Vor­läu­fi­ge Betreu­ung – und die Betreu­er­ver­gü­tung

Der Ver­gü­tungs­an­spruch in dem durch § 5 VBVG pau­schal fest­ge­leg­ten Umfang besteht für den gesam­ten Zeit­raum der Betreu­ung.

Vor­läu­fi­ge Betreu­ung – und die Betreu­er­ver­gü­tung

Eine im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung erfolg­te vor­läu­fi­ge Betreu­er­be­stel­lung tritt gemäß § 302 Satz 1 FamFG mit dem im Beschluss bezeich­ne­ten Zeit­punkt, spä­tes­tens aber nach sechs Mona­ten außer Kraft, wenn sie nicht nach § 302 Satz 2 FamFG ver­län­gert wur­de.

Vor die­sem Außer­kraft­tre­ten endet die vor­läu­fi­ge Betreu­ung nur durch eine aus­drück­li­che gericht­li­che Ent­schei­dung gemäß § 1908 d BGB. Die letzt­ge­nann­te Rege­lung dient der Klar­heit der Rechts­ver­hält­nis­se. Denn es ist viel­fach zwei­fel­haft und erst durch gericht­li­che Ermitt­lun­gen zu klä­ren, ob die Vor­aus­set­zun­gen für eine Betreu­ung nicht mehr vor­lie­gen [1].

Auch wenn die Betreu­ung zu Unrecht ange­ord­net ist, berührt dies den Ver­gü­tungs­an­spruch nicht [2].

Dem Rechts­pfle­ger ist im Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­ver­fah­ren grund­sätz­lich ledig­lich die Prü­fung über­tra­gen, ob und wann die gemäß § 1908 d Abs. 1 BGB iVm § 23 c Abs. 2 GVG, § 19 Abs. 1 Satz 1 Ziff. 1 RPflG dem Rich­ter vor­be­hal­te­ne Auf­he­bung der Betreu­ung erfolgt ist, nicht aber, ob die Auf­he­bung frü­her hät­te erfol­gen kön­nen [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Janu­ar 2016 – XII ZB 102/​13

  1. BGH, Beschluss vom 28.07.2015 – XII ZB 508/​14, FamRZ 2015, 1709 Rn. 9 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 20.08.2014 – XII ZB 479/​12, FamRZ 2014, 1778 Rn. 11; Münch­Komm-BGB/­Wa­genitz 6. Aufl. § 1836 Rn. 3 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 11.04.2012 – XII ZB 459/​10, FamRZ 2012, 1051 Rn. 25[]