Vor­sor­ge­voll­macht – und die Erbein­set­zung des Bevoll­mäch­tig­ten

Es recht­fer­tigt Beden­ken gegen die Red­lich­keit der Bevoll­mäch­tig­ten, wenn die­se den Betrof­fe­nen gegen sei­nen Wil­len zu einer Tes­tie­rung zu ihren Guns­ten bestimmt haben.

Vor­sor­ge­voll­macht – und die Erbein­set­zung des Bevoll­mäch­tig­ten

Ein sol­ches Ver­hal­ten deu­tet dar­auf hin, dass sie nicht mehr ent­spre­chend der Ver­ein­ba­rung und dem Inter­es­se des Betrof­fe­nen han­deln, so dass die Ein­rich­tung einer Kon­troll­be­treu­ung gebo­ten sein kann 1.

Daher kön­nen ent­spre­chen­de Umstän­de im Zusam­men­hang mit einer tes­ta­men­ta­ri­schen Ein­set­zung der Bevoll­mäch­tig­ten kön­nen durch­aus den kon­kre­ten, d.h. durch hin­rei­chen­de tat­säch­li­che Anhalts­punk­te unter­mau­er­ten Ver­dacht begrün­den, dass mit der Voll­macht dem Betreu­ungs­be­darf nicht Genü­ge getan wird 2.

Dar­über hin­aus kön­nen auch wei­te­re Auf­fäl­lig­kei­ten – wie etwa hohe Bar­ab­he­bun­gen bin­nen kur­zer Zeit nach Voll­mach­ter­tei­lung – gege­be­nen­falls den Bedarf für die Errich­tung einer Kon­troll­be­treu­ung nach § 1896 Abs. 3 BGB begrün­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Dezem­ber 2015 – XII ZB 381/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 23.09.2015 XII ZB 624/​14 Fam­RZ 2015, 2163 Rn. 16; und vom 16.07.2014 XII ZB 142/​14 Fam­RZ 2014, 1693 Rn. 12 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 23.09.2015 XII ZB 624/​14 15; und vom 16.07.2014 XII ZB 142/​14 Fam­RZ 2014, 1693 Rn. 11 mwN[]