Anthro­po­so­phi­sche Mis­tel­prä­pa­ra­te auf Kassenrezept

Gesetz­li­che Kran­ken­kas­sen müs­sen anthro­po­so­phi­sche Mis­tel­prä­pa­ra­te nur bezah­len, wenn sie pal­lia­tiv ein­ge­setzt wer­den. Dage­gen besteht kein Anspruch auf der­ar­ti­ge Arz­nei­mit­tel zum Zwe­cke einer unter­stüt­zen­den Krebstherapie.

Anthro­po­so­phi­sche Mis­tel­prä­pa­ra­te auf Kassenrezept

In dem hier vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall lehn­te die beklag­te Betriebs­kran­ken­kas­se die Über­nah­me der Kos­ten für das anthro­po­so­phi­sche nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel Isca­dor M ab. 

Wie bereits die Vor­in­stan­zen ver­nein­te auch das Bun­des­so­zi­al­ge­richt einen Anspruch der Ver­si­cher­ten auf Ver­sor­gung mit dem nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Arz­nei­mit­tel Isca­dor M zur adju­van­ten Krebstherapie: 

Apo­the­ken­pflich­ti­ge, nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel wie das Mis­tel­prä­pa­rat Isca­dor M sind von der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung nach dem SGB V grund­sätz­lich ausgeschlossen. 

Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (GBA) hat Mis­tel­prä­pa­ra­te aus­schließ­lich beschränkt auf den Ein­satz in der pal­lia­ti­ven The­ra­pie in die Lis­te der ver­ord­nungs­fä­hi­gen nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Arz­nei­mit­tel auf­ge­nom­men. Die Anwen­dungs­be­schrän­kung „in der pal­lia­ti­ven The­ra­pie“ gilt auch für Arz­nei­mit­tel der beson­de­ren Therapierichtungen. 

Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss ver­fügt über eine hin­rei­chen­de demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on, durch Richt­li­ni­en fest­zu­le­gen, wel­che nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Arz­nei­mit­tel, die bei der Behand­lung schwer­wie­gen­der Erkran­kun­gen als The­ra­pie­stan­dard gel­ten, zur Anwen­dung bei die­sen Erkran­kun­gen mit Begrün­dung vom Ver­trags­arzt aus­nahms­wei­se ver­ord­net wer­den können.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 15. Dezem­ber 2015 – B 1 KR 30/​15 R