Die Aner­ken­nung eines Impf­scha­dens

Tritt nach einer Imp­fung gegen Hepa­ti­tis A und B das Gul­li­an-Bar­re-Syn­drom auf, kön­nen die gesund­heit­li­chen Fol­gen als Impf­scha­den aner­kannt wer­den.

Die Aner­ken­nung eines Impf­scha­dens

So hat das Sozi­al­ge­richt Dort­mund in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Jun­gen aus Hamm ent­schie­den, der unter Rest­läh­mun­gen in den Bei­nen und einer Fuß­fehl­stel­lung lei­det. Im Alter von zwei Jah­ren war der Jun­ge durch sei­ne Kin­der­ärz­tin gegen Hepa­ti­tis A und B geimpft wor­den. Seit­her lei­det er an den Fol­gen eines Guil­lain-Bar­re-Syn­droms mit Rest­läh­mun­gen in den Bei­nen und einer Fuß­fehl­stel­lung. Der Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe – LWL Ver­sor­gungs­amt West­fa­len – in Müns­ter lehn­te die Aner­ken­nung und Ent­schä­di­gung eines Impf­scha­dens ab, weil der ursäch­li­che Zusam­men­hang zwi­schen der Imp­fung und der Erkran­kung des Jun­gen nicht wahr­schein­lich sei. Dage­gen haben die Eltern des Jun­gen Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts Dort­mund sei auf Grund medi­zi­ni­scher Beweis­erhe­bung die haf­tungs­be­grün­den­de Kau­sa­li­tät zwi­schen der Hepa­ti­tis B – Kom­po­nen­te der Imp­fung und dem Guil­lain-Bar­re-Syn­drom zu beja­hen. Die in der medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft für mög­lich gehal­te­ne Impf­kom­pli­ka­ti­on habe sich vor­lie­gend mit sehr hoher Wahr­schein­lich­keit rea­li­siert. Die von der Beklag­ten ange­führ­te kon­kur­rie­ren­de Ursa­che eines grip­pa­len Infek­tes sei ins­be­son­de­re auf Grund der doku­men­tier­ten Labor­wer­te unwahr­schein­lich. Das Sozi­al­ge­richt hat den LWL ver­ur­teilt, bei dem Klä­ger die gsund­heit­li­chen Fol­gen des Guil­lain-Bar­re-Syn­droms als Impf­scha­den anzu­er­ken­nen und ihm Beschä­dig­ten­ver­sor­gung nach dem Infek­ti­ons­schutz­ge­setz in Ver­bin­dung mit dem Bun­des­ver­sor­gungs­ge­setz zu gewäh­ren.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 13. Novem­ber 2013 – S 7 VJ 601/​09