Auf dem Weg zur Arbeit das Hof­tor schlie­ßen

Gering­fü­gi­ge Unter­bre­chun­gen sind bei einem Beschäf­tig­ten auf dem unmit­tel­ba­ren Weg von und zur Arbeit gesetz­lich unfall­ver­si­chert. So gel­ten das Ver­las­sen des Fahr­zeugs und der Rück­weg zum Hof­tor, um es zu schlie­ßen, als "ein­ge­scho­be­ne Ver­rich­tun­gen", durch die der inne­re Zusam­men­hang mit dem Zurück­le­gen die­ses Hin­we­ges nicht besei­tigt wird.

Auf dem Weg zur Arbeit das Hof­tor schlie­ßen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Berufs­ge­nos­sen­schaft dazu ver­ur­teilt, einen Unfall beim Schlie­ßen eines Hof­to­res als Wege­un­fall anzu­er­ken­nen und Ent­schä­di­gung zu leis­ten [1]. Geklagt hat­te ein als Haus­meis­ter ange­stell­ter Mann, der auf eis­glat­ter Fahr­bahn aus­rutsch­te und eine schwe­re Ver­let­zung an der Schul­ter erlitt, als er mor­gens auf dem Weg zur Arbeit das Hof­tor schlie­ßen woll­te nach­dem er sei­nen Pkw aus dem Hof her­aus­ge­fah­ren hat­te. Nach Auf­fas­sung der Berufs­ge­nos­sen­schaft habe der Betrof­fe­ne den Weg zur Arbeit aus pri­va­ten Grün­den unter­bro­chen. Dar­über hin­aus habe er das Hof­tor nicht „im Vor­bei­ge­hen“ oder „ganz neben­her“ schlie­ßen kön­nen, wes­halb die Unter­bre­chung auch nicht gering­fü­gig sei. Aus die­sen Grün­den hat die Berufs­ge­nos­sen­schaft sich gewei­gert, eine Ent­schä­di­gung zu zah­len.

Die­ser Ansicht ist das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt nicht gefolgt: Es sah in dem Ver­las­sen des Pkw und dem Rück­weg zum Hof­tor, um es zu schlie­ßen, in den Hin­weg zur Arbeit "ein­ge­scho­be­ne Ver­rich­tun­gen". Selbst wenn die kur­ze Unter­bre­chung aus eigen­wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen erfolg­te, wür­de sie nicht den inne­ren Zusam­men­hang mit dem Zurück­le­gen des Hin­we­ges zur Arbeit besei­ti­gen. Es läge nach Auf­fas­sung des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts kei­ne ver­si­che­rungs­schäd­li­chen Zäsur des Hin­wegs zur Arbeit vor. Zumal der Ver­un­fall­te nicht zum Haus zurück­ge­hen woll­te, weil er etwas ver­ges­sen hat­te. Viel­mehr habe sich der Unfall auf dem all­täg­lich in glei­cher Wei­se zurück­ge­leg­ten Hin­weg zur Arbeits­stät­te ereig­net.

Aus die­sen Grün­den hat das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt die Berufs­ge­nos­sen­schaft zur Aner­ken­nung des Unfalls als Wege­un­fall ver­ur­teilt.

Nicht immer nimmt ein Rechts­streit um Ent­schä­di­gun­gen für den Betrof­fe­nen ein solch gutes Ende. Erschwe­rend kommt hin­zu, dass mit dem zugrun­de­lie­gen­den Unfall und den erlit­te­nen Ver­let­zun­gen häu­fig auch Schmer­zen ein­her­ge­hen, die eine erheb­li­che Belas­tung für den Ver­letz­ten wäh­rend des Rechts­streits sein kön­nen. In so einem Fall ist es durch­aus sinn­voll, sich kom­pe­ten­te anwalt­li­che Hil­fe zu suchen. Eini­ge Anwalts­kanz­lei­en wie z. B. die Anwalts­so­zie­tät bür­ger­li­chen Rechts Schah Sedi & Schah Sedi haben sich auf Per­so­nen­scha­dens­recht spe­zia­li­siert und ver­tre­ten bun­des­weit Betrof­fe­ne bei der Durch­set­zung ihrer Ent­schä­di­gun­gen. Mit Hil­fe eines kom­pe­ten­ten Teams – ange­fan­gen von Ärz­ten über Unfall­ana­ly­ti­ker bis hin zu beson­de­ren Spe­zia­lis­ten – kann der Betrof­fe­ne oft­mals bes­ser sei­ne Ansprü­che vor Gericht durch­set­zen. Abhän­gig von der Schwe­re und Art des Unfalls wirkt die­ser sich auch auf das gesam­te spä­te­re Leben aus, so dass die Ent­schei­dung des Gerichts über eine mög­li­che Ent­schä­di­gung und die Höhe der Ent­schä­di­gung weit­rei­chen­de Fol­gen hat.

  1. Hess. LSG, Urteil vom 02.02.2016 – L 3 U 108/​15[]