Alters­be­ding­te Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on – und die Kos­ten der Behand­lung mit Lucen­tis

Die Kos­ten für die Behand­lung mit Lucen­tis sind nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts – und ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Pra­xis – von der Kran­ken­kas­se voll­stän­dig zu über­neh­men.

Alters­be­ding­te Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on – und die Kos­ten der Behand­lung mit Lucen­tis

Lucen­tis ist als Arz­nei­mit­tel für die Behand­lung der alters­be­ding­ten Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on, einer weit ver­brei­te­ten Augen­krank­heit, in einer „Durch­stech­fla­sche zum ein­ma­li­gen Gebrauch“ zuge­las­sen. Ein Arzt muss es – gege­be­nen­falls mehr­mals in Zeit­ab­stän­den – ins Auge des Pati­en­ten inji­zie­ren. Gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te kön­nen die Behand­lung bis­her nur pri­vat, nicht aber ver­trags­ärzt­lich erhal­ten. Denn Injek­tio­nen ins Auge sind bis­her nicht in den Ein­heit­li­chen Bewer­tungs­maß­stab auf­ge­nom­men, der die ver­trags­ärzt­li­chen Leis­tun­gen abschlie­ßend fest­legt.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schied nun dage­gen, dass die beklag­te Kran­ken­kas­se die vol­len Kos­ten der Behand­lung mit Lucen­tis über­neh­men muss. Ver­si­cher­te müs­sen sich wegen der mög­li­chen Risi­ken jeden­falls gegen ihren Wil­len nicht dar­auf ver­wei­sen las­sen, die Ein­mal­sprit­ze auf zwei oder drei pati­en­ten­ge­rech­te Dar­rei­chungs­for­men auf­zu­tei­len.

Die Kran­ken­kas­se kann sich auch nicht dar­auf beru­fen, die Abrech­nung der ärzt­li­chen Behand­lung habe zwar for­mell, nicht aber mate­ri­ell der Gebüh­ren­ord­nung für Ärz­te ent­spro­chen. Die Kran­ken­kas­se hat­te im vor­lie­gen­den Fall ihrem Ver­si­cher­ten näm­lich nicht ange­bo­ten, ihn in einem Rechts­streit auf Abrech­nungs­min­de­rung gegen den behan­deln­den Arzt zu unter­stüt­zen und von Kos­ten frei­zu­stel­len.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 2. Sep­tem­ber 2014 – B 1 KR 11/​13 R