Ende des Arbeits­ver­hält­nis­ses – aber Kran­ken­geld

Wird ein Arbeit­neh­mer am letz­ten Tag sei­nes Arbeits­ver­hält­nis­ses von einem Arzt krank­ge­schrie­ben, erhält er ab dem Fol­ge­tag Kran­ken­geld, auch wenn mit dem Arbeits­ver­hält­nis die Ver­si­che­rung mit Anspruch auf Kran­ken­geld endet.

Ende des Arbeits­ver­hält­nis­ses – aber Kran­ken­geld

Mit die­ser Ent­schei­dung tritt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len der Auf­fas­sung der Spit­zen­ver­bän­de der Kran­ken­ver­si­che­run­gen ent­ge­gen. Nach deren Mei­nung erhält nur der­je­ni­ge Kran­ken­geld, der zum Zeit­punkt der Ent­ste­hung des Kran­ken­geld­an­spruchs noch mit Anspruch auf Kran­ken­geld ver­si­chert ist. Da nach der gesetz­li­chen Rege­lung ein Anspruch auf Kran­ken­geld erst nach dem Tag der ärzt­li­chen Fest­stel­lung der Arbeits­un­fä­hig­keit ent­steht und eine Ver­si­che­rung mit Kran­ken­geld­an­spruch nur wäh­rend der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung besteht, kann eine erst am letz­ten Tag der Beschäf­ti­gung fest­ge­stell­te Arbeits­un­fä­hig­keit nicht zu einem Kran­ken­geld­an­spruch füh­ren.

Dem hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len wider­spro­chen. Hier­nach ist es aus­rei­chend, wenn die Arbeits­un­fä­hig­keit zu einem Zeit­punkt fest­ge­stellt wor­den ist, an dem noch die Ver­si­che­rung mit Kran­ken­geld­an­spruch bestan­den hat und sich dann der Kran­ken­geld­an­spruch naht­los an das been­de­te Arbeits­ver­hält­nis anschließt.

Dar­über hin­aus hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­den, dass die Kran­ken­kas­se den Ver­si­cher­ten dar­auf hin­wei­sen muss, dass er bei fort­be­stehen­der Arbeits­un­fä­hig­keit spä­tes­tens am letz­ten Tag des Zeit­raums, für den der Arzt Arbeits­un­fä­hig­keit beschei­nigt hat, die wei­ter bestehen­de Arbeits­un­fä­hig­keit durch den Arzt fest­stel­len las­sen muss. Ver­säumt die Kas­se die­sen Hin­weis, ist es unschäd­lich, wenn der Ver­si­cher­te erst einen Tag spä­ter den Arzt auf­sucht und des­halb kein lücken­lo­ser Kran­ken­geld­an­spruch besteht.

Gegen das Urteil ist Revi­si­on beim Bun­des­so­zi­al­ge­richt 1 ein­ge­legt wor­den.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 14. Juli 2011 – L 16 KR 73/​10

  1. B 1 KR 19/​11 R[]