Band­schei­ben­vor­fall als Arbeits­un­fall

Die Aner­ken­nung eines Band­schei­ben­vor­falls als Fol­ge eines Arbeits­un­falls kommt nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts Düs­sel­dorf nur bei trau­ma­ti­scher Ursa­che in Betracht.

Band­schei­ben­vor­fall als Arbeits­un­fall

Vor dem Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf blieb jetzt eine Klä­ge­rin aus Gre­ven­broich Sozialge­richt erfolg­los, da das Sozi­al­ge­richt den ursäch­li­chen Zusam­men­hang zwi­schen dem bei der Klä­ge­rin dia­gnos­ti­zier­ten Band­schei­ben­vor­fall und dem Unfall­ge­sche­hen nicht als wahr­schein­lich ansah. Die Gewäh­rung einer Ver­letz­ten­ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung schied daher, so das Düs­sel­dor­fer Sozi­al­ge­richt, aus.

Die Klä­ge­rin war im Rah­men ihrer Berufs­aus­übung in einen Pkw-Unfall ver­wi­ckelt. Nach dem Unfall wur­de bei der Klä­ge­rin ein Band­schei­ben­vor­fall dia­gnos­ti­ziert, den die Beklag­te jedoch nicht als unfall­be­dingt aner­kann­te.

Das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf wies die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge ab. Die Klä­ge­rin konn­te mit ihrem Vor­trag, vor dem Unfall kei­ner­lei Beschwer­den an der Wir­bel­säu­le gehabt zu haben, nicht durch­drin­gen. Das Unfall­ereig­nis, so die Kam­mer, sei zwar grund­sätz­lich geeig­net, eine Wir­bel­säu­len­ver­let­zung hervorzuru­fen. Ein Ursa­chen­zu­sam­men­hang sei aber den­noch nicht wahr­schein­lich, weil die Art der Ver­let­zung dage­gen sprä­che. Für einen trau­ma­tisch beding­ten Bandscheibenvor­fall viel­mehr erfor­der­lich, dass bei der maß­geb­li­chen Ver­let­zung der Wir­bel­kör­per selbst oder doch zumin­dest die den maß­geb­li­chen Ab­schnitt der Wir­bel­säu­le beglei­tende Mus­kel- und Band­struk­tur in Mit­lei­den­schaft ge­zogen wor­den sei. Die­se Vor­aussetzungen sei­en bei der Klä­ge­rin nicht erfüllt.

Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 12. März 2009 – S 1 U 4/​08