Der Aus­kunfts­an­spruch im jugend­hil­fe­recht­li­chen Dreiecksverhältnis

Bedient sich der Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe bei der Gewäh­rung von Leis­tun­gen nach § 78a SGB VIII eines frei­en (pri­va­ten) Trä­gers der Jugend­hil­fe, erfol­gen die Leis­tungs­er­brin­gung und Finan­zie­rung auf der Grund­la­ge des jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis­ses, das sich an den zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis (§§ 75 ff SGB XII in der bis zum 31.12.2019 gül­ti­gen Fas­sung) ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen ori­en­tiert1.

Der Aus­kunfts­an­spruch im jugend­hil­fe­recht­li­chen Dreiecksverhältnis

Bei einem auf Treu und Glau­ben gestütz­ten Aus­kunfts­be­geh­ren muss der Anspruchs­be­rech­tig­te zunächst alle ihm zumut­ba­ren Anstren­gun­gen unter­neh­men, die Aus­kunft auf ande­re Wei­se zu erlan­gen. Ein vor­ran­gi­ge, den Aus­kunfts­an­spruch nach § 242 BGB aus­schlie­ßen­de Infor­ma­ti­ons­mög­lich­keit ist gege­ben, wenn der Berech­tig­te (hier: Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe) es selbst in der Hand hat, sich die erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen nach Ein­lei­tung eines förm­li­chen Prü­fungs­ver­fah­rens zu beschaf­fen, das vom Ver­pflich­te­ten (hier: frei­er Trä­ger einer Jugend­hil­feein­rich­tung) akti­ve Mit­wir­kung ver­langt und dem Berech­tig­ten das Recht ein­räumt, alle den Prü­fungs­ge­gen­stand betref­fen­den Aus­künf­te zu erhal­ten und sich die erfor­der­li­chen Unter­la­gen vor­le­gen zu las­sen2.

Die aus dem jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis fol­gen­den wech­sel­sei­ti­gen Ver­pflich­tun­gen begrün­den kei­ne umfas­sen­den ver­trag­li­chen oder gesetz­li­chen Aus­kunfts­an­sprü­che als ört­li­cher Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe gegen die Einrichtungsträgerin.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Eine Aus­kunfts­pflicht der Leis­tungs­trä­ge­rin ergibt sich auch nicht aus § 242 BGB, da der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe mit dem Prü­fungs­ver­fah­ren gemäß §§ 18 ff des Rah­men­ver­trags eine vor­ran­gig zu nut­zen­de, zumut­ba­re Infor­ma­ti­ons­mög­lich­keit zur Ver­fü­gung steht. Leis­tungs­an­sprü­che der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe hat das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen in der Vor­in­stanz3 zudem zu Recht verneint.

Bedient sich der Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe bei der Gewäh­rung von Leis­tun­gen nach § 78a SGB VIII (hier: § 78a Abs. 1 Nr. 4, 5 und 6 i.V.m. §§ 27, 34, 35, 35a und 41 SGB VIII) eines frei­en (pri­va­ten) Trä­gers der Jugend­hil­fe, erfol­gen die Leis­tungs­er­brin­gung und Finan­zie­rung auf der Grund­la­ge des jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis­ses, das sich an den zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis (§§ 75 ff SGB XII in der bis zum 31.12.2019 gül­ti­gen Fas­sung) ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen ori­en­tiert4. Neben der Rechts­be­zie­hung zwi­schen dem Hil­fe­emp­fän­ger (Leis­tungs­be­rech­tig­ter) und dem Trä­ger der die Leis­tung erbrin­gen­den (teil-)stationären Ein­rich­tung (Leis­tungs­er­brin­ger) bestehen wei­te­re Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen dem Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe (Leis­tungs­trä­ger) und dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten sowie zwi­schen dem Leis­tungs­trä­ger und dem Leis­tungs­er­brin­ger. Die Beson­der­heit und zugleich Schwie­rig­keit bei der Beur­tei­lung von Ansprü­chen der im jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis ver­bun­de­nen Betei­lig­ten besteht dar­in, dass die im Leis­tungs­drei­eck zusam­men­ge­fass­ten Bezie­hun­gen zwar unab­hän­gig von­ein­an­der gestal­tet und unter­schied­li­cher Rechts­na­tur sind, sich aber den­noch wech­sel­sei­tig in viel­fäl­ti­ger Hin­sicht beein­flus­sen5.

Zwi­schen dem Hil­fe­emp­fän­ger und dem Leis­tungs­trä­ger besteht ein sozi­al­recht­li­ches Leis­tungs­ver­hält­nis (Grund­ver­hält­nis), das sich nach den Bestim­mun­gen des Ach­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch beur­teilt und dem öffent­li­chen Recht zuzu­ord­nen ist. Im Rah­men die­ses Grund­ver­hält­nis­ses ste­hen dem Hil­fe­emp­fän­ger aller­dings kei­ne Prim­är­an­sprü­che auf Zah­lung ent­ste­hen­der oder ent­stan­de­ner Kos­ten an sich selbst zu. Er hat viel­mehr unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 78b Abs. 1 SGB VIII einen Anspruch gegen den Leis­tungs­trä­ger, der dadurch sei­ne Sach­leis­tungs­ver­schaf­fungs­pflicht erfüllt, auf Über­nah­me des dem Leis­tungs­er­brin­ger zuste­hen­den Ent­gelts. Nach § 78b Abs. 1 SGB VIII hängt die Über­nah­me der Kos­ten für die in § 78a SGB VIII genann­ten Leis­tun­gen vom Abschluss soge­nann­ter Leis­tungs­er­brin­gungs­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen dem öffent­li­chen Jugend­hil­fe­trä­ger und dem Ein­rich­tungs­trä­ger oder sei­nem Ver­band ab. Eine Ver­pflich­tung zur Kos­ten­über­nah­me im Ein­zel­fall besteht nur, wenn vor­ab eine Leis­tungs­ver­ein­ba­rung und eine Qua­li­täts­ent­wick­lungs­ver­ein­ba­rung (§ 78b Abs. 1 Nr. 1 und 3 SGB VIII) und dar­auf auf­bau­end eine Ent­gelt­ver­ein­ba­rung (§ 78b Abs. 1 Nr. 2 SGB VIII) getrof­fen wur­den. Bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen bewil­ligt der Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe auf Grund sei­ner gesetz­li­chen Ver­pflich­tung gegen­über dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten die Hil­fe und erklärt die Ent­gel­t­über­nah­me durch Ver­wal­tungs­akt nach § 31 SGB X (Bewil­li­gungs- und Kos­ten­über­nah­me­be­scheid). Die Ver­pflich­tung nach § 78b Abs. 1 SGB VIII zur Über­nah­me des Ent­gelts besteht aller­dings nicht gegen­über dem Ein­rich­tungs­trä­ger, son­dern, wie sich bereits aus dem Wort­laut ergibt, allein gegen­über dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten6.

Der Kos­ten­über­nah­me­an­spruch des Leis­tungs­be­rech­tig­ten aus § 78b Abs. 1 SGB VIII gegen­über dem öffent­li­chen Jugend­hil­fe­trä­ger setzt neben den vor­ge­nann­ten Leis­tungs­er­brin­gungs­ver­ein­ba­run­gen vor­aus, dass zwi­schen dem Hil­fe­emp­fän­ger und dem Leis­tungs­er­brin­ger ein pri­vat­recht­li­cher Ver­trag – aus­drück­lich oder kon­klu­dent – geschlos­sen wird, auf Grund des­sen ein Anspruch auf Erbrin­gung von Bera­tungs, Unter­stüt­zungs, Betreu­ungs, und Erzie­hungs­leis­tun­gen sowie – bei (teil-)stationärer Unter­brin­gung – auf Unter­kunft und Ver­pfle­gung besteht (pri­vat­recht­li­ches Erfül­lungs­ver­hält­nis; hier: [teil-]stationäre Leis­tun­gen nach § 78a Abs. 1 Nr. 4, 5 und 6 i.V.m. §§ 27, 34, 35, 35a und 41 SGB VIII)). Im Gegen­zug ist der Hil­fe­emp­fän­ger zur Zah­lung des ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ent­gelts ver­pflich­tet. Die gegen­über dem Leis­tungs­er­brin­ger bestehen­de Zah­lungs­ver­pflich­tung des Hil­fe­emp­fän­gers ist der Bedarf, den der Leis­tungs­trä­ger im Grund­ver­hält­nis unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 78b Abs. 1 SGB VIII durch Ver­gü­tungs­über­nah­me decken muss7.

Die Zuord­nung die­ser Betreu­ungs­ver­trä­ge zum Pri­vat­recht ist unab­hän­gig davon, ob die Leis­tung durch einen frei­en oder einen öffent­li­chen Trä­ger erbracht wird. Es han­delt sich regel­mä­ßig um typen­ge­misch­te Ver­trä­ge, deren Schwer­punkt trotz miet­ver­trag­li­cher und ver­ein­zel­ter werk­ver­trag­li­cher Ele­men­te ein­deu­tig im Dienst­ver­trags­recht (§§ 611 ff BGB) liegt8. Auf der Grund­la­ge eines gemäß § 36 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII auf­zu­stel­len­den Hil­fe­plans sind jugend­hil­fe­recht­li­che Leis­tun­gen zu erbrin­gen, ohne dass ein bestimm­ter För­derer­folg geschul­det ist.

Gemäß § 79 Abs. 1 SGB VIII hat der Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe die Gesamt­ver­ant­wor­tung ein­schließ­lich der Pla­nungs­ver­ant­wor­tung für die Erfül­lung der Auf­ga­ben nach dem Ach­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch. Die­ser Ver­ant­wor­tung soll er durch Schaf­fung eines aus­rei­chen­den Ange­bots an Ein­rich­tun­gen, Diens­ten und Ver­an­stal­tun­gen nach­kom­men. Zur Erfül­lung die­ser in § 79 Abs. 2 SGB VIII sta­tu­ier­ten Gewähr­leis­tungs­pflicht schal­tet er als Leis­tungs­er­brin­ger Trä­ger der frei­en Jugend­hil­fe ein9. Bei (teil-) sta­tio­nä­ren Leis­tun­gen nach § 78a SGB VIII sind Grund­la­ge der Rechts­be­zie­hung zwi­schen dem jewei­li­gen Leis­tungs­er­brin­ger und dem Sozi­al­leis­tungs­trä­ger zum einen die öffent­lich-recht­li­chen Leis­tungs­er­brin­gungs­ver­ein­ba­run­gen nach § 78b Abs. 1 Nr. 1 bis 3 SGB VIII, die auf ört­li­cher Ebe­ne zwi­schen dem zustän­di­gen Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe und dem Ein­rich­tungs­trä­ger geschlos­sen wer­den, und zum ande­ren Rah­men­ver­trä­ge gemäß § 78f SGB VIII auf Landesebene.

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Durch die Ver­ein­ba­run­gen mit dem Leis­tungs­er­brin­ger (sog. Sach­leis­tungs­ver­schaf­fungs­ver­hält­nis) stellt der öffent­li­che Jugend­hil­fe­trä­ger als Leis­tungs­trä­ger sicher, dass er den Rechts­an­spruch des Leis­tungs­be­rech­tig­ten unter Ein­be­zie­hung des Leis­tungs­er­brin­gers erfül­len kann. Die Leis­tungs- und Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen nach § 78b Abs. 1 Nr. 1 und 2 SGB VIII allein begrün­den aller­dings kein sozi­al­recht­li­ches Leis­tungs­ver­hält­nis zwi­schen dem öffent­li­chen Jugend­hil­fe­trä­ger als Leis­tungs­trä­ger und dem frei­en Jugend­hil­fe­trä­ger als Leis­tungs­er­brin­ger, ins­be­son­de­re kei­nen Ent­gelt­an­spruch des Letz­te­ren gegen­über dem Leis­tungs­trä­ger. Gegen­stand der Leis­tungs- und Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen ist viel­mehr die Klä­rung der Bedin­gun­gen für die Leis­tungs­ab­wick­lung im jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis im Ein­zel­fall, wodurch die bei Abschluss eines pri­vat­recht­li­chen Ver­trags zwi­schen dem Hil­fe­emp­fän­ger und dem Ein­rich­tungs­trä­ger bestehen­den Pflich­ten modi­fi­ziert wer­den10. Das von der jewei­li­gen Ein­rich­tung vor­zu­hal­ten­de Leis­tungs­an­ge­bot, die Merk­ma­le der Leis­tungs­er­brin­gung sowie die ein­zu­hal­ten­den Qua­li­täts­stan­dards wer­den in der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung (§ 78b Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII) gere­gelt, deren Min­dest­in­halt § 78c Abs. 1 SGB VIII bestimmt.

Sofern Rah­men­ver­trä­ge auf Lan­des­ebe­ne vor­lie­gen (§ 78f SGB VIII), sind die­se anders als im Sozi­al­hil­fe- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­recht (vgl. § 79 SGB XII aF, § 80 SGB XII nF, § 75 Abs. 1 Satz 4 SGB XI) nicht all­ge­mein ver­bind­lich und haben für den öffent­li­chen Jugend­hil­fe­trä­ger und die Ein­rich­tungs­trä­ger bei den Ver­ein­ba­rungs­ver­hand­lun­gen nach §§ 78b, c SGB VIII nur emp­feh­len­den Cha­rak­ter11. Den Lan­des­rah­men­ver­trä­gen kommt dabei zwar eine wich­ti­ge Steue­rungs­funk­ti­on für die ein­rich­tungs­in­di­vi­du­ell abzu­schlie­ßen­den Leis­tungs­er­brin­gungs­ver­ein­ba­run­gen zu, indem sie lan­des­wei­te Fest­le­gun­gen zu Leis­tungs­um­fang und fach­li­chen Stan­dards, zur Ent­gelt­ge­stal­tung sowie zur Qua­li­täts­si­che­rung und Qua­li­täts­ent­wick­lung tref­fen12. Sie wer­den jedoch nur dann Inhalt der Ein­zel­ver­ein­ba­run­gen, wenn die Par­tei­en die Rege­lun­gen des Rah­men­ver­trags ihrer Rechts­be­zie­hung zugrun­de legen, indem sie auf die Bestim­mun­gen des Rah­men­ver­trags Bezug neh­men, ihm bei­tre­ten oder sei­ne Ver­bind­lich­keit auf sons­ti­ge Wei­se aner­ken­nen13.

In der Pra­xis wird der Anspruch des Leis­tungs­be­rech­tig­ten auf Ent­gel­t­über­nah­me (§ 78b Abs. 1 SGB VIII) dadurch erfüllt, dass der öffent­li­che Jugend­hil­fe­trä­ger Zah­lun­gen unmit­tel­bar an den Ein­rich­tungs­trä­ger leis­tet, um sei­ne Sach­leis­tungs­ver­schaf­fungs­pflicht zu erfül­len, deren untrenn­ba­rer Bestand­teil die „Über­nah­me“ der dem Leis­tungs­er­brin­ger pri­vat­recht­lich zuste­hen­den Ver­gü­tung ist. Recht­lich geschieht dies – bei fort­be­stehen­der Ver­pflich­tung des Hil­fe­emp­fän­gers aus dem im Erfül­lungs­ver­hält­nis mit dem Leis­tungs­er­brin­ger geschlos­se­nen pri­vat­recht­li­chen Ver­trag – in Form eines Schuld­bei­tritts des öffent­li­chen Jugend­hil­fe­trä­gers durch pri­vat­rechts­ge­stal­ten­den Ver­wal­tungs­akt mit Dritt­wir­kung (kumu­la­ti­ve Schuld­über­nah­me). Der Schuld­bei­tritt wird regel­mä­ßig in dem gegen­über dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten ergan­ge­nen und dem Leis­tungs­er­brin­ger mit­ge­teil­ten Bewil­li­gungs- und Kos­ten­über­nah­me­be­scheid erklärt und hat sowohl einen unmit­tel­ba­ren Zah­lungs­an­spruch des Leis­tungs­er­brin­gers gegen den Jugend­hil­fe­trä­ger als auch einen Anspruch des Hil­fe­emp­fän­gers gegen den Jugend­hil­fe­trä­ger auf Zah­lung an den Leis­tungs­er­brin­ger zur Fol­ge. Der öffent­li­che Jugend­hil­fe­trä­ger tritt auf die­se Wei­se als Gesamt­schuld­ner im Sin­ne der §§ 421 ff BGB in Höhe der bewil­lig­ten Leis­tung, wie sie in dem Kos­ten­über­nah­me­be­scheid aus­ge­wie­sen ist, an die Sei­te des Hil­fe­emp­fän­gers. Zahlt der Jugend­hil­fe­trä­ger an den Leis­tungs­er­brin­ger, leis­tet er auf sei­ne Ver­pflich­tung aus dem Schuld­bei­tritt. Wenn der pri­vat­recht­li­che Ent­gelt­an­spruch des Leis­tungs­er­brin­gers nicht besteht oder rück­wir­kend weg­fällt, geht der Schuld­bei­tritt ins Lee­re und es kommt ein Berei­che­rungs­an­spruch des Jugend­hil­fe­trä­gers aus Leis­tungs­kon­dik­ti­on (§ 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 bzw. § 812 Abs. 1 Satz 2 Alt. 1 BGB) in Betracht14.

Im vor­lie­gen­den Fall erfolg­ten die Leis­tungs­er­brin­gung und Zah­lungs­ab­wick­lung bei den sechs im Streit befind­li­chen (teil-)stationären Ein­rich­tun­gen auf der Grund­la­ge eines sol­chen jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis­ses. Die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe hat durch ent­spre­chen­de Bewil­li­gungs­be­schei­de Leis­tun­gen der Jugend­hil­fe gewährt und zugleich erklärt, die anfal­len­den Kos­ten in bestimm­ter Höhe zu über­neh­men (öffent­lich-recht­li­ches Grund­ver­hält­nis). Zwi­schen den Hil­fe­emp­fän­gern und den Leis­tungs­trä­ge­rin als Ein­rich­tungs­trä­gern kamen – zumin­dest kon­klu­dent durch Inan­spruch­nah­me der ange­bo­te­nen Jugend­hil­fe­leis­tun­gen – Betreu­ungs­ver­trä­ge zustan­de, die ihrem Schwer­punkt nach gemäß Dienst­ver­trags­recht (§§ 611 ff BGB) zu beur­tei­len sind (pri­vat­recht­li­ches Erfül­lungs­ver­hält­nis). Die sich dar­aus erge­ben­de Zah­lungs­ver­pflich­tung des Hil­fe­emp­fän­gers stell­te den Bedarf dar, den die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe durch Ver­gü­tungs­über­nah­me gemäß § 78b Abs. 1 SGB VIII decken muss­te. Zwi­schen der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe als Leis­tungs­trä­ge­rin und den Leis­tungs­trä­ge­rin als Leis­tungs­er­brin­gern bestan­den Leis­tungs- und Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen nach § 78b Abs. 1 Nr. 1 und 2 SGB VIII.

Dar­über hin­aus haben die Par­tei­en die Bestim­mun­gen des Rah­men­ver­trags nach § 78f SGB VIII (zuletzt in der Fas­sung vom 01.09.2013), den die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de in Bay­ern mit den Ver­bän­den der Trä­ger der frei­en Jugend­hil­fe in Bay­ern und mit den Ver­ei­ni­gun­gen sons­ti­ger Leis­tungs­er­brin­ger in Bay­ern geschlos­sen hat­ten, ihren Rechts­be­zie­hun­gen als ver­bind­lich zugrun­de gelegt. Sie haben des­sen Gel­tung in den Leis­tungs- und Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen zwar nicht aus­drück­lich fest­ge­legt. Die­se ver­wei­sen jedoch auf Bestim­mun­gen und Anla­gen des Rah­men­ver­trags. Dar­über hin­aus hat die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe auf der Grund­la­ge des Rah­men­ver­trags förm­li­che Prü­fungs­ver­fah­ren in den Ein­rich­tun­gen der Leis­tungs­trä­ge­rin unter deren Mit­wir­kung durch­ge­führt und umfang­rei­che Prüf­be­rich­te erstellt, die als Grund­la­ge für die zukünf­ti­ge Zusam­men­ar­beit die­nen soll­ten. Die Par­tei­en gehen fer­ner über­ein­stim­mend davon aus, dass die in dem Rah­men­ver­trag ent­hal­te­nen Anzei­ge- und Mel­de­pflich­ten unmit­tel­bar gel­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund bestehen kei­ne Zwei­fel an der Ver­bind­lich­keit des Rah­men­ver­trags für die Parteien.

Die Ein­wän­de der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe gegen die Rechts­fi­gur des jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis­ses teilt der Bun­des­ge­richts­hof nicht. Ins­be­son­de­re bestehen kei­ne Beden­ken, die zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze (§§ 75 ff SGB XII in der bis zum 31.12.2019 gül­ti­gen Fas­sung) auf die Leis­tungs­er­brin­gung und Zah­lungs­ab­wick­lung bei Ein­schal­tung von Ein­rich­tun­gen der frei­en Jugend­hil­fe zu über­tra­gen (§§ 78a ff SGB VIII).

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Die §§ 78a bis 78g SGB VIII wur­den im Zuge der Neu­ord­nung der Ent­gelt­fi­nan­zie­rung im Kin­der- und Jugend­hil­fe­recht ein­ge­führt. Dabei knüpf­te der Gesetz­ge­ber bewusst an die Rege­lun­gen zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Leis­tungs­er­brin­gungs­recht an (§§ 93 ff BSHG bis zum 31.12.2004 und ab 1.01.2005 die §§ 75 ff SGB XII in der bis zum 31.12.2019 gül­ti­gen Fas­sung). Nach dem Vor­bild des Sozi­al­hil­fe­rechts soll­ten bun­des­recht­li­che Rah­men­re­ge­lun­gen über Leis­tungs, Ent­gelt- und Qua­li­täts­ent­wick­lungs­ver­ein­ba­run­gen ein­ge­führt und die Vor­aus­set­zun­gen für die Über­nah­me von Leis­tungs­ent­gel­ten im Ein­zel­fall gere­gelt wer­den15.

Nach § 93 Abs. 2 BSHG bezie­hungs­wei­se § 75 Abs. 3 SGB XII aF ist der Trä­ger der Sozi­al­hil­fe unter den dort genann­ten Vor­aus­set­zun­gen zur „Über­nah­me der Ver­gü­tung für die Leis­tung“ ver­pflich­tet. Die­ser Kos­ten­über­nah­me­an­spruch steht dem Leis­tungs­be­rech­ti­gen (Hil­fe­emp­fän­ger), nicht der Ein­rich­tung zu. Vor der Kos­ten­über­nah­me durch einen Bewil­li­gungs­be­scheid (Schuld­bei­tritt) besitzt die Ein­rich­tung kei­nen Ver­gü­tungs­an­spruch gegen den Sozi­al­hil­fe­trä­ger16. § 78b Abs. 1 SGB VIII besagt nichts ande­res, wenn er den Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe „zur Über­nah­me des Ent­gelts gegen­über dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten“ ver­pflich­tet. Damit wird zum Aus­druck gebracht, dass der gesetz­li­che Kos­ten­über­nah­me­an­spruch nur dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten zusteht und der Ein­rich­tungs­trä­ger kei­nen Zah­lungs­an­spruch aus eige­nem Recht hat. Ein unmit­tel­ba­rer Ent­gelt­an­spruch des Leis­tungs­er­brin­gers gegen­über dem Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe setzt – wie im Sozi­al­hil­fe­recht vor­aus, dass der Jugend­hil­fe­trä­ger durch Bewil­li­gung der Kos­ten­über­nah­me als wei­te­rer Schuld­ner der Zah­lungs­ver­pflich­tung des Hil­fe­emp­fän­gers aus dem Betreu­ungs­ver­trag bei­tritt17. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Revi­si­on bestehen kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass der Gesetz­ge­ber durch die For­mu­lie­rung in § 78b Abs. 1 SGB VIII „gegen­über dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten“ Ver­gü­tungs­an­sprü­che des frei­en Jugend­hil­fe­trä­gers gene­rell aus­schlie­ßen wollte.

Soweit die Revi­si­on unter Bezug­nah­me auf zum Bun­des­so­zi­al­hil­fe­ge­setz ergan­ge­ne (älte­re) ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Recht­spre­chung gel­tend macht, ein eige­ner Ver­gü­tungs­an­spruch des pri­va­ten Leis­tungs­er­brin­gers kom­me nur aus­nahms­wei­se in Betracht und set­ze einen geson­der­ten, gegen­über dem Leis­tungs­er­brin­ger ein­deu­tig zum Aus­druck gebrach­ten Ver­pflich­tungs­wil­len des Sozi­al­hil­fe­trä­gers vor­aus, ist die­se Auf­fas­sung durch die spä­te­re Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts zum Schuld­bei­tritt des Sozi­al­hil­fe­trä­gers mit­tels pri­vat­rechts­ge­stal­ten­den Ver­wal­tungs­akts18, der sich der Bun­des­ge­richts­hof – wie aus­ge­führt – in meh­re­ren Ent­schei­dun­gen aus­drück­lich ange­schlos­sen hat, über­holt. Das in die Zustän­dig­keit der Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit fal­len­de Bun­des­so­zi­al­hil­fe­ge­setz ist zum 31.12.2004 außer Kraft getre­ten. Gemäß § 51 Abs. 1 Nr. 6a SGG sind seit dem 1.01.2005 aus­schließ­lich die Sozi­al­ge­rich­te für öffent­lich-recht­li­che Strei­tig­kei­ten in Ange­le­gen­hei­ten der Sozi­al­hil­fe zustän­dig19.

Auch wenn die Revi­si­on meint, die Erwä­gun­gen, die der Annah­me eines kumu­la­ti­ven Schuld­bei­tritts des Sozi­al­leis­tungs­trä­gers zugrun­de lägen, sei­en wenig über­zeu­gend, sieht der Bun­des­ge­richts­hof kei­ne Ver­an­las­sung, sei­ne inzwi­schen gefes­tig­te Recht­spre­chung zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis für die Rechts­la­ge bis zum 31.12.2019 (= § 75 Abs. 3 SGB XII aF) in Zwei­fel zu zie­hen. Dar­an ver­mag ins­be­son­de­re der Umstand nichts zu ändern, dass § 75 Abs. 6 SGB XII in der Fas­sung des Bun­des­teil­ha­be­ge­set­zes vom 23.12.201620, der am 1.01.2020 in Kraft getre­ten ist, nun­mehr dem Leis­tungs­er­brin­ger im Ver­trags­recht einen unmit­tel­ba­ren Zah­lungs­an­spruch gegen den Trä­ger der Sozi­al­hil­fe ein­räumt. Der Gesetz­ge­ber woll­te damit dem Umstand Rech­nung tra­gen, dass der Leis­tungs­er­brin­ger nach der bis­lang gel­ten­den Rechts­la­ge im sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis ori­gi­när kei­nen unmit­tel­ba­ren Zah­lungs­an­spruch gegen den Leis­tungs­trä­ger hat­te, den Anspruch des Leis­tungs­be­rech­tig­ten gegen den Sozi­al­hil­fe­trä­ger auf Kos­ten­über­nah­me nicht ein­kla­gen konn­te und erst durch den in der Kos­ten­be­wil­li­gung lie­gen­den Schuld­bei­tritt des Sozi­al­hil­fe­trä­gers einen unmit­tel­ba­ren Zah­lungs­an­spruch gegen die­sen erhielt. Es erschien ihm sach­ge­recht, für den Bereich der Sozi­al­hil­fe nun­mehr einen unmit­tel­ba­ren ver­trags­recht­li­chen Zah­lungs­an­spruch gegen den Trä­ger der Sozi­al­hil­fe zu nor­mie­ren, ohne jedoch die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung zur Leis­tungs­ab­wick­lung und Zah­lung im Leis­tungs­drei­eck nach bis­her gel­ten­der Rechts­la­ge in Fra­ge zu stel­len. Viel­mehr wird in der Geset­zes­be­grün­dung aus­drück­lich auf das Grund­satz­ur­teil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 28.10.200818 Bezug genom­men21. Es ist nichts dafür ersicht­lich, dass der Gesetz­ge­ber mit der Ein­füh­rung des § 75 Abs. 6 SGB XII die Über­tra­gung der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung zum Schuld­bei­tritt des Leis­tungs­trä­gers auf das jugend­hil­fe­recht­li­che Drei­ecks­ver­hält­nis aus­schlie­ßen woll­te. Denn im Jugend­hil­fe­recht hat der Leis­tungs­er­brin­ger, solan­ge kei­ne § 75 Abs. 6 SGB XII ent­spre­chen­de Rege­lung exis­tiert, nur dann einen als pra­xis­ge­recht anzu­se­hen­den Zah­lungs­an­spruch gegen den Leis­tungs­trä­ger, wenn die­ser der Zah­lungs­ver­pflich­tung des Leis­tungs­be­rech­tig­ten aus dem pri­vat­recht­li­chen Betreu­ungs­ver­trag als wei­te­rer Schuld­ner beitritt.

Zutref­fend hat das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen in der Vor­in­stanz3 ange­nom­men, dass weder die Bestim­mun­gen des Ach­ten und Zehn­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch (§§ 78b ff SGB VIII i.V.m. §§ 53 ff SGB X) noch die getrof­fe­nen Leis­tungs- und Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen eigen­stän­di­ge Aus­kunfts­an­sprü­che zuguns­ten der Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe vor­se­hen. Dies erklärt sich dar­aus, dass im Recht der Kin­der- und Jugend­hil­fe dem Infor­ma­ti­ons- und Kon­troll­in­ter­es­se des öffent­li­chen Leis­tungs­trä­gers hin­sicht­lich Umfang und Qua­li­tät der Leis­tungs­er­brin­gung durch die Ein­rich­tungs­trä­ger auf ande­re Wei­se hin­rei­chend Rech­nung getra­gen wird.

Zum einen bestehen gesetz­li­che und – wie auch im vor­lie­gen­den Fall auf Lan­des­ebe­ne rah­men­ver­trag­lich ver­ein­bar­te Mel­de- und Anzei­ge­pflich­ten der Leis­tungs­er­brin­ger. Gemäß § 47 Satz 1 Nr. 2 SGB VIII sind der zustän­di­gen Behör­de Ent­wick­lun­gen, die geeig­net sind, das Wohl der Kin­der und Jugend­li­chen zu beein­träch­ti­gen, unver­züg­lich anzu­zei­gen. Dar­un­ter fal­len zum Bei­spiel beson­de­re Schwie­rig­kei­ten in der Per­so­nal­aus­stat­tung22. Nach § 47 Satz 2 Halb­satz 1 SGB VIII besteht eine Pflicht zur unver­züg­li­chen Mel­dung bei kon­zep­tio­nel­len und per­so­nel­len Ände­run­gen. Die­se gesetz­li­chen Mel­de- und Anzei­ge­pflich­ten wer­den vor­lie­gend durch § 4 Abs. 8 und § 10 Abs. 4 des Rah­men­ver­trags ergänzt. Danach bedür­fen wesent­li­che Ände­run­gen der Leis­tungs­an­ge­bo­te der vor­he­ri­gen Anzei­ge gegen­über dem für die Ein­rich­tung zustän­di­gen ört­li­chen Trä­ger der Jugend­hil­fe und dem soge­nann­ten Haupt­be­le­ger. Vor­ge­se­he­ne oder vor­han­de­ne Plan­stel­len, die län­ger als acht Wochen unbe­setzt sind, sind der Geschäfts­stel­le der Regio­na­len Kom­mis­si­on, die für den Abschluss von Ver­ein­ba­run­gen nach § 78b SGB VIII zustän­dig ist, unver­züg­lich zu melden.

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Zum ande­ren ermög­licht das Hil­fe­plan­ver­fah­ren (§ 36 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII) eine fort­lau­fen­de Prü­fung der Qua­li­tät der Leis­tungs­er­brin­gung durch die Ein­rich­tungs­trä­ger. Der in regel­mä­ßi­gen Abstän­den zu über­prü­fen­de und anzu­pas­sen­de Hil­fe­plan, der Grund­la­ge für die Aus­ge­stal­tung der im Ein­zel­fall ange­zeig­ten Hil­fe ist, sichert die Zusam­men­ar­beit des öffent­li­chen Jugend­hil­fe­trä­gers mit den Fach­kräf­ten der Ein­rich­tun­gen und mit den betrof­fe­nen jun­gen Men­schen und ihren Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten. Aus die­ser Zusam­men­ar­beit gewinnt der öffent­li­che Jugend­hil­fe­trä­ger eine gute Kennt­nis über die Arbeits­wei­se der ein­zel­nen Ein­rich­tun­gen23. Ins­be­son­de­re kann er auf der Grund­la­ge des Unter­su­chungs­grund­sat­zes (§ 20 Abs. 1 Satz 1 SGB X) fort­lau­fend über­prü­fen, ob der Ein­rich­tungs­trä­ger bei der kon­kre­ten Hil­fe­leis­tung sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus den Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ein­hält24. Zugleich ver­schafft sich der öffent­li­che Jugend­hil­fe­trä­ger dadurch wich­ti­ge Grund­la­gen für die Beur­tei­lung der Eig­nung der jewei­li­gen Ein­rich­tung in künf­ti­gen Fäl­len. Damit stellt die indi­vi­du­el­le Hil­fe­pla­nung das zen­tra­le Instru­ment für die Ange­bots­steue­rung in der Jugend­hil­fe dar25.

Erge­ben sich zum Bei­spiel im Rah­men des Hil­fe­plan­ver­fah­rens oder auf Grund sons­ti­ger Erkennt­nis­se Anhalts­punk­te dafür, dass in Ein­rich­tun­gen ein von der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung nicht uner­heb­lich abwei­chen­der Per­so­nal­ein­satz erfolgt oder die Leis­tungs­er­brin­gung erheb­lich von den Ver­ein­ba­run­gen nach § 78b SGB VIII abweicht, kann der ört­li­che Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe ein förm­li­ches Prü­fungs­ver­fah­ren nach den Bestim­mun­gen des Rah­men­ver­trags ein­lei­ten, das ihm weit­rei­chen­de, über einen nor­ma­len Aus­kunfts­an­spruch deut­lich hin­aus­ge­hen­de Kon­troll- und Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung stellt. Der öffent­li­che Jugend­hil­fe­trä­ger kann die Prü­fung selbst vor Ort durch­füh­ren. Der Ein­rich­tungs­trä­ger muss sie nicht nur dul­den; viel­mehr muss er sie ermög­li­chen und dar­an aktiv mit­wir­ken, wobei auch die Ein­schal­tung Drit­ter (z.B. geeig­ne­ter Sach­ver­stän­di­ger) in Betracht kommt.

Der gel­tend gemach­te Aus­kunfts­an­spruch ergibt sich auch nicht aus § 19 Abs. 3 Satz 2 des Rah­men­ver­trags. Danach muss der Ein­rich­tungs­trä­ger gegen­über dem bestell­ten Prü­fer aus­kunfts­be­rech­tig­te Per­so­nen benen­nen, die auf Ver­lan­gen die für die Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben erfor­der­li­chen Unter­la­gen vor­le­gen und Aus­künf­te erteilen.

Die­se Aus­kunfts­pflicht setzt die Ein­lei­tung eines förm­li­chen Prü­fungs­ver­fah­rens vor­aus und besteht wäh­rend des Ver­fah­rens nur in Bezug auf den kon­kre­ten Prü­fungs­ge­gen­stand. Die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe führt jedoch Prü­fungs­ver­fah­ren hin­sicht­lich der Ein­rich­tun­gen der Leis­tungs­trä­ge­rin nicht bezie­hungs­wei­se nicht mehr durch. Die Ein­rich­tun­gen „HPT“ und „Neue WG“ wur­den über­haupt nicht über­prüft. Hin­sicht­lich der Ein­rich­tun­gen „ISE 24“ und „SBW“ hat sie ledig­lich den Zeit­raum vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2015 ein­be­zo­gen. Den Prü­fungs­be­rich­ten vom 21.06.2017 lässt sich ent­neh­men, dass der Per­so­nal­ein­satz für das Jahr 2015 anhand der vom Ein­rich­tungs­trä­ger vor­ge­leg­ten Über­sichts­lis­ten geprüft wur­de und die erfor­der­li­chen Aus­künf­te erteilt wur­den. Soweit für den Zeit­raum von 2012 bis 2014 bemän­gelt wird, dass der Ein­rich­tungs­trä­ger eine voll­stän­di­ge Auf­schlüs­se­lung der geleis­te­ten Stun­den nicht habe erbrin­gen kön­nen, ist unklar, ob die Leis­tungs­trä­ge­rin inso­weit über­haupt aus­kunfts­fä­hig waren. Jeden­falls hat die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe das Ver­fah­ren „ange­sichts des damit ver­bun­de­nen beträcht­li­chen Prü­fungs­auf­wan­des“ nicht wei­ter­be­trie­ben und durch die Prü­fungs­be­rich­te vom 21.06.2017 abge­schlos­sen. Auf die Aus­kunfts­pflicht des Ein­rich­tungs­trä­gers nach § 19 Abs. 3 Satz 2 des Rah­men­ver­trags kann sie sich daher nicht mehr berufen.

Ein Aus­kunfts­an­spruch der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe besteht fer­ner nicht in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 666 BGB in Ver­bin­dung mit den öffent­lich-recht­li­chen Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen (§ 61 Satz 2 SGB X).

Die in § 666 BGB gere­gel­ten Infor­ma­ti­ons­pflich­ten bezwe­cken, dem Auf­trag­ge­ber die ihm regel­mä­ßig feh­len­den Infor­ma­tio­nen zu ver­schaf­fen, die er braucht, um sei­ne im Zuge der Auf­trags­er­le­di­gung sich ändern­de Rechts­stel­lung beur­tei­len und Fol­ge­run­gen (z.B. Steue­rungs­maß­nah­men, Rechts­wah­rung) dar­aus zie­hen zu kön­nen. Der Auf­trag­ge­ber soll sich umfas­send Klar­heit über sei­ne Rechts­stel­lung ver­schaf­fen kön­nen26.

Die Anwend­bar­keit der Vor­schrift auf öffent­lich-recht­li­che Ver­trä­ge, die eine Geschäfts­be­sor­gung zum Gegen­stand haben oder zumin­dest Züge einer sol­chen auf­wei­sen, ist zwar nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen. Denn nach § 61 Satz 2 SGB X sind die Vor­schrif­ten des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches ent­spre­chend und ergän­zend zu den §§ 53 bis 60 SGB X anzu­wen­den. Dabei ist jedoch das § 61 SGB X zugrun­de lie­gen­de Stu­fen­ver­hält­nis zu beach­ten. Bestehen spe­zi­fi­sche sozi­al­recht­li­che Rege­lun­gen in Bezug auf den Ver­trags­ge­gen­stand, sind die­se maß­ge­bend. Außer­dem ist stets zu prü­fen, ob der den jewei­li­gen Vor­schrif­ten des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches zugrun­de lie­gen­de Rechts­ge­dan­ke auch unter Berück­sich­ti­gung der grund­sätz­li­chen Unter­schie­de zwi­schen einem Pri­vat­rechts­ver­hält­nis und einem öffent­lich-recht­li­chen Rechts­ver­hält­nis Anwen­dung fin­den kann. Es muss eine ver­gleich­ba­re Inter­es­sen­la­ge bestehen, die eine Her­an­zie­hung recht­fer­tigt27.

Danach schei­det die ent­spre­chen­de Anwen­dung von § 666 BGB im vor­lie­gen­den Fall aus. Wie bereits aus­ge­führt, wird dem Infor­ma­ti­ons- und Kon­troll­in­ter­es­se des öffent­li­chen Jugend­hil­fe­trä­gers durch spe­zi­fi­sche sozi­al­recht­li­che Rege­lun­gen (gesetz­li­che und ver­trag­li­che Anzei­ge- und Mel­de­pflich­ten, das Hil­fe­plan­ver­fah­ren und das rah­men­ver­trag­li­che Prü­fungs­ver­fah­ren) umfas­send Rech­nung getra­gen, so dass für eine ent­spre­chen­de (lücken­aus­fül­len­de) Anwen­dung von § 666 BGB kein Raum mehr ist. Es kann daher dahin­ste­hen, ob die Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen im Hin­blick auf die Rege­lung in § 78c Abs. 1 Satz 2 SGB VIII und die Gewähr­leis­tungs­pflicht des Trä­gers der öffent­li­chen Jugend­hil­fe aus § 78c Abs. 1 Satz 3 und § 79 Abs. 1 und 2 SGB VIII zumin­dest Züge einer Geschäfts­be­sor­gung aufweisen.

Soweit die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe gel­tend macht, ihr stün­den umfas­sen­de Aus­kunfts­an­sprü­che nach Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) zur Vor­be­rei­tung und Bezif­fe­rung von Scha­dens­er­satz- und Berei­che­rungs­an­sprü­chen zu, kann sie damit eben­falls nicht durchdringen.

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Zur Vor­be­rei­tung der Durch­set­zung eines Leis­tungs­an­spruchs, nament­lich eines Scha­dens­er­satz­an­spruchs, kann unter dem Gesichts­punkt von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) ein Aus­kunfts­an­spruch als Neben­ver­pflich­tung begrün­det sein28. Ein sol­cher setzt neben dem Bestehen einer Son­der­ver­bin­dung vor­aus, dass die kon­kre­ten Rechts­be­zie­hun­gen es mit sich brin­gen, dass der Anspruchs­be­rech­tig­te in ent­schuld­ba­rer Wei­se über das Bestehen oder den Umfang sei­nes Rechts im Unge­wis­sen ist, wäh­rend der Ver­pflich­te­te die zur Besei­ti­gung der Unge­wiss­heit erfor­der­li­chen Aus­künf­te unschwer geben kann29. Bestehen zwi­schen den Par­tei­en ver­trag­li­che Bezie­hun­gen, reicht es aus, dass für den Leis­tungs­an­spruch, des­sen Durch­set­zung die begehr­te Aus­kunft vor­be­rei­ten soll, eine über­wie­gen­de Wahr­schein­lich­keit besteht30. Dies bedeu­tet, dass ein ver­trag­li­cher Scha­dens­er­satz­an­spruch nicht bereits dem Grun­de nach fest­ste­hen muss. Aus­rei­chend, aber auch erfor­der­lich sind der begrün­de­te Ver­dacht einer Ver­trags­pflicht­ver­let­zung und die Wahr­schein­lich­keit eines dar­aus resul­tie­ren­den Scha­dens des Anspruch­stel­lers31. Dage­gen muss bei gesetz­li­chen Ansprü­chen dar­ge­tan wer­den, dass der Leis­tungs­an­spruch dem Grun­de nach besteht. Es genügt nicht, dass das Vor­lie­gen der Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen wahr­schein­lich ist. Nur für die Scha­dens­ent­ste­hung reicht die blo­ße Wahr­schein­lich­keit32.

Nach die­sen Maß­stä­ben hat die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe auf der Grund­la­ge von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) kei­nen Anspruch gegen die Leis­tungs­trä­ge­rin auf Ertei­lung der begehr­ten Aus­künf­te, da mit dem Prü­fungs­ver­fah­ren nach §§ 18 ff des Rah­men­ver­trags eine vor­ran­gig zu nut­zen­de Infor­ma­ti­ons­mög­lich­keit zur Ver­fü­gung steht, die gera­de zur Klä­rung der hier strei­ti­gen Fra­gen zu Umfang und Qua­li­tät des in den Ein­rich­tun­gen ein­ge­setz­ten Per­so­nals in den Rah­men­ver­trag nach § 78f SGB VIII auf­ge­nom­men wur­de. Die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe durf­te sich nicht dar­auf beschrän­ken, ledig­lich hin­sicht­lich der Ein­rich­tun­gen „ISE 24“ und „SBW“ Prü­fungs­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren, die letzt­lich auch nur das Jahr 2015 einer umfas­sen­den Über­prü­fung unterzogen.

Bei einem auf Treu und Glau­ben gestütz­ten Aus­kunfts­be­geh­ren muss der Anspruchs­be­rech­tig­te – wie aus­ge­führt – in ent­schuld­ba­rer Wei­se über das Bestehen oder den Umfang sei­nes Rechts im Unge­wis­sen sein. Er darf sich die not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen nicht selbst auf zumut­ba­re Wei­se beschaf­fen kön­nen. Die­se den Aus­kunfts­an­spruch ein­schrän­ken­de Vor­aus­set­zung folgt eben­falls aus Treu und Glau­ben. Nur wenn kei­ne eige­ne Infor­ma­ti­ons­mög­lich­keit besteht, ist es gerecht­fer­tigt, einen ande­ren zur Aus­kunft zu ver­pflich­ten. Das bedeu­tet, dass der Berech­tig­te zunächst alle ihm zumut­ba­ren Anstren­gun­gen unter­neh­men muss, die Aus­kunft auf ande­re Wei­se zu erlan­gen. Eine vor­ran­gig zu nut­zen­de Infor­ma­ti­ons­mög­lich­keit ist regel­mä­ßig dann gege­ben, wenn der Berech­tig­te sich aus ihm zugäng­li­chen Unter­la­gen infor­mie­ren kann oder wenn ein unmit­tel­ba­rer, nicht auf § 242 BGB gestütz­ter gesetz­li­cher oder ver­trag­li­cher Aus­kunfts­an­spruch gegen eine ande­re Per­son oder Stel­le besteht33. Das­sel­be muss gel­ten, wenn der Berech­tig­te es selbst in der Hand hat, sich die erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen nach Ein­lei­tung eines förm­li­chen Prü­fungs­ver­fah­rens zu beschaf­fen, das vom Ver­pflich­te­ten akti­ve Mit­wir­kung ver­langt und dem Berech­tig­ten das Recht ein­räumt, alle den Prü­fungs­ge­gen­stand betref­fen­den Aus­künf­te zu erhal­ten und sich die erfor­der­li­chen Unter­la­gen vor­le­gen zu las­sen. Sieht der Berech­tig­te davon ab, von die­sen Erkennt­nis­mög­lich­kei­ten Gebrauch zu machen, kann er einen Aus­kunfts­an­spruch nicht mehr auf § 242 BGB stüt­zen. So liegt der Fall hier.

Aus den vor­lie­gen­den Prüf­be­rich­ten ergibt sich, dass auf Grund von Hin­wei­sen aus dem Kreis der (ehe­ma­li­gen) Mit­ar­bei­ter der Leis­tungs­trä­ge­rin im Febru­ar 2014 Anhalts­punk­te dafür bestan­den, dass in den Ein­rich­tun­gen „SBW“, „ISE 24“, „Neue WG“ und „HPT“ ein von der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung abwei­chen­der Per­so­nal­ein­satz (Anzahl und Qua­li­fi­ka­ti­on der ein­ge­setz­ten Mit­ar­bei­ter, Umfang der erbrach­ten Leis­tun­gen) erfol­ge und die Anzei­ge­pflicht gemäß § 10 Abs. 4 des Rah­men­ver­trags nicht beach­tet wer­de. Die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe hat dar­auf­hin ledig­lich hin­sicht­lich der Ein­rich­tun­gen „ISE 24“ und „SBW“ ein auf den Zeit­raum vom 01.12.2012 bis zum 31.12.2015 beschränk­tes Prü­fungs­ver­fah­ren nach §§ 18 ff des Rah­men­ver­trags ein­ge­lei­tet. Dabei hat sie – wie unter 5. dar­ge­legt – vor allem den Per­so­nal­ein­satz für das Jahr 2015 anhand der vom Ein­rich­tungs­trä­ger vor­ge­leg­ten Über­sichts­lis­ten geprüft und dabei die erfor­der­li­chen Aus­künf­te erhal­ten, so dass inso­weit ein etwai­ger Aus­kunfts­an­spruch ohne­hin erfüllt wäre. Hin­sicht­lich des Zeit­raums von 2012 bis 2014 hat sie ledig­lich fest­ge­stellt, dass der Ein­rich­tungs­trä­ger eine voll­stän­di­ge Auf­schlüs­se­lung der geleis­te­ten Stun­den nicht erbrin­gen kön­ne und aus den „grund­le­gen­den Dif­fe­ren­zen“ zwi­schen Trä­ger und Stadt­ju­gend­amt zu schlie­ßen sei, dass in die­sem Zeit­raum „aller Vor­aus­sicht nach“ eben­falls eine Unter­be­set­zung bestan­den habe. Den die Ein­rich­tun­gen „ISE 24“ und „SBW“ betref­fen­den Prüf­be­rich­ten kann aller­dings nicht ent­nom­men wer­den, dass die Leis­tungs­trä­ge­rin inso­weit über­haupt aus­kunfts­fä­hig waren. Soll­te dies zu ver­nei­nen sein, wür­de ein Aus­kunfts­an­spruch bereits dar­an schei­tern34. Andern­falls hät­te die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe das Prü­fungs­ver­fah­ren fort­set­zen und die Vor­la­ge der aus ihrer Sicht erfor­der­li­chen Unter­la­gen gemäß § 19 Abs. 3 Satz 2 des Rah­men­ver­trags durch­set­zen müs­sen. Statt­des­sen hat sie „ange­sichts des damit ver­bun­den beträcht­li­chen Prü­fungs­auf­wan­des“ die Ver­fah­ren nicht wei­ter­be­trie­ben und es letzt­lich bei einer blo­ßen Mut­ma­ßung belassen .

Es ent­las­tet die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe auch nicht, dass die von ihr beleg­te Ein­rich­tung „HPT U.“ (mög­li­cher­wei­se) nicht mehr in ihrem ört­li­chen Zustän­dig­keits­be­reich liegt. In die­sem Fall war es ihr zuzu­mu­ten, den zustän­di­gen ört­li­chen Trä­ger der Jugend­hil­fe auf das Vor­lie­gen von Anhalts­punk­ten im Sin­ne des Rah­men­ver­trags hin­zu­wei­sen und – gege­be­nen­falls im Wege der Amts­hil­fe (vgl. § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 Nr. 1, 3 SGB X) und unter Ein­schal­tung der Regie­rung von O. als Geneh­mi­gungs- und Auf­sichts­be­hör­de – um die Ein­lei­tung eines Prü­fungs­ver­fah­rens zur Klä­rung der Per­so­nal­aus­stat­tung zu ersu­chen oder ihn zu ver­an­las­sen, der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe eige­ne Erhe­bun­gen zu gestat­ten. Inso­weit hat die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe jedoch nichts unter­nom­men, so dass ihr ein Aus­kunfts­an­spruch aus § 242 BGB auch hin­sicht­lich der Ein­rich­tung „HPT U.“ zu ver­sa­gen ist35.

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Auskunftsklage und Berufung

Unge­ach­tet des­sen, dass auf Treu und Glau­ben gestütz­te Aus­kunfts­an­sprü­che bereits dar­an schei­tern, dass die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe eine vor­ran­gi­ge Infor­ma­ti­ons­mög­lich­keit vor­werf­bar nicht genutzt hat, hat sie, soweit sie ver­trag­li­che oder delik­ti­sche Scha­dens­er­satz­an­sprü­che behaup­tet (§ 280 Abs. 1, § 283 bzw. § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB), die Wahr­schein­lich­keit eines Scha­dens nicht schlüs­sig dargetan.

Allein aus einem von der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung abwei­chen­den Per­so­nal­ein­satz folgt nicht bereits ein der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe zu erset­zen­der Scha­den in dem Sin­ne, dass der in der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­setz­te und dem Schuld­bei­tritt zugrun­de lie­gen­de Tages­satz (= gemäß § 611 Abs. 1 BGB ver­ein­bar­te Ver­gü­tung) nicht geschul­det ist. Die ver­ein­bar­te Per­so­nal­aus­stat­tung ist kein Selbst­zweck, son­dern soll gewähr­leis­ten, dass die Leis­tungs­er­brin­ger in der Lage sind, den Betreu­ungs­be­darf der Hil­fe­emp­fän­ger zu erfül­len. Das ist aber auch bei einer Per­so­nal­un­ter­de­ckung dann nicht aus­ge­schlos­sen, wenn Per­so­nal­de­fi­zi­te in einer Ein­rich­tung zum Bei­spiel durch Mehr­ar­beit der vor­han­de­nen Mit­ar­bei­ter oder durch den vor­über­ge­hen­den Ein­satz von Mit­ar­bei­tern ande­rer Ein­rich­tun­gen aus­ge­gli­chen wer­den. Erst wenn die Per­so­nal­un­ter­de­ckung dazu führt, dass der Betreu­ungs­be­darf des Hil­fe­emp­fän­gers nicht mehr befrie­digt wird, kommt es zu einer scha­dens­re­le­van­ten Stö­rung des Äqui­va­lenz­ver­hält­nis­ses im Rah­men des nach §§ 611 ff BGB zu beur­tei­len­den Betreu­ungs­ver­trags. Dem­entspre­chend hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt für den Bereich der Pfle­ge­ver­si­che­rung aus­ge­spro­chen, dass eine Per­so­nal­un­ter­de­ckung für eine Ver­gü­tungs­kür­zung nach § 115 Abs. 3 SGB XI grund­sätz­lich nur dann aus­reicht, wenn sie zu Qua­li­täts­män­geln bei der Erbrin­gung von (Pfle­ge-)Leis­tun­gen geführt hat36.

Zur Begrün­dung eines ver­trag­li­chen oder delik­ti­schen Scha­dens­er­satz­an­spruchs hät­te die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe daher kon­kret vor­tra­gen müs­sen, dass die Leis­tungs­trä­ge­rin aus den geschlos­se­nen Betreu­ungs­ver­trä­gen geschul­de­te Leis­tun­gen nicht, nur teil­wei­se oder völ­lig unbrauch­bar erbracht haben. Da das Dienst­ver­trags­recht kein Min­de­rungs­recht bei Leis­tungs­män­geln kennt, genüg­te die blo­ße Behaup­tung einer Schlecht­leis­tung nicht37.

Der Ein­wand der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe, das Erfor­der­nis kon­kre­ter Pflicht­ver­let­zun­gen aus den Betreu­ungs­ver­trä­gen stel­le sie vor unüber­wind­ba­re Beweis­schwie­rig­kei­ten, ver­mag nicht zu über­zeu­gen. Ins­be­son­de­re ist die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe inso­weit nicht auf Aus­künf­te des jewei­li­gen Hil­fe­emp­fän­gers ange­wie­sen. Denn sie ver­fügt auf der Grund­la­ge des Hil­fe­plan­ver­fah­rens (§ 36 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII) und des anlass­be­zo­ge­nen Prü­fungs­ver­fah­rens (§§ 18 ff des Rah­men­ver­trags) über hin­rei­chen­de Erkennt­nis­mög­lich­kei­ten hin­sicht­lich Umfang und Qua­li­tät der Leistungserbringung.

Soweit die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe gel­tend macht, ihrer Dar­le­gungs­last jeden­falls mit Vor­la­ge der Prüf­be­rich­te genügt zu haben, weil sich dar­aus erge­be, dass die zuge­sag­ten Betreu­ungs­leis­tun­gen nicht voll­stän­dig erfüllt wor­den sei­en, trifft dies nicht zu. Aus den von ihr in Bezug genom­me­nen Prüf­be­rich­ten ergibt sich viel­mehr, dass in den über­prüf­ten Ein­rich­tun­gen „die erfor­der­li­chen Per­so­nal­stel­len durch über die arbeits­ver­trag­li­che Stun­den­zahl hin­aus­ge­hen­de Mehr­ar­beit abge­deckt“ wur­den und die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe die­se „Erfül­lung der Ver­pflich­tun­gen durch Mehr­ar­beit“ akzep­tiert hat.

Die vor­ste­hen­den Erwä­gun­gen gel­ten ent­spre­chend für berei­che­rungs­recht­li­che Rück­zah­lungs­an­sprü­che (§ 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 oder Satz 2 Alt. 1 BGB), die auf eine Min­de­rung der dienst­ver­trag­li­chen Ver­gü­tung wegen Schlecht­leis­tung gestützt werden.

Auch die wei­te­ren von der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe gel­tend gemach­ten Anspruchs­grund­la­gen kön­nen die behaup­te­ten Rück­zah­lungs­an­sprü­che nicht begründen.

Eine Ana­lo­gie zu § 115 Abs. 3 SGB XI, der durch das Pfle­ge-Qua­li56 täts­si­che­rungs­ge­setz vom 09.09.201138 ein­ge­führt wur­de, bezie­hungs­wei­se zu § 129 SGB IX und § 79 SGB XII, die Gegen­stand des Bun­des­teil­ha­be­ge­set­zes vom 23.12.201620 sind, kommt nicht in Betracht. Die­se Bestim­mun­gen regeln Ver­gü­tungs­kür­zun­gen gegen­über dem Leis­tungs­er­brin­ger bei Nicht­ein­hal­tung gesetz­li­cher oder ver­trag­li­cher Ver­pflich­tun­gen aus den Berei­chen der Pfle­ge­ver­si­che­rung, der Reha­bi­li­ta­ti­on und Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­rung und der Sozi­al­hil­fe. Es han­delt sich um Spe­zi­al­vor­schrif­ten, die nicht ohne wei­te­res auf die Kin­der- und Jugend­hil­fe über­tra­gen wer­den kön­nen, die durch zahl­rei­che abwei­chen­de Son­der­re­ge­lun­gen und ‑kon­stel­la­tio­nen gekenn­zeich­net ist. Dem­entspre­chend hat der Gesetz­ge­ber die Emp­fän­ger von Leis­tun­gen der Kin­der- und Jugend­hil­fe auch vom Anwen­dungs­be­reich des Wohn- und Betreu­ungs­ver­trags­ge­set­zes aus­ge­nom­men (§ 1 Abs. 1 Satz 1, § 2 Nr. 3 WBVG), das in § 10 Abs. 1 WBVG eine Ver­gü­tungs­kür­zung im Fal­le der Nicht- oder Schlecht­leis­tung vor­sieht und in § 10 Abs. 4 WBVG aus­drück­lich auf § 115 Abs. 3 SGB XI Bezug nimmt39.

Berei­che­rungs­an­sprü­che schei­den auch unter dem Gesichts­punkt einer Nich­tig­keit der Betreu­ungs­ver­trä­ge aus. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Revi­si­on bestehen kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass die für die Ein­rich­tun­gen erteil­ten Betriebs­er­laub­nis­se infol­ge unzu­rei­chen­der Per­so­nal­aus­stat­tung erlo­schen und des­halb die Betreu­ungs­ver­trä­ge gemäß § 134 BGB nich­tig sein könn­ten. Das Erlö­schen der Betriebs­er­laub­nis kommt nur bei Betriebs­än­de­run­gen in Betracht, die so wesent­lich sind, dass der geän­der­te Betrieb gegen­über dem erlaub­ten Betrieb als „aliud“ erscheint40. Dafür ist vor­lie­gend nichts ersicht­lich. Ins­be­son­de­re ergibt sich aus den vor­ge­leg­ten Prüf­be­rich­ten vom 21.06.2017 nicht, dass die Umset­zung der Betriebs­kon­zep­ti­on auf Grund Per­so­nal­man­gels gefähr­det war.

Die von der Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe behaup­te­te Zweck­ver­ein­ba­rung im Sin­ne des § 812 Abs. 1 Satz 2 Alt. 2 BGB dahin­ge­hend, dass die Leis­tungs­trä­ge­rin die Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ein­hal­ten müs­sen, ist abzu­leh­nen. Nach den zu dem jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen erklärt der Jugend­hil­fe­trä­ger den Schuld­bei­tritt in dem Bewil­li­gungs- und Kos­ten­über­nah­me­be­scheid, der gegen­über dem Hil­fe­emp­fän­ger ergeht und dem Leis­tungs­er­brin­ger ledig­lich abschrift­lich mit­ge­teilt wird. Folg­lich ist inso­weit für eine Zweck­ver­ein­ba­rung im Sin­ne des § 812 Abs. 1 Satz 2 Alt. 2 BGB zwi­schen dem Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe und dem Ein­rich­tungs­trä­ger kein Raum.

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Der Annah­me einer (kon­klu­den­ten) Zweck­ver­ein­ba­rung in den Leis­tungs­und Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen nach § 78b SGB VIII steht ent­ge­gen, dass der Jugend­hil­fe­trä­ger an den in dem Bewil­li­gungs­be­scheid erklär­ten Schuld­bei­tritt gebun­den ist, solan­ge und soweit der der Bewil­li­gung zugrun­de lie­gen­de (begüns­ti­gen­de) Ver­wal­tungs­akt nicht zurück­ge­nom­men, wider­ru­fen, ander­wei­tig auf­ge­ho­ben oder durch Zeit­ab­lauf oder auf ande­re Wei­se erle­digt ist (§ 39 Abs. 2, §§ 44 ff SGB X; BGH, Urteil vom 31.03.2016 – III ZR 267/​15, BGHZ 209, 316 Rn. 25). Könn­te sich die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe unter Beru­fung auf eine zwi­schen ihr und den Leis­tungs­trä­ge­rin ver­ein­bar­te Zweck­be­stim­mung im Sin­ne des § 812 Abs. 1 Satz 2 Alt. 2 BGB ohne wei­te­res von ihren Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen befrei­en, wür­den dadurch die Vor­schrif­ten über die Rück­nah­me und den Wider­ruf von (begüns­ti­gen) Ver­wal­tungs­ak­ten unterlaufen.

Die Vor­aus­set­zun­gen des öffent­lich-recht­li­chen Erstat­tungs­an­spruchs lie­gen nicht vor. Die Trä­ge­rin der öffent­li­chen Jugend­hil­fe hat die Ver­gü­tungs­zah­lun­gen an die Leis­tungs­trä­ge­rin nicht im Rah­men eines öffent­lich-recht­li­chen Leis­tungs­ver­hält­nis­ses, son­dern auf der Grund­la­ge ihres zivil­recht­li­chen Schuld­bei­tritts zu den Ent­gelt­ver­pflich­tun­gen der Hil­fe­emp­fän­ger aus den Betreu­ungs­ver­trä­gen erbracht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Febru­ar 2021 – III ZR 175/​19

  1. Bestä­ti­gung und Fort­füh­rung der BGH, Urtei­le vom 07.05.2015 – III ZR 304/​14, BGHZ 205, 260; und vom 31.03.2016 – III ZR 267/​15, BGHZ 209, 316[]
  2. Bestä­ti­gung und Fort­füh­rung des BGH, Urteils vom 08.02.2018 – III ZR 65/​17, WM 2018, 508[]
  3. OLG Mün­chen, Urteil vom 05.12.2019 – 32 U 2067/​19, Sozi­al­recht aktu­ell 2020, 123[][]
  4. grund­le­gend BSGE 102, 1 Rn. 15 ff; dar­an anknüp­fend BGH, Urtei­le vom 07.05.2015 – III ZR 304/​14; BGHZ 205, 260 Rn.20 ff; vom 31.03.2016 – III ZR 267/​15, BGHZ 209, 316 Rn. 15 ff; und vom 11.04.2019 – III ZR 4/​18, NJW 2019, 2611 Rn. 17 f, 24[]
  5. Tel­scher in Schlegel/​Voelzke, juris­PK-SGB VIII, 2. Aufl., § 78b Rn. 9 [Stand: 4.03.2020]; sie­he auch BGH, Urteil vom 31.03.2016 aaO Rn. 15[]
  6. BayVGH, NJW 2018, 2976 Rn. 4; Tel­scher in juris­PK aaO § 78b Rn. 7, 14, 23.1; BeckOGK/​Kilz, SGB VIII, § 78b Rn. 2 ff [Stand: 1.01.2021]; Boettcher/​Münder in Münder/​Meysen/​Trenczek, Frank­fur­ter Kom­men­tar, SGB VIII, 8. Aufl., Vor­bem. zum 5. Kap. Rn 7, 9[]
  7. vgl. Tel­scher in juris­PK aaO § 78b Rn. 23[]
  8. zur recht­li­chen Ein­ord­nung gemisch­ter Ver­trä­ge sie­he: BGH, Urteil vom 08.10.2020 – III ZR 80/​20 18 mwN[]
  9. Tel­scher in juris­PK aaO § 78b Rn. 5, § 78c Rn. 10; Eger in juris­PK aaO § 79 Rn. 6 [Stand: 15.07.2018][]
  10. vgl. Tel­scher in juris­PK aaO § 78b Rn. 23, 25; § 78c Rn. 17.1[]
  11. Tel­scher in juris­PK aaO § 78c Rn. 9[]
  12. Tel­scher in juris­PK aaO § 78f Rn. 9[]
  13. Tel­scher in juris­PK aaO; Wiesner/​Wiesner, SGB VIII, 5. Aufl., § 78f Rn. 3[]
  14. BGH, Urteil vom 31.03.2016 aaO Rn. 22 zur gleich­lie­gen­den Pro­ble­ma­tik beim sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis; zum jugend­hil­fe­recht­li­chen Drei­ecks­ver­hält­nis sie­he BayVGH, NJW 2018, 2976 Rn. 3 ff, 9 ff; Beschluss vom 21.04.2017 – 12 ZB 17.1 2; Tel­scher in juris­PK aaO § 78b Rn. 23 ff[]
  15. Bericht des Aus­schus­ses für Arbeit und Sozi­al­ord­nung zu dem Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung des Elf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch, BT-Drs. 13/​10330, S. 17; Tel­scher in juris­PK aaO § 78b Rn. 3 f[]
  16. BSGE 102, 1 Rn. 15 ff, 27[]
  17. BayVGH, NJW 2018, 2976 Rn. 3, 9; Tel­scher in juris­PK aaO § 78b Rn. 23 ff[]
  18. BSGE 102, 1[][]
  19. vgl. BayVGH aaO Rn. 6[]
  20. BGBl. I S. 3234[][]
  21. Begrün­dung zum Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung für ein Gesetz zur Stär­kung der Teil­ha­be und Selbst­be­stim­mung von Men­schen mit Behin­de­run­gen – Bun­des­teil­ha­be­ge­setz, BT-Drs. 18/​9522, S. 340[]
  22. Wiesner/​Mörsberger aaO § 47 Rn. 7d[]
  23. BT-Drs. 13/​10330, S. 16[]
  24. vgl. von Kop­pen­fels-Spies in juris­PK-SGB VIII aaO § 36 Rn. 31 ff [Stand: 4.04.2019]; BeckOGK/​Kilz, SGB VIII, § 78c Rn. 22 [Stand: 1.01.2021][]
  25. BT-Drs. aaO[]
  26. BGH, Urteil vom 16.06.2016 – III ZR 282/​14, NJW-RR 2016, 1391 Rn. 29; Münch­Komm-BGB/­Schä­fer, 8. Aufl., § 666 Rn. 1[]
  27. BayL­SG, Urteil vom 04.02.2016 – L 18 SO 89/​14 33; Beck­OK SozR/​Heße, SGB X, § 61 Rn. 4 [Stand: 1.12.2020]; Hiss­nau­er in juris­PK-SGB X, 2. Aufl., § 61 Rn. 5, 11 [Stand: 11.01.2021][]
  28. Münch­Komm-BGB/­Krü­ger aaO § 260 Rn. 15[]
  29. st. Rspr; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 09.11.2017 – III ZR 610/​16, WM 2017, 2296 Rn. 24; vom 08.02.2018 – III ZR 65/​17, WM 2018, 508 Rn. 23; und vom 03.09.2020 – III ZR 136/​18, WM 2020, 1884 Rn. 51; jeweils mwN[]
  30. Palandt/​Grüneberg, BGB, 80. Aufl., § 260 Rn. 6 mwN[]
  31. BGH, Urtei­le aaO[]
  32. Münch­Komm-BGB/­Krü­ger aaO; Palandt/​Grüneberg aaO[]
  33. BGH, Urteil vom 08.02.2018 aaO Rn. 26; Münch­Komm-BGB/­Krü­ger aaO Rn. 18; Palandt/​Grüneberg aaO § 260 Rn. 7[]
  34. vgl. BGH, Urteil vom 08.02.2018 aaO Rn. 28 f[]
  35. vgl. BGH, Urteil vom 08.02.2018 aaO Rn. 27[]
  36. BSGE 112, 1 Rn. 29 ff[]
  37. vgl. BGH, Urteil vom 13.09.2018 – III ZR 294/​16, BGHZ 219, 298 Rn. 16 f[]
  38. BGBl. I S. 2320[]
  39. vgl. Begrün­dung zum Wohn- und Betreu­ungs­ver­trags­ge­setz, BT-Drs. 16/​12409, S. 14, 16[]
  40. vgl. OVG Lüne­burg, Urteil vom 03.09.2019 – 10 LC 13/​18 34; BeckOGK/​Janda, SGB VIII, § 45 Rn. 102 [Stand: 1.12.2020]; Smaessert/​Lakies in Frank­fur­ter Kom­men­tar aaO § 45 Rn. 5; Wiesner/​Mörsberger aaO § 45 Rn. 51, 103[]

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