Allein­ste­hen­de Flücht­lin­ge in Gemein­schafts­un­ter­künf­ten – und die Höhe der Asylbewerberleistungen

Das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf hat dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge vor­ge­legt, ob die Höhe der Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz (Asyl­bLG), wel­che allein­ste­hen­de Flücht­lin­ge in Gemein­schafts­un­ter­künf­ten erhal­ten, mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar ist.

Allein­ste­hen­de Flücht­lin­ge in Gemein­schafts­un­ter­künf­ten – und die Höhe der Asylbewerberleistungen

Anlass hier­für bot dem Sozi­al­ge­richt die Kla­ge eines 39 Jah­re alten, aus Sri Lan­ka stam­men­den, allein­ste­hen­den, in einer Gemein­schafts­un­ter­kunft in Tönis­vorst leben­den Asyl­be­wer­bers, der zur Deckung sei­nes Lebens­un­ter­halts von der Stadt Tönis­vorst als zustän­di­gem Leis­tungs­trä­ger Geld- und Sach­leis­tun­gen nach § 2 Asyl­bLG in Höhe von 383 € erhielt. Die­ser Betrag ent­spricht der Regel­be­darfs­stu­fe 2, die außer­halb von Gemein­schafts­un­ter­künf­ten nur für Men­schen in einer Ehe oder Lebens­ge­mein­schaft gilt. Sei­ne Leis­tun­gen sind gegen­über den Beträ­gen der Regel­be­darfs­stu­fe 1 (424 € monat­lich), die für Allein­ste­hen­de außer­halb von Gemein­schafts­un­ter­künf­ten gilt, um 10 % gekürzt.

Das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf sieht hier­in eine Ver­let­zung des Grund­rechts auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit dem Sozi­al­staats­prin­zip des Art. 20 Abs. 1 GG sowie des All­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes gemäß Art. 3 Abs. 1 GG.

Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 13. April 2021 – S 17 AY 21/​20

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Überstellung eines Asylsuchenden nach Bulgarien