­zah­lung eines Kapi­tal­be­tra­ges gerich­tet sind, über den der Berech­tig­te frei ver­fü­gen kann 1. Eine Aus­nah­me hier­von hat der Gesetz­ge­ber nur für Anrech­te im Sin­ne des Betriebs­ren­ten­ge­set­zes oder des Alters­vor­sor­ge­ver­trä­ge­Zer­ti­fi­zie­rungs­ge­set­zes vor­ge­se­hen, die unab­hän­gig von der Leis­tungs­form aus­zu­glei­chen sind (§ 2 Abs. 2 Nr. 3 VersAus­glG).

Im vor­lie­gend vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall han­del­te es sich im maß­geb­li­chen Zeit­punkt der Tat­sa­chen­ent­schei­dung bei sämt­li­chen hier in Rede ste­hen­den Anrech­ten um sol­che aus pri­va­ten Kapi­tal­ver­si­che­run­gen. Dar­auf, dass ursprüng­lich betrieb­li­che Anrech­te des Antrag­stel­lers als Gesell­schaf­ter­Ge­schäfts­füh­rer begrün­det waren, wel­che grund­sätz­lich in den Ver­sor­gungs­aus­gleich hät­ten ein­be­zo­gen wer­den kön­nen, und die­se erst spä­ter in pri­va­te Kapi­tal­ver­si­che­run­gen umge­wan­delt wur­den, kommt es nicht an. Auch wenn das Anrecht ursprüng­lich noch auf ein im Ver­sor­gungs­aus­gleich aus­zu­glei­chen­des betrieb­li­ches Anrecht gerich­tet war, war es als sol­ches bei Rechts­hän­gig­keit des Schei­dungs­an­trags nicht mehr vor­han­den, son­dern nur noch als umge­wan­del­tes pri­va­tes Kapi­tal­ver­si­che­rungs­an­recht, das mit sei­nem gesam­ten Wert in die Zuge­winn­aus­gleichs­bi­lanz ein­zu­stel­len ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Novem­ber 2013 – XII ZB 22/​13

  1. BGH, Beschluss vom 18.04.2012 – XII ZB 325/​11 Fam­RZ 2012, 1039 Rn. 11 mwN[][]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 18.04.2012 – XII ZB 325/​11 Fam­RZ 2012, 1039 Rn. 12 mwN[]