Die explo­dier­te E‑Zigarette als Arbeits­un­fall

Eine Ver­let­zung durch ein explo­dier­tes E‑Zi­ga­ret­ten-Akku ist kein Arbeits­un­fall, wenn es an der betrieb­li­chen Ver­an­las­sung zum Mit­füh­ren des E‑Zi­ga­ret­ten-Akkus fehlt.

Die explo­dier­te E‑Zigarette als Arbeits­un­fall

Mit die­ser Begrün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge einer Wup­per­ta­le­rin kei­nen Erfolg beschie­den. Es gehör­te zu der beruf­li­chen Tätig­keit der 27 Jah­re alten Mit­ar­bei­te­rin, auf dem Betriebs­ge­län­de ihres Arbeit­ge­bers den Müll zu ent­sor­gen. Sie nutz­te ein E‑Zi­ga­ret­ten-Gerät und führ­te einen Ersatz­ak­ku in ihrer Hosen­ta­sche mit. Nach dem mor­gend­li­chen Auf­schlie­ßen der Filia­le nahm sie den Dienst­schlüs­sel in die Hosen­ta­sche, in der sich auch der Ersatz­ak­ku befand. Sie mach­te sich auf den Weg, den Müll in einem Con­tai­ner auf dem Fir­men­hof zu ent­sor­gen. Der Kon­takt zwi­schen dem Akku und dem metal­li­schen Dienst­schlüs­sel führ­te dabei zu einem Kurz­schluss. Der Akku erhitz­te sich stark, explo­dier­te und ent­zün­de­te die Hose der Klä­ge­rin.

Die Aner­ken­nung des Ereig­nis­ses als Arbeits­un­fall ist von der zustän­di­gen Berufs­ge­nos­sen­schaft abge­lehnt wor­den. Die ver­si­cher­te Tätig­keit habe das Ent­flam­men des Klei­dungs­stücks nicht ver­ur­sacht. Dage­gen hat die Betrof­fe­ne Kla­ge ein­ge­reicht. Als Begrün­dung hat sie ange­führt, der Dienst­schlüs­sel sei wesent­lich für den Unfall gewe­sen. Sie habe auch nicht damit rech­nen müs­sen, dass der Akku in ihrer Hosen­ta­sche in Brand gera­te.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf aus­ge­führt, dass zwar das Mit­füh­ren des Dienst­schlüs­sels mit­ur­säch­lich für den Brand gewe­sen sei. Jedoch sei von dem Dienst­schlüs­sel kei­ne Gefahr aus­ge­gan­gen. Die­ser habe sich nicht ent­zün­den kön­nen. Ent­schei­dend für die Brand­ge­fahr sei allein der E‑Zi­ga­ret­ten-Akku gewe­sen.

Das Mit­füh­ren des E‑Zi­ga­ret­ten-Geräts und des Ersatz­ak­kus sei nicht betrieb­lich ver­an­lasst gewe­sen, son­dern dem per­sön­li­chen Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Klä­ge­rin zuzu­ord­nen.

Mit die­ser Begrün­dung ist die Kla­ge abge­wie­sen wor­den.

Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 15. Okto­ber 2019 – S 6 U 491/​16