Der Sturz in der Kan­ti­ne der Reha-Kli­nik

Stürzt ein Ver­si­cher­ter in der Kan­ti­ne einer Kli­nik, in der er Maß­nah­men zur medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on in Anspruch nimmt, han­delt es sich in der Regel nicht um einen Arbeits­un­fall.

Der Sturz in der Kan­ti­ne der Reha-Kli­nik

Mit die­ser Begrün­dung wies jetzt das Sozi­al­ge­richt Aachen die Kla­ge eines Ver­si­cher­ten ab, die die­ser gegen die zustän­di­ge Berufs­ge­nos­sen­schaft erho­ben hat­te. Der Mann war in der Kan­ti­ne der Reha-Kli­nik in der Nähe der Essens­aus­ga­be aus sei­nem Elek­troroll­stuhl gestürzt und hat­te sich eine Sprung­ge­lenks­frak­tur zuge­zo­gen.

Der Bereich der Nah­rungs­auf­nah­me betref­fe jedoch, so das Sozi­al­ge­richt, eige­ne Belan­ge und ste­he in kei­nem unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit dem ansons­ten ver­si­cher­ten Auf­ent­halt in der Reha-Kli­nik. Dar­an ände­re auch der Umstand nichts, dass die Ein­nah­me von Mahl­zei­ten in der Kan­ti­ne von der Kli­nik­lei­tung aus­drück­lich emp­foh­len wor­den war, damit die Pati­en­ten am sozia­len Leben in der Kli­nik teil­ha­ben.

Ein inne­rer Zusam­men­hang, der Vor­aus­set­zung für die Aner­ken­nung als Arbeits­un­fall ist, sei erst anzu­neh­men, wenn die Ein­nah­me der Mahl­zei­ten in der Kan­ti­ne ärzt­lich "zwin­gend" vor­ge­schrie­ben oder aus medi­zi­ni­schen Grün­den erfor­der­lich ist. Dies sei der Fall bei der Ein­nah­me spe­zi­el­ler Kran­ken­kost, etwa in einer auf die The­ra­pie gas­tro­en­te­ro­lo­gi­scher Lei­den aus­ge­rich­te­ten Kli­nik. Ein sol­cher Aus­nah­me­fall sei beim Klä­ger aber nicht gege­ben gewe­sen.

Allein die aus sozia­len Grün­den moti­vier­te Teil­nah­me am gemein­sa­men Mit­tag­essen rei­che hier­für jedoch nicht aus.

Sozi­al­ge­richt Aachen, Urteil vom 15. Janu­ar 2016 – S 6 U 284/​14