Die Arbeit mit der Com­pu­ter­maus und der Ten­nisel­len­bo­gen

Ursäch­lich für einen Ten­nisel­len­bo­gen kön­nen u.a. kurz­zy­kli­sche, repe­ti­ti­ve, fein­mo­to­ri­sche Hand­tä­tig­kei­ten mit sehr hoher Bewe­gungs­fre­quenz sein. wie z.B. beim Maschi­nen­schrei­ben oder Kla­vier­spie­len sein. Eine Com­pu­ter­tä­tig­keit bzw. die Arbeit mit der Com­pu­ter­maus ist aber nicht mit Kla­vier­spie­len ver­gleich­bar.

Die Arbeit mit der Com­pu­ter­maus und der Ten­nisel­len­bo­gen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Aner­ken­nung einer Berufs­krank­heit abge­lehnt. Ein Mann aus Frank­furt lei­det unter einer Epi­con­dy­l­i­tis hume­ri radia­lis (soge­nann­ter Ten­nisel­len­bo­gen). Sei­ne Schmer­zen an Ellen­bo­gen, Unter­arm und Hand­ge­lenk führt er auf sei­ne Büro­tä­tig­keit zurück. Mehr als drei Vier­tel sei­ner täg­li­chen Arbeits­zeit habe er am Com­pu­ter kom­ple­xe Daten­lis­ten bear­bei­ten und dabei stän­dig mit der Com­pu­ter­maus hoch- und run­ter­s­crol­len müs­sen. Den Antrag des 51-jäh­ri­gen Man­nes auf Aner­ken­nung einer Berufs­krank­heit lehnt die Berufs­ge­nos­sen­schaft ab. Die Tätig­keit stel­le kei­ne Gefähr­dung im Sin­ne der Berufs­krank­heit Nr. 2101 dar.

Nach Auf­fas­sung des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts könn­ten für eine Epi­con­dy­l­i­tis u.a. kurz­zy­kli­sche, repe­ti­ti­ve, fein­mo­to­ri­sche Hand­tä­tig­kei­ten mit sehr hoher Bewe­gungs­fre­quenz wie z.B. beim Maschi­nen­schrei­ben oder Kla­vier­spie­len ursäch­lich sein. Auch ande­re Bewe­gungs­mus­ter wie z.B. beim Obst­pflü­cken oder Betä­ti­gen eines Schrau­ben­dre­hers könn­ten auf­grund der ach­sen­un­güns­ti­gen Aus­len­kung des Hand­ge­lenks eine Epi­con­dy­l­i­tis aus­lö­sen. Glei­ches gel­te für die for­cier­te rück­sei­ti­ge Stre­ckung der Hand wie z.B. beim Häm­mern oder dem Rück­hand­schlag beim Ten­nis­spiel.

Bei der Arbeit mit der Com­pu­ter­maus sei die Bewe­gungs­fre­quenz jedoch viel gerin­ger als beim Kla­vier­spie­len. Allen­falls kurz­fris­tig kön­ne es beim Scrol­len und Kli­cken der Maus­tas­te zu einer ver­gleich­ba­ren Fre­quenz kom­men. Die Arbeit mit der regel­mä­ßig frei beweg­li­chen Com­pu­ter­maus erfol­ge auch nicht bei ach­sen­un­güns­ti­ger Aus­len­kung des Hand­ge­lenks. Fer­ner sei der benö­tig­te Kraft­auf­wand mini­mal. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt ver­wies zudem dar­auf, dass kei­ne Stu­di­en vor­lä­gen, die den Zusam­men­hang einer Erkran­kung des Ellen­bo­gen­ge­lenks im Sin­ne einer Epi­con­dy­l­i­tis mit der PC-Arbeit bestä­tig­ten.

Daher sei ein Ten­nisel­len­bo­gen nicht als Berufs­krank­heit anzu­er­ken­nen.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 29. Okto­ber 2013 – L 3 U 28/​10