Elek­tro­ni­sche Gesund­heits­kar­te – und die Spei­che­rung des Fotos

Eine Kran­ken­kas­se darf ein ihr ein­ge­reich­tes Licht­bild nur so lan­ge spei­chern, bis die elek­tro­ni­sche Gesund­heits­kar­te hier­mit her­ge­stellt und sie dem Ver­si­cher­ten über­mit­telt wur­de. Eine Spei­che­rung bis zum Ende des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses ist hin­ge­gen daten­schutz­recht­lich unzu­läs­sig.

Elek­tro­ni­sche Gesund­heits­kar­te – und die Spei­che­rung des Fotos

In dem hier vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall lehn­te die beklag­te Kran­ken­kas­se den Antrag des bei ihr ver­si­cher­ten Klä­gers ab, ihm einen aktu­el­len Ver­si­che­rungs­nach­weis ohne Licht­bild aus­zu­stel­len: Sie sei berech­tigt, die­je­ni­gen Sozi­al­da­ten zu erhe­ben und zu spei­chern, die sie für die Aus­stel­lung der elek­tro­ni­schen Gesund­heits­kar­te benö­ti­ge. Das Recht zur Spei­che­rung erstre­cke sich auch auf das Licht­bild für die elek­tro­ni­sche Gesund­heits­kar­te und bestehe bis zur Been­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses.

Der Ver­si­cher­te hat mit sei­ner Kla­ge beim Sozi­al­ge­richt Kon­stanz und Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg kei­nen Erfolg gehabt. Auf sei­ne Revi­si­on hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nun die Vor­ent­schei­dun­gen auf­ge­ho­ben und die Kran­ken­kas­se zur Unter­las­sung ver­ur­teilt:

Das im Revi­si­ons­ver­fah­ren abge­ge­be­ne Aner­kennt­nis der Kran­ken­kas­se hin­der­te das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nicht an einer Sach­ent­schei­dung. Die Spei­che­rung eines Licht­bil­des ist nach den maß­geb­li­chen gesetz­li­chen Rege­lun­gen nur so lan­ge zuläs­sig, bis die elek­tro­ni­sche Gesund­heits­kar­te hier­mit her­ge­stellt und in den Herr­schafts­be­reich des Ver­si­cher­ten über­mit­telt wor­den ist. Es fehlt eine Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge, um das Licht­bild dar­über hin­aus zu spei­chern.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 19. Dezem­ber 2018 – B 1 KR 31/​17 R