Auf­stiegs­fort­bil­dungs­för­de­rung, Teil­zeit­fort­bil­dung – und die erfor­der­li­che Fort­bil­dungs­dich­te

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat für Fort­bil­dungs­maß­nah­men in Teil­zeit­form, die in meh­re­re selbst­stän­di­ge Abschnit­te geglie­dert sind, bereits ent­schie­den, dass bei der Ermitt­lung der erfor­der­li­chen Fort­bil­dungs­dich­te im Sin­ne des § 2 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c AFBG in der bis zum 30. Sep­tem­ber 2009 gel­ten­den Geset­zes­fas­sung nicht auf eine mathe­ma­ti­sche Durch­schnitts­be­trach­tung abzu­stel­len, son­dern eine zeit­ab­schnitts­wei­se Betrach­tung erfor­der­lich ist, wenn die Gesamt­dau­er der Fort­bil­dungs­maß­nah­men acht Mona­te über­steigt.

Auf­stiegs­fort­bil­dungs­för­de­rung, Teil­zeit­fort­bil­dung – und die erfor­der­li­che Fort­bil­dungs­dich­te

Dem­entspre­chend ist für jeden ein­zel­nen Zeit­raum von acht Mona­ten, der in dem durch die Gesamt­dau­er der Maß­nah­me gezo­ge­nen Rah­men gebil­det wer­den kann, zu ermit­teln, ob die fest­ge­setz­te Fort­bil­dungs­dich­te – in tat­säch­li­cher Hin­sicht – ein­ge­hal­ten ist. Der ers­te zu berück­sich­ti­gen­de Acht­mo­nats­zeit­raum beginnt in dem Monat, in dem der Unter­richt tat­säch­lich auf­ge­nom­men wird, der nächs­te Acht­mo­nats­ab­schnitt beginnt dann in dem fol­gen­den Monat und der letz­te Acht­mo­nats­ab­schnitt endet in dem Monat, in dem plan­mä­ßig der letz­te Unter­richt abge­hal­ten wird.

Das Regel­er­for­der­nis soll die Ste­tig­keit und Kon­ti­nui­tät der Durch­füh­rung der Fort­bil­dungs­maß­nah­men sicher­stel­len. Es lässt Raum für Aus­nah­men, d.h. § 2 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c AFBG ver­langt nicht, dass die fest­ge­setz­te Fort­bil­dungs­dich­te – tat­säch­lich – in allen Acht­mo­nats­ab­schnit­ten erreicht wird. Das Regel­er­for­der­nis ist jeden­falls dann nicht mehr erfüllt, wenn die Fort­bil­dungs­dich­te in mehr als 20 v.H. aller für die Maß­nah­me zu bil­den­den Acht­mo­nats­ab­schnit­te unter­schrit­ten wird 1.

Es liegt auf der Hand, dass die­se Recht­spre­chung auf – wie hier – ein­stu­fi­ge Fort­bil­dungs­maß­nah­men in Teil­zeit­form, die län­ger als acht Mona­te dau­ern, zu über­tra­gen ist. Beacht­li­che Grün­de, der­ar­ti­ge Fort­bil­dungs­maß­nah­men hin­sicht­lich der Berech­nung der Unter­richts­dich­te anders als mehr­stu­fi­ge Fort­bil­dungs­maß­nah­men zu behan­deln und für sie eine mathe­ma­ti­sche Durch­schnitts­be­trach­tung als aus­rei­chend zu erach­ten, sind weder von der Klä­ge­rin dar­ge­legt wor­den noch sonst ersicht­lich. Die zeit­ab­schnitts­wei­se Betrach­tung fin­det ihre Recht­fer­ti­gung dar­in, dass der Gesetz­ge­ber die erfor­der­li­che Unter­richts­stun­den­zahl auf einen Zeit­ab­schnitt von acht Mona­ten bezo­gen hat 2. Die Art der Fort­bil­dungs­maß­nah­me – ein­stu­fi­ge oder mehr­stu­fi­ge Fort­bil­dungs­maß­nah­me in Teil­zeit­form – ist inso­weit ohne Bedeu­tung.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat bereits mit Urteil vom 03.03.2011 3 ent­schie­den, dass § 11 Abs. 4 AFBG nur bei Maß­nah­men in Voll­zeit­form gilt. Für Maß­nah­men – wie hier – in Teil­zeit­form hat der Gesetz­ge­ber kein Bedürf­nis gese­hen, unter­richts­freie Zei­ten aus­drück­lich von der Berück­sich­ti­gung aus­zu­neh­men. Eine § 11 Abs. 4 AFBG ver­gleich­ba­re Rege­lung für ein­stu­fi­ge oder mehr­stu­fi­ge Fort­bil­dungs­maß­nah­men in Teil­zeit­form ist ent­behr­lich, weil die auf Acht­mo­nats­zeit­räu­me bezo­ge­ne Min­dest­fort­bil­dungs­dich­te Raum für Feri­en­zei­ten, Pha­sen gerin­ge­rer Fort­bil­dungs­dich­te (z.B. rund um gesetz­li­che Fei­er­ta­ge) und sons­ti­ge Zei­ten, in denen kein Unter­richt statt­fin­det, lässt 4.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Juli 2014 – 5 B 17.2014 -

  1. BVerwG, Urteil vom 03.03.2011 – 5 C 5.10, BVerw­GE 139, 194 = Buch­holz 436.37 § 2 AFBG Nr. 4, jeweils Rn. 37 ff.[]
  2. BVerwG, Urteil vom 03.03.2011 a.a.O. jeweils Rn. 38[]
  3. BVerwG, Urteil vom 03.03.2011 – 5 C 5.10[]
  4. BVerwG, Urteil vom 03.03.2011 a.a.O. jeweils Rn. 28[]