Kos­ten­bei­trä­ge im Jugend­hil­fe­recht

Die §§ 91 ff. SGB VIII i.V.m. der Kos­ten­bei­trags­ver­ord­nung ent­hal­ten eigen­stän­di­ge öffent­lich-recht­li­che Bestim­mun­gen über die Erhe­bung und Bemes­sung der Kos­ten­bei­trä­ge, die von dem zivil­recht­li­chen Unter­halts­recht weit­ge­hend los­ge­löst sind 1. Daher kann der Kos­ten­bei­trag im Ein­zel­fall durch­aus höher sein als der dem Kind zivil­recht­lich geschul­de­te Unter­halt, was wegen der Unter­schied­lich­keit der durch das öffent­lich-recht­li­che Kos­ten­bei­trags­recht und das zivil­recht­li­che Unter­halts­recht gere­gel­ten Sach­ver­hal­te auch im Hin­blick auf Art. 3 Abs. 1 GG nicht zu bean­stan­den ist 2.

Kos­ten­bei­trä­ge im Jugend­hil­fe­recht

§ 4 Abs. 1 der Kos­ten­bei­trags­ver­ord­nung ent­hält eine dyna­mi­sche Ver­wei­sung auf § 1609 BGB, so dass sich die Rang­fol­ge der Unter­halts­pflich­ti­gen nach § 1609 BGB in der seit dem 1. Janu­ar 2008 gel­ten­den Fas­sung und nicht in der zuvor gel­ten­den Fas­sung bestimmt.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 14. April 2010 – 4 PA 67/​10

  1. Nds. OVG, Beschluss vom 18.03.2010 – 4 LA 7/​09; Wiess­ner, SGB VIII, Kom­men­tar, 3. Aufl., § 94 Rn. 5[]
  2. vgl. Nds. OVG, Beschlüs­se vom 18.03.2010 – 4 LA 7/​09; vom 20.01.2009 – 4 ME 3/​09; und vom 25.02.2009 – 4 ME 27/​09[]