Der viel­be­schäf­tig­te Kran­ken­haus­arzt

Eine inten­siv­me­di­zi­ni­sche Kom­plex­be­hand­lung, die mit einer stän­di­gen ärzt­li­chen Anwe­sen­heit auf der Inten­siv­sta­ti­on ver­bun­den ist, kann nicht durch den Kran­ken­haus­trä­ger abge­rech­net wer­den, wenn der anwe­sen­de Arzt gleich­zei­tig Auf­ga­ben auf der Abtei­lung Inne­re Medi­zn wahr­neh­men muss.

Der viel­be­schäf­tig­te Kran­ken­haus­arzt

Mit die­ser Begrün­dung ver­sag­te jetzt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz einem Kran­ken­haus­trä­ger die Abrech­nung. Der kla­gen­de Trä­ger eines Kran­ken­hau­ses führ­te die Behand­lung eines bei der beklag­ten Kran­ken­kas­se Ver­si­cher­ten auf der Inten­siv­sta­ti­on durch, auf der mon­tags bis frei­tags von 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr stän­dig ein Arzt anwe­send ist. In der übri­gen Zeit ist ein ärzt­li­cher Bereit­schafts­dienst für die gesam­te Abtei­lung Inne­re Medi­zin ein­schließ­lich der Inten­siv­sta­ti­on ein­ge­rich­tet.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts ist mit die­ser Hand­ha­bung die stän­di­ge ärzt­li­che Anwe­sen­heit auf der Inten­siv­sta­ti­on nicht gewähr­leis­tet, weil ein sol­cher Arzt nicht auch ande­re Auf­ga­ben wahr­neh­men darf. Dies ergibt sich aus den Beschrei­bun­gen der Abrech­nungs­ko­die­run­gen, deren Wort­laut eine sol­che ander­wei­ti­ge Tätig­keit nicht zulässt. Damit konn­te der Kode 8 – 980 des Ope­ra­tio­nen- und Pro­ze­du­ren­schlüs­sels (OPS) Ver­si­on 2008 nicht abge­rech­net wer­den.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 19. Janu­ar 2012 – L 5 KR 97/​11