Die Beför­de­rungs­be­din­gun­gen für ein Sozi­al­ti­cket

Die Beför­de­rungs­be­din­gun­gen des Ver­kehrs­ver­bun­des Rhein-Ruhr, VRR, stel­len allein auf den Bezug von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen ab für den Bezug eines VRR-Sozi­al­ti­ckets. Dabei bleibt unbe­rück­sich­tigt, ob ein Bezie­her von Alters­ren­te wirt­schaft­lich einem Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger gleich steht.

Die Beför­de­rungs­be­din­gun­gen für ein Sozi­al­ti­cket

So die Ent­schei­dung des Sozi­al­ge­richts Dort­mund in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren, mit dem ein ehe­ma­li­ger Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld II gegen die Ableh­nung eines VRR-Sozi­al­ti­ckets gekämpft hat. Der Antrag­stel­ler ver­lang­te von der Stadt Dort­mund die Aus­stel­lung eines Berech­ti­gungs­schei­nes für das VRR-Sozi­al­ti­cket. Die Stadt Dort­mund lehn­te dies für die Zeit ab der Bewil­li­gung einer Alters­ren­te i.H.v. monat­lich 564,41 Euro ab. Der Antrag­stel­ler bezie­he nun­mehr kei­ne Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen mehr und der sei­nen Bedarf über­stei­gen­de Ren­ten­be­trag wer­de auf den Grund­si­che­rungs­be­darf sei­ner Ehe­frau ange­rech­net.

Nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts Dort­mund sei die Stadt Dort­mund im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung vor­läu­fig nicht zu ver­pflich­ten, dem Antrag­stel­ler einen Berech­ti­gungs­aus­weis zum Erwerb eines VRR-Sozi­al­ti­ckets aus­zu­stel­len. Zur Begrün­dung führt das Gericht aus, die Beför­de­rungs­be­din­gun­gen des VRR stell­ten allein auf den Bezug von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen ab, die der Antrag­stel­ler nicht mehr erhal­te. Gleich­wohl ver­ken­ne das Gericht nicht, dass sich die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on der Ehe­leu­te durch die Ren­ten­ge­wäh­rung nicht ver­bes­sert habe. Die Sum­me der Ein­künf­te der Ehe­leu­te aus Alters­ren­te und SGB II – Leis­tun­gen der Ehe­frau ent­spre­che der Sum­me der bis­lang an bei­de aus­ge­kehr­ten SGB II-Leis­tun­gen. Die allein auf den Bezug bestimm­ter Sozi­al­leis­tun­gen abstel­len­den Beför­de­rungs­be­din­gun­gen des VRR trü­gen dem Umstand nicht Rech­nung, dass die Ehe­leu­te wirt­schaft­lich Sozi­al­hil­fe­emp­fän­gern gleich stün­den. Dem Ziel des Sozi­al­ti­ckets, wenig begü­ter­ten Men­schen die Nut­zung des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs und damit eine umfas­sen­de Teil­ha­be am Leben in der Gemein­schaft zu ermög­li­chen, wür­den die aktu­el­len Beför­de­rungs­be­din­gun­gen des VRR damit nur unzu­rei­chend gerecht.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Beschluss vom 29. Juli 2013 – S 41 SO 263/​13 ER