Frei­wil­li­ge Kran­ken­ver­si­che­rung durch sozi­al­recht­li­chen Her­stel­lungs­an­spruch

Berät eine Kran­ken­kas­se pflicht­wid­rig nicht über die Mög­lich­keit zur frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und die dafür gel­ten­de drei­mo­na­ti­ge Aus­schluss­frist, ist der Betrof­fe­ne bei einer spä­te­ren Anzei­ge des Bei­tritts im Wege des sozi­al­recht­li­chen Her­stel­lungs­an­spruchs so zu stel­len, als hät­te er die Frist gewahrt.

Frei­wil­li­ge Kran­ken­ver­si­che­rung durch sozi­al­recht­li­chen Her­stel­lungs­an­spruch

In dem jetzt vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Fall war der Kran­ken­kas­se durch eine Mit­tei­lung des Sozi­al­hil­fe­trä­gers der Bezug von Sozi­al­hil­fe durch den Betrof­fe­nen bekannt und auch die Bereit­schaft die­ses Trä­gers, die Kos­ten für eine frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung zu über­neh­men. Damit trat ein Bera­tungs­be­darf objek­tiv klar zuta­ge, da anzu­neh­men war, dass der Hil­fe­be­dürf­ti­ge von der Mög­lich­keit einer frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung Gebrauch machen wür­de.

Weil ihm durch die Ver­säu­mung der Aus­schluss­frist ein Nach­teil ent­stan­den war, muss­te er durch den rich­ter­recht­lich vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­wi­ckel­ten sozi­al­recht­li­chen Her­stel­lungs­an­spruch so gestellt wer­den, als hät­te er sei­nen Bei­tritt frist­ge­recht ange­zeigt.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 3. März 2011 – L 5 KR 108/​10