Der bei der Tages­mut­ter ver­brüh­te Arm des Kin­des und die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung

Für die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung bei Kin­dern, die in einer Tages­ein­rich­tung betreut wer­den, kommt es nur auf eine behörd­li­che Erlaub­nis der Betreu­ungs­per­son an.

Der bei der Tages­mut­ter ver­brüh­te Arm des Kin­des und die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf eine Schmer­zens­geld­kla­ge eines Kin­des abge­wie­sen, das sich bei sei­ner Tages­mut­ter den Arm ver­brüht hat­te. Mit der Tages­mut­ter hat­te ein pri­va­ter Ver­trag bestan­den, die Betreu­ungs­kos­ten hat­ten die Eltern gezahlt. Wäh­rend der Betreu­ung bei sei­ner Tages­mut­ter hat sich das inzwi­schen vier­jäh­ri­ges Kind aus Wup­per­tal mit hei­ßem Tee den Arm ver­brüht und schwe­re Ver­let­zun­gen erlit­ten, die eine mehr­tä­gi­ge sta­tio­nä­re Behand­lung und eine Haut­trans­plan­ta­ti­on erfor­der­ten.

Die Unfall­kas­se NRW hat­te einen Arbeits­un­fall aner­kannt mit der Fol­ge, dass sämt­li­che Behand­lungs­kos­ten, auch die even­tu­el­ler Fol­ge­schä­den, von der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung getra­gen wer­den müs­sen. Die Tages­mut­ter ist aus der Haf­tung ent­las­sen. Da die Eltern des Klä­gers jedoch einen Schmer­zens­geld­an­spruch gegen die Tages­mut­ter durch­set­zen woll­ten, hat­ten sie gegen die Aner­ken­nung eines Ver­si­che­rungs­fal­les geklagt. Sie waren der Ansicht, dass die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung nicht ein­grei­fe, son­dern der Fall pri­vat­recht­lich abzu­wi­ckeln sei.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf auf den Wort­laut des Sozi­al­ge­setz­bu­ches ver­wie­sen, das die Kin­der­ta­ges­pfle­ge im Jahr 2005 der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung unter­stellt habe. Danach kom­me es nicht – wie in der juris­ti­schen Lite­ra­tur dis­ku­tiert – dar­auf an, ob das Kind durch das Jugend­amt ver­mit­telt wor­den sei und die­ses (teil­wei­se) die Betreu­ungs­kos­ten tra­ge. Son­dern es sei ledig­lich maß­ge­bend, ob die Betreu­ungs­per­son eine behörd­li­che Erlaub­nis habe. Eine ande­re Aus­le­gung ent­sprä­che nicht dem Sinn und Zweck der Rege­lung.

Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 27. Mai 2014 – S 1 U 461/​12