Bestands­über­sied­ler – und die Bewer­tung ihrer DDR-Ren­ten­zei­ten

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die geän­der­te Bewer­tung in der DDR zurück­ge­leg­ter ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Zei­ten von Per­so­nen, die vor dem 18.05.1990 aus der DDR in die dama­li­ge Bun­des­re­pu­blik über­sie­del­ten, nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men.

Bestands­über­sied­ler – und die Bewer­tung ihrer DDR-Ren­ten­zei­ten

Die gesetz­li­che Rege­lung[↑]

Über­sied­ler aus der DDR wur­den zunächst, weil sie infol­ge ihrer Flucht den für sie zustän­di­gen Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger der DDR nicht mehr in Anspruch neh­men konn­ten, durch das Fremd­ren­ten­ge­setz (FRG) nach dem soge­nann­ten Ein­glie­de­rungs­prin­zip so gestellt, als hät­ten sie ihre ren­ten­recht­li­chen Bei­trags­zei­ten in der Bun­des­re­pu­blik erbracht. Zu die­sem Zweck wur­de die­sen Per­so­nen pau­schal und ohne Bezug auf die in der DDR tat­säch­lich erziel­ten Ein­kom­men oder gezahl­ten Bei­trä­ge ein bestimm­tes ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Ein­kom­men in Abhän­gig­keit von der jeweils aus­ge­üb­ten beruf­li­chen Tätig­keit zuge­ord­net. Die Anwend­bar­keit des Fremd­ren­ten­ge­set­zes auf in der DDR zurück­ge­leg­te Bei­trags­zei­ten wur­de ab dem Fall der Mau­er schritt­wei­se immer wei­ter ein­ge­schränkt.

Nach der Schaf­fung der Wäh­rungs, Wirt­schafts- und Sozi­al­uni­on zum 1.07.1990 galt das Fremd­ren­ten­ge­setz nur noch für in der DDR zurück­ge­leg­te Beschäf­ti­gungs­zei­ten von Über­sied­lern, die vor dem 18.05.1990 ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Bun­des­re­pu­blik genom­men hat­ten ("Bestands­über­sied­ler").

Nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung sah das im Eini­gungs­ver­trag vor­ge­se­he­ne Ren­ten­über­lei­tungs­ge­setz (RÜG) eine Anwend­bar­keit des Fremd­ren­ten­ge­set­zes nur noch über­gangs­wei­se für Ver­si­cher­te mit einem Ren­ten­be­ginn vor dem 1.01.1996 vor. Zur Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung wur­de die­se Rege­lung durch das Ren­ten­über­lei­tungs-Ergän­zungs­ge­setz (Rü-ErgG) vom 24.06.1993 rück­wir­kend zum 1.01.1992 dahin­ge­hend geän­dert, dass die Ver­trau­ens­schutz­re­ge­lung (§ 259a Sozi­al­ge­setz­buch Sechs­tes Buch, SGB VI) nicht mehr auf den – sich eher nach Zufall erge­ben­den – Zeit­punkt des tat­säch­li­chen Ren­ten­be­ginns bezo­gen ist, son­dern für alle Ver­si­cher­ten gilt, die vor dem 1.01.1937 gebo­ren sind und damit bei Inkraft­tre­ten des ein­heit­li­chen Ren­ten­rechts nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Sechs­tes Buch bereits das 55. Lebens­jahr voll­endet hat­ten.

Im Ergeb­nis wird bei der Ren­ten­be­rech­nung nach der seit dem Jahr 1993 gel­ten­den Fas­sung des § 259a SGB VI nur auf die­je­ni­gen Über­sied­ler, die vor dem 1.01.1937 gebo­ren sind, aus Grün­den des Ver­trau­ens­schut­zes noch das Fremd­ren­ten­ge­setz ange­wandt. Damit erfass­te die rück­wir­ken­de Umstel­lung der Ren­ten­be­rech­nung auch Über­sied­ler, die seit den 1970er Jah­ren in der Bun­des­re­pu­blik leb­ten. Die­se Ren­ten­be­rech­nung kann zu einer gerin­ge­ren Ren­te als bei Anwen­dung des Fremd­ren­ten­ge­set­zes füh­ren, weil mit dem Fremd­ren­ten­ge­setz Über­sied­lern für ihre in der DDR zurück­ge­leg­te Erwerbs­bio­gra­phie Ren­ten­an­sprü­che ent­spre­chend dem west­deut­schen Ren­ten­sys­tem gut­ge­schrie­ben wur­den, nun­mehr dage­gen auf die in der DDR tat­säch­lich in die Ren­ten­ver­si­che­rung ein­ge­zahl­ten Bei­trä­ge abge­stellt wird.

Ren­ten­an­wart­schaf­ten und die Eigen­tums­ga­ran­tie[↑]

Abs. 1 GG schützt Ren­ten­an­sprü­che und auch Ren­ten­an­wart­schaf­ten 1, soweit die­se im Gel­tungs­be­reich des Grund­ge­set­zes erwor­ben wor­den sind 2.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts unter­lie­gen hin­ge­gen durch das Fremd­ren­ten­ge­setz begrün­de­te Ren­ten­an­wart­schaf­ten nicht dem Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG, wenn ihnen aus­schließ­lich Bei­trags- und Beschäf­ti­gungs­zei­ten zugrun­de lie­gen, die in den Her­kunfts­ge­bie­ten erbracht oder zurück­ge­legt wur­den. Im Fal­le der durch das Fremd­ren­ten­ge­setz begrün­de­ten Rech­te fehlt es am Erfor­der­nis der an einen Ver­si­che­rungs­trä­ger in der Bun­des­re­pu­blik erbrach­ten Eigen­leis­tung, die für die Aner­ken­nung einer sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Rechts­po­si­ti­on als Eigen­tum im Sin­ne von Art. 14 Abs. 1 GG unver­zicht­bar ist. Nur als Äqui­va­lent einer nicht uner­heb­li­chen eige­nen Leis­tung, die der beson­de­re Grund für die Aner­ken­nung als Eigen­tums­po­si­ti­on ist, erfah­ren ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­che Anwart­schaf­ten den Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG 3.

Wenn der Gesetz­ge­ber sich ent­schließt, die in den Her­kunfts­län­dern zurück­ge­leg­ten Bei­trags- und Beschäf­ti­gungs­zei­ten wie Zei­ten zu behan­deln, wel­che die Berech­tig­ten im Sys­tem der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung der Bun­des­re­pu­blik zurück­ge­legt haben, so ist dies ein Akt beson­de­rer staat­li­cher Für­sor­ge. Der Gesetz­ge­ber ver­folgt damit das legi­ti­me Ziel, ins­be­son­de­re Ver­trie­be­ne, Aus­sied­ler und Spät­aus­sied­ler, die in die Bun­des­re­pu­blik über­sie­deln, soweit als mög­lich mit Hil­fe auch der Sozi­al­ver­si­che­rung zu inte­grie­ren, ohne zu die­ser Lösung durch Art. 116 GG und das Sozi­al­staats­prin­zip ver­fas­sungs­recht­lich ver­pflich­tet zu sein. Eigen­tums­ge­schütz­te Rechts­po­si­tio­nen im Sin­ne des Art. 14 Abs. 1 GG wer­den aber hier­durch man­gels Eigen­leis­tung der Berech­tig­ten durch das Fremd­ren­ten­ge­setz nicht begrün­det. Soweit die nach dem Fremd­ren­ten­ge­setz Berech­tig­ten Bei­trä­ge zur Ren­ten­ver­si­che­rung in den Her­kunfts­län­dern gezahlt haben, sind die­se Bei­trä­ge nicht den Ver­si­che­rungs­trä­gern der Bun­des­re­pu­blik zuge­flos­sen, deren gesetz­li­che Auf­ga­be es ist, die Ren­ten­leis­tun­gen an die nicht mehr erwerbs­tä­ti­ge Genera­ti­on zu finan­zie­ren. Die für den Eigen­tums­schutz erfor­der­li­che Eigen­leis­tung kann auch nicht in der von den Berech­tig­ten in deren Her­kunfts­län­dern per­sön­lich geleis­te­ten Arbeit bestehen, da die­se Arbeits­leis­tung in einem ande­ren Rechts, Wirt­schafts- und Sozi­al­sys­tem als dem der Bun­des­re­pu­blik erbracht wur­de. Sie ist Wert­schöp­fung, die nicht inner­halb der zur Leis­tung ver­pflich­te­ten Soli­dar­ge­mein­schaft erfolgt und ihr auch nicht zu Gute gekom­men ist. Es ist im Übri­gen auch nichts dafür ersicht­lich, dass der Gesetz­ge­ber mit der Gewäh­rung von Rechts­an­sprü­chen auf der Grund­la­ge sei­ner Ent­schei­dung für das ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­che Ein­glie­de­rungs­prin­zip Eigen­tum im Sin­ne des Art. 14 Abs. 1 GG begrün­den woll­te 4.

In der DDR begrün­de­te und im Zeit­punkt ihres Bei­tritts zur Bun­des­re­pu­blik bestehen­de Ren­ten­an­wart­schaf­ten neh­men als Rechts­po­si­tio­nen, die der Eini­gungs­ver­trag grund­sätz­lich aner­kannt hat, am Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG teil. Zwar ent­fal­tet Art. 14 Abs. 1 GG sei­ne Schutz­wir­kung nur im Gel­tungs­be­reich des Grund­ge­set­zes. Die­ser erstreck­te sich vor der Ver­ei­ni­gung der bei­den deut­schen Staa­ten nicht auf das Gebiet der DDR. Das Grund­ge­setz trat dort mit dem Bei­tritt auch nicht rück­wir­kend in Kraft. Bis zum Bei­tritt genos­sen daher die in der DDR erwor­be­nen Ren­ten­an­wart­schaf­ten nicht den Schutz von Art. 14 Abs. 1 GG. Mit dem Bei­tritt und der Aner­ken­nung durch den Eini­gungs­ver­trag gelang­ten sie jedoch wie ande­re ver­mö­gens­wer­te Rechts­po­si­tio­nen in den Schutz­be­reich die­ses Grund­rechts 5. Der ver­fas­sungs­recht­li­che Eigen­tums­schutz kommt den Ren­ten­an­wart­schaf­ten aber nur in der Form zu, die sie auf­grund des Ver­tra­ges zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und der Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik über die Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands erhal­ten haben 6. Auch für ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­che Rechts­po­si­tio­nen gilt, dass sich die kon­kre­te Reich­wei­te der Eigen­tums­ga­ran­tie erst aus der Bestim­mung von Inhalt und Schran­ken des Eigen­tums ergibt, die nach Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG Sache des Gesetz­ge­bers ist 7.

Aus Art. 30 Abs. 5 Satz 1 des Eini­gungs­ver­tra­ges ergibt sich, dass die Ein­zel­hei­ten der Über­lei­tung des Sozi­al­ge­setz­buch Sechs­tes Buch auf das Bei­tritts­ge­biet in einem Bun­des­ge­setz gere­gelt wer­den.

Rück­wir­ken­de Bewer­tungs­än­de­rung[↑]

Eine unech­te Rück­wir­kung ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ver­fas­sungs­recht­lich grund­sätz­lich zuläs­sig. Aus dem Grund­satz des Ver­trau­ens­schut­zes und dem Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prin­zip kön­nen sich jedoch Gren­zen der Zuläs­sig­keit erge­ben. Die­se sind aller­dings erst über­schrit­ten, wenn die vom Gesetz­ge­ber ange­ord­ne­te unech­te Rück­wir­kung zur Errei­chung des Geset­zes­zwecks nicht geeig­net oder erfor­der­lich ist oder wenn die Bestands­in­ter­es­sen der Betrof­fe­nen die Ver­än­de­rungs­grün­de des Gesetz­ge­bers über­wie­gen 8. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass in Ren­ten­an­wart­schaf­ten von vorn­her­ein die Mög­lich­keit von Ände­run­gen in gewis­sen Gren­zen ange­legt sind. Eine Unab­än­der­lich­keit der bei der Begrün­dung bestehen­den Bedin­gun­gen wider­sprä­che dem Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­hält­nis, das im Unter­schied zum Pri­vat­ver­si­che­rungs­ver­hält­nis von Anfang an nicht auf dem rei­nen Ver­si­che­rungs­prin­zip, son­dern wesent­lich auf dem Gedan­ken des sozia­len Aus­gleichs beruht 9. Daher gebührt dem Gesetz­ge­ber auch für Ein­grif­fe in bestehen­de Ren­ten­an­wart­schaf­ten Gestal­tungs­frei­heit. Inso­weit kommt es indes­sen dar­auf an, dass für die­se Ein­grif­fe legi­ti­mie­ren­de Grün­de gege­ben sind 10. Sol­che Grün­de lie­gen bei Rege­lun­gen vor, die dazu die­nen, die Funk­ti­ons- und Leis­tungs­fä­hig­keit des Sys­tems der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung im Inter­es­se aller zu erhal­ten, zu ver­bes­sern oder ver­än­der­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen anzu­pas­sen 11.

Der Beschwer­de­füh­rer setzt sich nicht hin­rei­chend mit der Fra­ge der Schutz­wür­dig­keit sei­nes Ver­trau­ens im Hin­blick auf die fort­wäh­ren­de Bewer­tung sei­ner im Bei­tritts­ge­biet zurück­ge­leg­ten ren­ten­recht­li­chen Zei­ten nach dem Fremd­ren­ten­ge­setz aus­ein­an­der. Allein das Ver­trau­en in den Fort­be­stand einer gesetz­li­chen Lage ist nicht schutz­wür­dig. Auch geht der Beschwer­de­füh­rer im Rah­men sei­nes Vor­brin­gens nicht auf die Argu­men­ta­ti­on des Fach­ge­richts in der Beru­fungs­in­stanz ein, wonach Ver­trau­ens­schutz – und damit wei­ter­hin die Anwen­dung des Fremd­ren­ten­ge­set­zes – nur des­halb den vor dem 1.01.1937 gebo­re­nen Ver­si­cher­ten zukommt, weil sie zum Zeit­punkt der Ein­füh­rung des § 259a SGB VI im Jahr 1992 rela­tiv nah an der Gren­ze zur Regel­al­ters­ren­te waren. Für den danach gebo­re­nen Per­so­nen­kreis hat sich die Ände­rung der Bewer­tung der ren­ten­recht­li­chen Zei­ten erst all­mäh­lich aus­ge­wirkt und es ist ihnen die Mög­lich­keit ver­blie­ben, sich auf die geän­der­te Bewer­tung ein­zu­stel­len. So ist auch der Beschwer­de­füh­rer noch bis 2009 einer ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung nach­ge­gan­gen, die ihm genü­gend Zeit gab, sei­ne Alters­si­che­rung ent­spre­chend anzu­pas­sen.

All­ge­mei­ner Gleich­heits­grund­satz[↑]

Auch ein Ver­stoß gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG) ergibt sich aus dem Vor­brin­gen des Beschwer­de­füh­rers nicht hin­rei­chend.

Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz gebie­tet dem Gesetz­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln 12. Aus ihm erge­ben sich je nach Rege­lungs­ge­gen­stand und Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len unter­schied­li­che Gren­zen für den Gesetz­ge­ber, die von einem blo­ßen Will­kür­ver­bot bis zu einer stren­gen Bin­dung an die Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­er­for­der­nis­se rei­chen 13. Bei der Über­prü­fung eines Geset­zes auf sei­ne Ver­ein­bar­keit mit dem Gleich­heits­satz ist vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht zu unter­su­chen, ob der Gesetz­ge­ber die zweck­mä­ßigs­te oder gerech­tes­te Lösung gefun­den hat, son­dern nur, ob er die ver­fas­sungs­recht­li­chen Gren­zen sei­ner Gestal­tungs­frei­heit über­schrit­ten hat 14.

Die Begrün­dung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de lässt eine nach­voll­zieh­ba­re Ver­gleichs­grup­pen­bil­dung nicht erken­nen. Sie lässt offen, ob der Beschwer­de­füh­rer eine Ungleich­be­hand­lung gegen­über der Grup­pe rügt, die vor dem 1.01.1937 gebo­ren ist und auf deren ren­ten­recht­li­che Zei­ten gemäß § 259a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI das Fremd­ren­ten­ge­setz wei­ter­hin anwend­bar ist, oder ob er eine nicht zuläs­si­ge Gleich­be­hand­lung mit der Grup­pe der DDR-Über­sied­ler rügt, die nach dem 18.05.1990 in dem Gebiet der Bun­des­re­pu­blik ohne dem Bei­tritts­ge­biet ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt begrün­det hat.

Im Rah­men einer mög­li­chen Recht­fer­ti­gung der Ungleich­be­hand­lung las­sen die Aus­füh­run­gen des Beschwer­de­füh­rers eben­so wie bei der Rüge der Ver­let­zung des Grund­sat­zes des Ver­trau­ens­schut­zes eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Fra­ge ver­mis­sen, ob die fort­wäh­ren­de Anwen­dung des Fremd­ren­ten­ge­set­zes auf die vor dem 1.01.1937 gebo­re­nen Ver­si­cher­ten gerecht­fer­tigt ist, weil sie zum Zeit­punkt der Ein­füh­rung des § 259a SGB VI im Jahr 1992 rela­tiv nah an der Gren­ze zur Regel­al­ters­ren­te waren und dem danach gebo­re­nen Per­so­nen­kreis die Mög­lich­keit ver­blie­ben ist, sich auf die geän­der­te Bewer­tung ein­zu­stel­len. Der Beschwer­de­füh­rer setzt sich inso­fern auch nicht mit der bereits erwähn­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts aus­ein­an­der, wonach in Ren­ten­an­wart­schaf­ten von vorn­her­ein die Mög­lich­keit von Ände­run­gen in gewis­sen Gren­zen ange­legt ist 9.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 13. Dezem­ber 2016 – 1 BvR 713/​13

  1. vgl. BVerfGE 53, 257, 289 f.; 55, 114, 131; 58, 81, 109; 69, 272, 298[]
  2. vgl. BVerfGE 100, 1, 32[]
  3. vgl. BVerfGE 53, 257, 291 f.; 100, 1, 33[]
  4. vgl. BVerfGE 116, 96, 122 f.[]
  5. vgl. dazu all­ge­mein BVerfGE 91, 294, 307 f.[]
  6. vgl. BVerfGE 100, 1, 37[]
  7. vgl. BVerfGE 53, 257, 292[]
  8. vgl. BVerfGE 95, 64, 86; 96, 330, 340; 101, 239, 263[]
  9. vgl. BVerfGE 11, 221, 226; 22, 241, 253[][]
  10. vgl. BVerfGE 31, 275, 290[]
  11. vgl. BVerfGE 53, 257, 293[]
  12. vgl. BVerfGE 116, 164, 180; 122, 210, 230[]
  13. vgl. BVerfGE 110, 274, 291; 122, 210, 230[]
  14. vgl. BVerfGE 84, 348, 359 m.w.N.; 110, 412, 436[]