Der Trin­kun­fall in der Kopier­pau­se

Die Auf­nah­me von Nah­rung auch wäh­rend einer Arbeits­pau­se am Kopier­ge­rät ist grund­sätz­lich nicht unfall­ver­si­chert.

Der Trin­kun­fall in der Kopier­pau­se

So hat das Sozi­al­ge­richt Dres­den in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Klä­gers ent­schie­den, der sich beim Trin­ken eini­ge Zahn­spit­zen abge­bro­chen hat und eine Aner­ken­nung als Arbeits­un­fall begehrt hat. Der Klä­ger nutz­te die eini­ge Sekun­den dau­ern­de Pau­se zur Her­stel­lung der Betriebs­be­reit­schaft eines Kopier­ge­rä­tes zwi­schen zwei Kopier­vor­gän­gen dazu, um sich aus dem nur wenig ent­fern­ten Kühl­schrank eine Fla­sche alko­hol­frei­es Bier zu holen. Nach dem Öff­nen der Fla­sche woll­te er her­aus­spru­deln­des Bier abtrin­ken und brach sich dabei meh­re­re Zahn­spit­zen im Ober­kie­fer ab. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft lehn­te den Antrag des Klä­gers auf Aner­ken­nung des Ereig­nis­ses als Arbeits­un­fall ab. Dage­gen ist Kla­ge erho­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts Dres­den ist die Auf­nah­me von Nah­rung auch wäh­rend einer Arbeits­pau­se am Kopier­ge­rät grund­sätz­lich nicht unfall­ver­si­chert. Die Nah­rungs­auf­nah­me ist ein mensch­li­ches Grund­be­dürf­nis und tritt regel­mä­ßig hin­ter betrieb­li­che Belan­ge zurück. Es han­del­te sich um eine soge­nann­te eigen­wirt­schaft­li­che Ver­rich­tung, mit der der Klä­ger sei­ne ver­si­cher­te Tätig­keit unter­bro­chen hat­te. Hier­von liegt auch kei­ne Aus­nah­me vor, weil die Kopier­tä­tig­keit nicht geeig­net war, abwei­chend vom nor­ma­len Trink- und Ess­ver­hal­ten des Klä­gers ein beson­de­res Durst- oder Hun­ger­ge­fühl her­vor­zu­ru­fen.

Sozi­al­ge­richt Dres­den, Gerichts­be­scheid vom 1. Okto­ber 2013 – S 5 U 113/​13