ALG II und kein Dar­le­hen für Strom­schul­den

Für Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld II besteht nach einem Beschluss des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Rhein­land-Pfalz bei sozi­al­wid­ri­gem Ver­hal­ten kein Anspruch auf die Gewäh­rung eines Dar­le­hens für Strom­schul­den, und zwar selbst dann nicht, wenn von der Strom­sper­re min­der­jäh­ri­ge Kin­der betrof­fen sind.

ALG II und kein Dar­le­hen für Strom­schul­den

In dem vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Eil­ver­fah­ren begehr­te die Antrag­stel­le­rin die vor­läu­fi­ge Ver­pflich­tung des Grund­si­che­rungs­trä­gers zur Über­nah­me von Strom­schul­den in Höhe von rund 1.150 €. Die­se waren ent­stan­den, weil Abschlä­ge, für die durch den Grund­si­che­rungs­trä­ger ent­spre­chen­de Zah­lun­gen erbracht wur­den, von der Antrag­stel­le­rin nicht an den Strom­ver­sor­ger wei­ter­ge­lei­tet wur­den.

Das erst­in­stanz­lich mit dem Antrag befass­te Sozi­al­ge­richt hat­te das Cen­ter für Arbeits­markt­in­te­gra­ti­on noch zur Gewäh­rung eines Dar­le­hens ver­pflich­tet, ins­be­son­de­re weil im Haus­halt drei min­der­jäh­ri­ge Kin­der woh­nen. Das jüngs­te ist neun Jah­re alt. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz sah dies jedoch anders und hob die Ver­pflich­tung wie­der auf, weil die Dar­le­hens­ge­wäh­rung nicht im Sin­ne des Geset­zes gerecht­fer­tigt sei. Die Rück­stän­de sei­en durch ein sozi­al­wid­ri­ges Ver­hal­ten der Antrag­stel­le­rin ent­stan­den, die im Ver­trau­en auf ein spä­te­res Dar­le­hen die Abschlä­ge nicht geleis­tet hat. Zwar sind durch die Strom­sper­re auch die Kin­der der Antrag­stel­le­rin betrof­fen. Für deren ord­nungs­ge­mä­ße Ver­sor­gung ist aller­dings vor­ran­gig die Antrag­stel­le­rin selbst ver­ant­wort­lich. Zudem ist der Haus­halt wei­ter­hin mit Heiz­ener­gie und Warm­was­ser ver­sorgt, so dass bei den Kin­dern kei­ne Gesund­heits­ge­fähr­dung droht. Auch ein neun­jäh­ri­ges Kind kann zumin­dest für einen Über­gangs­zeit­raum hin­rei­chend mit kal­ten Spei­sen ernährt wer­den, beschied das Lan­des­so­zi­al­ge­richt.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 27. Dezem­ber 2010 – L 3 AS 557/​10 B ER