BAföG und das Spar­buch von der Oma

Wenn ein naher Ange­hö­ri­ger ein Spar­buch auf den Namen eines Kin­des anlegt, ohne das Spar­buch aus der Hand zu geben, ist aus die­sem Ver­hal­ten in der Regel zu schlie­ßen, dass der Zuwen­den­de sich die Ver­fü­gung über das Spar­gut­ha­ben bis zu sei­nem Tode vor­be­hal­ten will und er damit allei­ni­ger Inha­ber der in dem Spar­buch ver­brief­ten For­de­rung bleibt.

BAföG und das Spar­buch von der Oma

Die Fra­ge, wer Inha­ber eines Spar­kon­tos ist, ist im Aus­bil­dungs­för­de­rungs­recht nach den inso­weit maß­geb­li­chen zivil­recht­li­chen Grund­sät­zen der Ver­mö­gens­zu­ord­nung zu beant­wor­ten 1. Maß­ge­bend ist damit die neue­ren Recht­spre­chung der Zivil­ge­rich­te, wonach Inha­ber eines Spar­kon­tos zwar der­je­ni­ge ist, der gemäß der Ver­ein­ba­rung mit der Bank oder Spar­kas­se Kon­to­in­ha­ber wer­den soll­te, dabei aber gilt, dass, wenn ein naher Ange­hö­ri­ger ein Spar­buch auf den Namen eines Kin­des anlegt, ohne das Spar­buch aus der Hand zu geben, aus die­sem Ver­hal­ten in der Regel zu schlie­ßen ist, dass der Zuwen­den­de sich die Ver­fü­gung über das Spar­gut­ha­ben bis zu sei­nem Tode vor­be­hal­ten will 2 und er damit also allei­ni­ger Inha­ber der in dem Spar­buch ver­brief­ten For­de­rung bleibt 3.

Der gegen­tei­li­ge Stand­punkt, dass Gläu­bi­ger gegen­über dem Geld­in­sti­tut stets der­je­ni­ge sei, auf des­sen Namen das Kon­to lau­te, bezieht sich – unaus­ge­spro­chen – wohl auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 2. Febru­ar 1994 4 und ver­kennt damit, dass der dar­in ver­tre­te­ne Stand­punkt durch das genann­te BGH-Urteil vom 18. Janu­ar 2005 ((a.a.O.) aus­drück­lich auf­ge­ge­ben wur­de.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 18. Mai 2010 -12 S 1112/​09

  1. BVerwG, Urteil vom 04.09.2008 – 5 C 12.08, BVerw­GE 132, 21; OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 14.10.2009 – 6 M 20.09, NJW 2010, 1159[]
  2. BGH, Urteil vom 18.01.2005 – X ZR 264/​02, NJW 2005, 980; Hall, juris­PR-BGH­Zi­vilR 14/​2005 Anm. 3 mit Hin­wei­sen auf älte­re, gleich­lau­ten­de Ent­schei­dun­gen des BGH; Staudinger/​Jagmann, BGB, § 328 RdNr. 147 m. w. N.[]
  3. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, a. a. O.; OLG Bre­men, Beschluss vom 10.5.2007 – 2 U 27/​07[]
  4. BGH, Urteil vom 2.2.1994 – IV ZR 51/​93, NJW 1994, 931[]