Zuge­winn­aus­gleich – und die Bewer­tung einer frei­be­ruf­li­chen Pra­xis

Der Bewer­tung einer frei­be­ruf­li­chen Pra­xis zum Stich­tag kann im Rah­men des Zuge­winn­aus­gleichs regel­mä­ßig der Zeit­raum der letz­ten drei bis fünf Jah­re zugrun­de gelegt wer­den. Eine Zwi­schen­bi­lanz zum Stich­tag ist grund­sätz­lich nicht erfor­der­lich 1.

Zuge­winn­aus­gleich – und die Bewer­tung einer frei­be­ruf­li­chen Pra­xis

Für die Bewer­tung frei­be­ruf­li­cher Pra­xen im Rah­men des Zuge­winn­aus­gleichs ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs das modi­fi­zier­te Ertrags­wert­ver­fah­ren gene­rell vor­zugs­wür­dig. Dabei wird zur Ermitt­lung des Ver­mö­gens­werts einer frei­be­ruf­li­chen Pra­xis über den Sub­stanz­wert am Stich­tag hin­aus auch der über­trag­ba­re Teil des ide­el­len Werts (Good­will) am Stich­tag berück­sich­tigt 2.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat es aus­drück­lich gebil­ligt, dass der Bewer­tung in der Regel die letz­ten drei bis fünf Jah­re zugrun­de gelegt wer­den 3. Daher kann der aus­kunfts­pflich­ti­ge Ehe­gat­te die hier­für erfor­der­li­chen Anga­ben ohne wei­te­res den Jah­res­ab­schlüs­sen der letz­ten Jah­re ent­neh­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Novem­ber 2017 – XII ZB 230/​17

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 08.11.2017 – XII ZR 108/​16[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le BGHZ 188, 249 = Fam­RZ 2011, 1367 und BGHZ 188, 282 = Fam­RZ 2011, 622[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 08.11.2017 – XII ZR 108/​16, Rn. 17 mwN[]