Arbeits­un­fall bei der Urlaubs­be­glei­tung der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern

Für eine pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge kann bei der Beglei­tung ihrer pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern auf dem Rück­weg aus deren Urlaub Ver­si­che­rungs­schutz in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung bestehen.

Arbeits­un­fall bei der Urlaubs­be­glei­tung der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern

Damit gab jetzt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len in Essen einer Klä­ge­rin aus Wup­per­tal Recht, die ihre pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern in deren Spa­ni­en­ur­laub gepflegt und auch auf dem Heim­flug beglei­tet hat­te. Die Klä­ge­rin war nach dem Rück­flug noch auf dem Flug­ha­fen Düs­sel­dorf gestürzt und hat­te sich einen kom­pli­zier­ten Schen­kel­hals­bruch zuge­zo­gen.

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len sah dar­in einen Wege­un­fall, der für Klä­ge­rin Ver­si­che­rungs­schutz in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung begrün­de: Die als Pfle­ge­per­son aner­kann­te Klä­ge­rin hat, so das Lan­des­so­zi­al­ge­richt, wäh­rend des Spa­ni­en­ur­laubs durch die nicht erwerbs­mä­ßi­ge Pfle­ge ihrer nach Pfle­ge­stu­fe I respek­ti­ve II pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern eine nach § 2 Abs. 1 Nr. 17 SGB VII ver­si­cher­te Tätig­keit ver­rich­tet. Im Vor­der­grund habe ihre Moti­va­ti­on gestan­den, die vom Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung umfass­te Pfle­ge­tä­tig­keit zu erbrin­gen. Der Wunsch, selbst in Spa­ni­en Urlaub zu ver­brin­gen, sei dem­ge­gen­über zweit­ran­gig gewe­sen.

Die Beglei­tung der Eltern auf dem Weg von der Zweit­woh­nung in Spa­ni­en zur Erst­woh­nung in Deutsch­land habe zwar nicht mehr zur ver­si­cher­ten Pfle­ge­tä­tig­keit gehört. Die Klä­ge­rin habe sich jedoch zum Unfall­zeit­punkt auf dem Nach­hau­se­weg vom Ort der ver­si­cher­ten Tätig­keit zu ihrer Woh­nung befun­den, den der Ver­si­che­rungs­schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung mit umfas­se.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 17. Sep­tem­ber 2010 – L 4 U 57/​09