Bade­pro­the­se auf Kas­sen­re­zept

Eine Bade­pro­the­se mit einem Schaft in Sili­kon­liner­tech­nik kann nach Ansicht des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Rhein­land-Pfalz grund­sätz­lich nicht auf Kos­ten der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ver­ord­net wer­den.

Bade­pro­the­se auf Kas­sen­re­zept

In dem jetzt vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Fall wur­de der bei der beklag­ten Kran­ken­kas­se gesetz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Klä­ge­rin 2007 der rech­te Unter­schen­kel ampu­tiert. Sie erhielt durch die beklag­te Kran­ken­kas­se eine Unter­schen­kel­pro­the­se. Im Juli 2008 ver­ord­ne­te der behan­deln­de Arzt zusätz­lich eine Bade- und Schwimm-Unter­schen­kel­pro­the­se. Einen Antrag auf Kos­ten­über­nah­me lehn­te die Kran­ken­kas­se zunächst ganz ab, da es sich nicht um eine Kas­sen­leis­tung han­de­le. Nach­dem im Wider­spruchs­ver­fah­ren durch Ortho­pä­die­meis­ter und Ärz­te des Medi­zi­ni­schen Diens­tes der Kran­ken­ver­si­che­rung (MdK) wegen einer zusätz­li­chen Ein­schrän­kung der Greif­fä­hig­keit der lin­ken Hand ein grund­sätz­li­cher Bedarf für eine Bade- und Schwimm­pro­the­se fest­ge­stellt wur­de, bewil­lig­te die Kas­se eine sol­che in her­kömm­li­cher Bau­wei­se mit Weich­wand­schaft. Die Klä­ge­rin woll­te aber eine Bade­pro­the­se mit Sili­kon­liner­tech­nik, da dies auch der Aus­stat­tung bei der ande­ren Pro­the­se ent­spre­che.

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat das inso­weit kla­ge­ab­wei­sen­de Urteil des Sozi­al­ge­richts Trier bestä­tigt. Die teu­re­re Bade­pro­the­se bie­te ins­ge­samt nur gerin­ge Gebrauchs­vor­tei­le, z.B. bei län­ge­ren Strand­ur­lau­ben oder län­ge­rem Ste­hen im Was­ser, die eine Kos­ten­tra­gung durch die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung nicht recht­fer­tig­ten. Zu erbrin­gen sei nur eine aus­rei­chen­de, zweck­mä­ßi­ge und wirt­schaft­li­che Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung. Die Klä­ge­rin kön­ne aller­dings im Rah­men ihres Wunsch- und Wahl­rechts auch die teu­re­re Pro­the­se anschaf­fen, wenn sie die Mehr­kos­ten tra­ge. Die Revi­si­on zum Bun­des­so­zi­al­ge­richt wur­de wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuge­las­sen.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 2. Febru­ar 2012 – L 5 KR 75/​10