Aus­wir­kung von Spe­sen auf die Berech­nung der Ver­letz­ten­ren­te

Die bei­trags­recht­li­chen Vor­schrif­ten aus der ArEV bzw. der der SvEV kön­nen nicht auf das Leis­tungs­recht der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung über­tra­gen wer­den. Bei einem Arbeit­neh­mer, der von sei­nem Arbeit­ge­ber pau­schal ver­steu­er­te und steu­er­freie Spe­sen erhal­ten hat, aber kei­ne tat­säch­li­chen Mehr­auf­wen­dun­gen hat, wir­ken sich die Spe­sen ein­kom­mens­er­hö­hend aus und sind beim Jah­res­ar­beits­ver­dienst zur Bemes­sung der Ver­let­zen­ren­te in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung zu berück­sich­ti­gen.

Aus­wir­kung von Spe­sen auf die Berech­nung der Ver­letz­ten­ren­te

So hat das Baye­ri­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Lkw-Fah­rers ent­schie­den, des­sen vom Arbeit­ge­ber erhal­te­ne Spe­sen wegen betrieb­li­cher Aus­wärts­tä­tig­kei­ten von der Berufs­ge­nos­sen­schaft bei der Berech­nung des Jah­res­ar­beits­ver­dienst (JAV) nicht mit berück­sich­tigt wor­den ist. Die Ver­letz­ten­ren­te in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung bemisst sich nach dem JAV, dem Gesamt­be­trag der Arbeits­ent­gel­te in den 12 Kalen­der­mo­na­ten vor dem Arbeits­un­fall. Der Lkw-Fern­fah­rer erhielt von sei­nem Arbeit­ge­ber pau­schal ver­steu­er­te und steu­er­freie Spe­sen wegen betrieb­li­cher Aus­wärts­tä­tig­kei­ten. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft hat die­se bei der Berech­nung des JAV nicht mit berück­sich­tigt. Es han­de­le sich um Aus­la­gen­er­satz, nicht um Arbeits­ent­gel­te.

Der Klä­ger hat in der Fah­rer­ka­bi­ne im Lkw über­nach­tet. Dort war ein Kühl­schrank vor­han­den, außer­dem war der Lkw mit Kaf­fee­ma­schi­ne und Was­ser­ko­cher aus­ge­stat­tet. Der Klä­ger hat sich mit von zu Hau­se mit­ge­brach­ten Lebens­mit­teln selbst ver­sorgt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Baye­ri­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt aus­ge­führt, dass die bei­trags­recht­li­chen Vor­schrif­ten aus der ArEV bzw. der der SvEV nicht auf das Leis­tungs­recht der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung über­tra­gen wer­den könn­ten. Dem Klä­ger sei­en hier kei­ne tat­säch­li­chen Mehr­auf­wen­dun­gen ent­stan­den. Die Spe­sen hät­ten sich daher ein­kom­mens­er­hö­hend aus­ge­wirkt und sei­en beim JAV zu berück­sich­ti­gen.

Baye­ri­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 29. April 2014 – L 3 U 619/​11