Dok­to­ran­den – und die stu­den­ti­sche Kran­ken­ver­si­che­rung

Dok­to­ran­den, die ihr Pro­mo­ti­ons­stu­di­um nach Abschluss eines Hoch­schul­stu­di­ums auf­neh­men, kön­nen nicht von der kos­ten­güns­ti­gen Kran­ken­ver­si­che­rung als Stu­dent in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung pro­fi­tie­ren.

Dok­to­ran­den – und die stu­den­ti­sche Kran­ken­ver­si­che­rung

Dies ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof in zwei bei ihm anhän­gi­gen Ver­fah­ren von Dok­to­ran­den.

Der in der gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung ver­wen­de­te Begriff des ein­ge­schrie­be­nen Stu­den­ten ist nicht deckungs­gleich mit den hoch­schul­recht­li­chen Begriff­lich­kei­ten. Nach der Geset­zes­sys­te­ma­tik ist der Anord­nung der Ver­si­che­rungs­pflicht für Stu­den­ten zwei­er­lei imma­nent. Zum einen ein Aus­bil­dungs­be­zug.

Zum ande­ren das Anknüp­fen an ein untech­nisch gespro­chen gere­gel­tes Stu­di­um, also an einen Stu­di­en­gang mit vor­ge­ge­be­nen Inhal­ten, der regel­mä­ßig mit einem förm­li­chen Abschluss endet. Bei­des ist jeden­falls bei einem Erst­stu­di­um, aber auch bei einem Zweit‑, Auf­bau- oder Erwei­te­rungs­stu­di­um – durch­aus auch bei einem Mas­ter­stu­di­en­gang – erfüllt, nicht aber in ver­gleich­ba­rem Umfang bei einem im Anschluss an ein abge­schlos­se­nes Hoch­schul­stu­di­um durch­ge­führ­ten Pro­mo­ti­ons­stu­di­um. Denn die­ses dient in ers­ter Linie dem Nach­weis der wis­sen­schaft­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on nach Abschluss des Stu­di­ums.

Im zwei­ten Fall hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt zudem ent­schie­den, dass eine im Rah­men eines Pro­mo­ti­ons­sti­pen­di­ums zuge­wand­te Sach­kos­ten­pau­scha­le, die zur Deckung des all­ge­mei­nen Lebens­un­ter­halts ver­wen­det wer­den kann, für frei­wil­li­ge Mit­glie­der in der gesetz­li­chen Kran­ken- und in der sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung bei­trags­pflich­tig ist. Maß­geb­lich ist, inwie­weit die gesam­te wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit des Mit­glieds ver­bes­sert wird. Nur ganz aus­nahms­wei­se unter­fal­len dabei bestimm­te Ein­künf­te nicht der Bei­trags­pflicht. Die der Dok­to­ran­din gewähr­te Sach­kos­ten­pau­scha­le gehört nicht dazu.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urtei­le vom 7. Juni 2018 – B 12 KR 15/​16 R und B 12 KR 1/​17 R)