ELENA kommt

Der Bun­des­tag hat das ELENA-Ver­fah­rens­ge­setz („Gesetz über das Ver­fah­ren des elek­tro­ni­schen Ent­gelt­nach­wei­ses“) beschlos­sen. Hier­nach sind alle Arbeit­ge­ber zukünf­tig ver­pflich­tet, Ent­gelt­be­schei­ni­gun­gen ihrer Beschäf­tig­ten künf­tig auf elek­tro­ni­schem Wege an die Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger wei­ter­zu­lei­ten.

ELENA kommt

Zur Bean­tra­gung von Sozi­al­leis­tun­gen, wie z.B. dem Arbeits­lo­sen­geld, müs­sen beschäf­tig­te Per­so­nen vor­ab Ent­gelt­be­schei­ni­gun­gen ihres Arbeit­ge­bers vor­le­gen, bis­her in Papier­form. Hier soll die Arbeit der Behör­den zukünf­tig erleich­tert und beschleu­nigt wer­den, indem die­se Beschei­ni­gun­gen nun in elek­tro­ni­scher Form ein­ge­reicht wer­den, um dort „ohne Medi­en­bruch“ wei­ter­ver­ar­bei­tet zu wer­den.

In einem ers­ten Schritt soll zunächst die Bun­des­agen­tur für Arbeit den elek­tro­ni­schen Ent­gelt­nach­weis (ELENA) für ihre Leis­tungs­be­rech­nun­gen nut­zen. Dar­über hin­aus sol­len zugleich die Berei­che Wohn­geld- und Eltern­geld mit dem Abruf der Beschei­ni­gungs­da­ten begin­nen. Auf der Grund­la­ge der gewon­ne­nen Erfah­run­gen soll dann das Ver­fah­ren auf ande­re Sozi­al­leis­tun­gen aus­ge­dehnt wer­den. Eben­falls besteh­tin Zukunft die Mög­lich­keit, neben den Ent­gelt­nach­wei­sen auch den elek­tro­ni­schen Abruf von Lohn­er­satz­leis­tun­gen in das Ver­fah­ren ein­zu­be­zie­hen.

Mit dem ELE­NA-Ver­fah­ren wird die Ver­pflich­tung der Arbeit­ge­ber zur schrift­li­chen Aus­stel­lung von Beschei­ni­gun­gen für die genann­ten Berei­che durch die Ver­pflich­tung zur monat­li­chen elek­tro­ni­schen Mel­dung von Ent­gelt­nach­wei­sen aus sys­tem­ge­prüf­ten Pro­gram­men an eine zen­tra­le Daten­bank ersetzt. Aus die­ser Zen­tra­len Spei­cher­stel­le ruft dann die jewei­li­ge Behör­de bei Bedarf die Daten ab.

Dies setzt wie­der­um vor­aus, dass sich der Beschäf­tig­te mit sei­ner qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Signa­tur als Teil­neh­mer zum ELE­NA-Ver­fah­ren anmel­det. Die Daten kön­nen, so der der­zei­ti­ge Geset­zes­stand, nur nach Anmel­dung und unter sei­ner Mit­wir­kung unter Ein­satz der qua­li­fi­zier­ten Signa­tur von der Leis­tungs­be­hör­de abge­ru­fen wer­den.

Die Rege­lun­gen wer­den in das Sozi­al­ge­setz­buch auf­ge­nom­men, in dem auch schon das Leis­tungs­recht wie auch die Mel­de­pflich­ten des Arbeit­ge­bers gere­gelt sind. Damit gel­ten für die­se Daten auch die Vor­schrif­ten des Sozi­al­da­ten­schut­zes.

Nach § 95 Abs. 1 SGB IV wer­den mit dem neu­en Gesetz ins­ge­samt sechs bestehen­de Infor­ma­ti­ons­pflich­ten der Unter­neh­men als Arbeit­ge­ber auf die elek­tro­ni­sche Mel­dung umge­stellt, gleich­zei­tig wer­den vier neue Infor­ma­ti­ons­ver­pflich­tun­gen für die Arbeit­ge­ber ein­ge­führt.