Beför­de­rungs­kos­ten zur wei­ter ent­fern­ten Pri­vat­schu­le

Unter­schei­det sich das Pro­fil einer Pri­vat­schu­le nicht wesent­lich von einer staat­li­chen Schu­le und der ein­zi­ge Unter­schied besteht in der Zusam­men­set­zung der Schü­ler­schaft, müs­sen die Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten zu der Pri­vat­schu­le nicht über­nom­men wer­den.

Beför­de­rungs­kos­ten zur wei­ter ent­fern­ten Pri­vat­schu­le

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge eines Vaters nicht statt­ge­ge­ben, der die Über­nah­me der Beför­de­rungs­kos­ten durch den Land­kreis begehrt hat. Der Vater aus dem Land­kreis Weser­marsch hat­te geklagt, da er sei­nen Sohn, der im Jah­re 2017 in die fünf­te Klas­se kam, auf eine 25 km ent­fern­te Pri­vat­schu­le geschickt hat­te. In der Nähe sei­nes Wohn­or­tes befand sich ein staat­li­ches Gym­na­si­um, das dem Klä­ger jedoch nicht zusag­te.

Der Land­kreis lehn­te die Über­nah­me der Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten ab, da es sich nicht um die nächst­ge­le­ge­ne Schu­le han­de­le und auch kei­ne inhalt­li­chen Unter­schie­de bestün­den.

Dem hielt der Klä­ger ent­ge­gen, dass die ört­li­che Schu­le nicht gleich­wer­tig sei. Nach sei­ner Ansicht wer­de das staat­li­che Gym­na­si­um zuneh­mend aus­ge­höhlt durch den Zugang bil­dungs­fer­ner Bevöl­ke­rungs­schich­ten, die Abschaf­fung des Sit­zen­blei­bens, die Ent­ker­nung der Lehr­plä­ne und die Infla­ti­on der Abitur­no­ten. Fer­ner kämen durch die Will­kom­mens­kul­tur und den Fami­li­en­nach­zug immer mehr Men­schen mit Bil­dungs­de­fi­zi­ten oder gar kei­ner Bil­dung in staat­li­che Schu­len. Dadurch wür­den die Leis­tun­gen sin­ken und die Aggres­sio­nen stei­gen. Die Ansprü­che wür­den so weit her­un­ter­ge­schraubt, dass selbst Schü­ler mit nied­ri­gem Sozi­al­sta­tus und nicht­deut­scher Her­kunfts­spra­che ein deut­sches Abitur erhiel­ten.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men betont, dass Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten grund­sätz­lich nur für die nächst­ge­le­ge­ne Schu­le über­nom­men wür­den. Dies kön­ne zwar auch eine Schu­le mit einem beson­de­ren Pro­fil sein, wie z.B. ein Sport­gym­na­si­um. Auf eth­ni­sche oder sozia­le Unter­schie­de der Schü­ler­schaft kom­me es jedoch nicht an. Zweck von Bil­dungs- und Teil­ha­be­leis­tun­gen sei die Ver­wirk­li­chung der Chan­cen­gleich­heit von Kin­dern aus ein­kom­mens­schwa­chen Fami­li­en, nicht jedoch der Besuch von Pri­vat­schu­len mit Kin­dern aus bes­ser situ­ier­ten Fami­li­en, wel­che die plu­ra­lis­ti­sche Zusam­men­set­zung der Gesell­schaft nicht abbil­de­ten.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men, Urteil vom 11. Febru­ar 2020 – L 7 BK 2/​19