Die Brust­ver­klei­ne­rung aus kos­me­ti­schen Gründen

Lie­gen für eine Brust­ver­klei­ne­rungs­ope­ra­ti­on kei­ne zwin­gen­den medi­zi­ni­schen Grün­de für die Durch­füh­rung der Ope­ra­ti­on vor, muss die Kran­ken­kas­se die Kos­ten nicht tragen.

Die Brust­ver­klei­ne­rung aus kos­me­ti­schen Gründen

So das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer 50-jäh­ri­gen Klä­ge­rin, bei der weder eine Erkran­kung der Brüs­te noch Wir­bel­säu­len­be­schwer­den vor­ge­le­gen haben. Die im Land­kreis Osna­brück leben­den 172 cm gro­ße Klä­ge­rin wog 75 kg. Bei ihr war eine Mam­ma­to­se und eine leich­te Mam­ma­hy­per­thro­pie dia­gnos­ti­ziert wor­den. Die Klä­ge­rin trug einen BH der Grö­ße 85 D/​DD. Nach­dem die Kran­ken­kas­se die Gewäh­rung eine Brust­ver­klei­ne­rungs­ope­ra­ti­on abge­lehnt hat­te, lies die Klä­ge­rin die Ope­ra­ti­on im Lau­fe des Kla­ge­ver­fah­rens vor dem Sozi­al­ge­richt auf eige­ne Kos­ten für ca. 4000 Euro durch­füh­ren. Gegen die ableh­nen­de Ent­schei­dung des Sozi­al­ge­richts leg­te die Klä­ge­rin Beru­fung ein, mit dem Ziel, dass das Lan­des­so­zi­al­ge­richt die beklag­te Kran­ken­kas­se zur Erstat­tung der Kos­ten ver­ur­tei­len solle.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nie­der­sach­sen-Bre­men sei die durch­ge­führ­te Ope­ra­ti­on von der Beklag­ten zu Recht abge­lehnt wor­den. Eine Erkran­kung der Brüs­te, die eine Brust­ver­klei­ne­rung erfor­der­lich mache, habe bei der Klä­ge­rin nicht vor­ge­le­gen. Auch eine ent­stel­len­de Wir­kung sei nicht gege­ben. Es bestün­de weder eine Asym­me­trie noch eine sons­ti­ge Normab­wei­chung. Schließ­lich sei die Ope­ra­ti­on auch nicht zur Behand­lung der Wir­bel­säu­len­be­schwer­den der Klä­ge­rin erfor­der­lich gewe­sen. Die Brust­grö­ße und Form habe durch­aus zur Gesamt­kon­sti­tu­ti­on der Klä­ge­rin gepasst. Auch das Reduk­ti­ons­ge­wicht habe pro Sei­te höchs­tens 220 g betra­gen, im vor­lie­gen­den Fall han­de­le es sich damit eher um eine gerin­ge Men­ge ent­fern­ten Gewebes. 

Schließ­lich hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt dar­auf hin­ge­wie­sen, dass auch der Ope­ra­teur eher eine Straf­fung der bei­den Brüs­te und damit einen plas­ti­schen Ein­griff beschrie­ben habe. Der Ein­griff sei eher unter kos­me­ti­schen Gesichts­punk­ten als unter Berück­sich­ti­gung der Ske­lett­be­schwer­den erfolgt. Abschlie­ßend hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt dar­ge­legt, dass auch wenn die Klä­ge­rin nach eige­nen Anga­ben nach der Ope­ra­ti­on nicht mehr unter Rücken­schmer­zen lei­de, vor­lie­gend kein Beweis für die Effek­ti­vi­tät einer Mam­ma­re­duk­ti­on bei Rücken­be­schwer­den bestehe.

Aus die­sen Grün­den hat die Klä­ge­rin im vor­lie­gen­den Fall kei­nen Anspruch auf
Kos­ten­er­stat­tung gegen die Krankenkasse.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men, Urteil vom 7. Okto­ber 2013- L4 KR 477/​11