Grad der Behin­de­rung bei Dia­be­tes mel­li­tus

Ein Grad der Behin­de­rung (GdB) von 50 für an Dia­be­tes erkrank­te Men­schen ist nach Ansicht des Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­spre­chend den Vor­ga­ben der Ver­sor­gungs­me­di­zin-Ver­ord­nung 1 erst dann gerecht­fer­tigt, wenn eine Insu­lin­the­ra­pie mit täg­lich min­des­tens vier Injek­tio­nen erfor­der­lich ist, wobei die Insu­lin­do­sis in Abhän­gig­keit vom aktu­el­len Blut­zu­cker, der fol­gen­den Mahl­zeit und der kör­per­li­chen Belas­tung selb­stän­dig vari­iert wer­den muss. Außer­dem müs­sen die Betrof­fe­nen durch erheb­li­che Ein­schnit­te gra­vie­rend in der Lebens­füh­rung beein­träch­tigt sein. Die Blut­zu­cker­selbst­mes­sung und die Insu­lin­do­sen (bzw. Insu­lin­ga­ben und Insu­lin­pum­pe) müs­sen hier­für doku­men­tiert sein.

Grad der Behin­de­rung bei Dia­be­tes mel­li­tus

In dem vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Fall muss der Klä­ger zwar drei­mal täg­lich Basal­in­su­lin sprit­zen und vier bis sie­ben Mal täg­lich ein kurz­wirk­sa­mes Insu­lin. Es bestan­den aber kei­ne gra­vie­ren­den Ein­schnit­te in der Lebens­füh­rung, ins­be­son­de­re kei­ne Beein­träch­ti­gung durch eine schlech­te Ein­stel­lungs­qua­li­tät. Weder war es zu hyper­gly­kä­mi­schen Ent­glei­sun­gen (erhöh­ter Blut­zu­cker­spie­gel) mit erfor­der­li­cher ärzt­li­cher Fremd­hil­fe, noch zu ent­spre­chen­den Unter­zu­cke­run­gen (Hypo­gly­kä­mi­en) gekom­men.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 25. Juli 2011 – L 4 SB 182/​10

  1. Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des § 1 Abs. 1 und 3, des § 30 Abs. 1 und des § 35 Abs. 1 des Bun­des­ver­sor­gungs­ge­set­zes, BGBl. I 2010 S. 928[]