Freie Mit­ar­bei­ter – und die Zusatz­ren­te der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk

Ver­sor­gungs­be­zü­ge gel­ten bei der Bemes­sung der Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung als der Ren­te ver­gleich­ba­re Ein­nah­men. Dies sind ins­be­son­de­re auch Ren­ten der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung, zu denen auch die Zusatz­ren­ten der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk zäh­len. Die Zusatz­ren­te der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk ist daher auch bei frei­en Mit­ar­bei­tern in der gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung bei­trags­pflich­tig.

Freie Mit­ar­bei­ter – und die Zusatz­ren­te der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk

In dem jetzt vom Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richt in Darm­stadt ent­schie­de­nen Fall hat­te eine frü­he­re freie Mit­ar­bei­te­rin des Hes­si­schen Rund­funks geklagt, die eine Zusatz­ren­te erhielt und des­halb höhe­re Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zah­len muss­te. Die 67-jäh­ri­ge Frau aus Kas­sel war seit April 1995 freie Mit­ar­bei­te­rin beim Hes­si­schen Rund­funk und Mit­glied der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk – einem Ver­si­che­rungs­ver­ein auf Gegen­sei­tig­keit. In die­se Pen­si­ons­kas­se zahl­te die Ver­si­cher­te eben­so wie die Rund­funk­an­stalt Bei­trä­ge in Höhe von 4 % ihrer bei­trags­pflich­ti­gen Hono­ra­re. Seit dem Bezug der Alters­ren­te erhält die Ver­si­cher­te auch eine Zusatz­ren­te der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk, wel­che die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se der Bei­trags­be­mes­sung zugrun­de leg­te. Die Ver­si­cher­te wand­te sich dage­gen mit der Begrün­dung, dass die Pen­si­ons­kas­se kei­ne Insti­tu­ti­on der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung sei.

Das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt gab der Kran­ken­kas­se Recht: Die Zusatz­ren­te der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk unter­liegt der Bei­trags­pflicht der gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung.

Eine Ren­te der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk sei als Ren­ten der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung bei der Bei­trags­be­mes­sung her­an­zu­zie­hen. Maß­geb­lich sei­en inso­weit die Alters­be­zü­ge, die im Zusam­men­hang zur frü­he­ren Beschäf­ti­gung ste­hen. Die­se Alters­be­zü­ge hät­ten eine Ein­kom­mens­er­satz­funk­ti­on und sei­en daher mit den Ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­gleich­bar. Im Gegen­satz dazu stün­den die pri­va­ten Lebens­ver­si­che­run­gen, für die Prä­mi­en unab­hän­gig von einer Erwerbs­tä­tig­keit zu zah­len sei­en.

Kei­ne Vor­aus­set­zung für eine Bei­trags­pflicht sei zudem, dass ein Arbeits­ver­hält­nis bestan­den habe. Viel­mehr sei auch bei frei­en Mit­ar­bei­tern die Zusatz­ren­te der Pen­si­ons­kas­se Rund­funk bei der Bemes­sung der Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung her­an­zu­zie­hen.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 3. Dezem­ber 2019 – L 8 KR 482/​17