Han­dels­ver­tre­ter für einen Kon­zern – und ihre Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht

Auch selbst­stän­di­ge Han­dels­ver­tre­ter, die für meh­re­re Unter­neh­men eines Kon­zern tätig sind, kön­nen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nach § 2 S 1 Nr 9 SGB VI unter­lie­gen.

Han­dels­ver­tre­ter für einen Kon­zern – und ihre Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht

Als Rechts­grund­la­ge für die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht selbst­stän­di­gen Han­dels­ver­tre­te­rin kommt allein § 2 S 1 Nr 9 SGB VI in Betracht. Nach die­ser Rege­lung sind ver­si­che­rungs­pflich­tig selbst­stän­dig täti­ge Per­so­nen, die im Zusam­men­hang mit ihrer selbst­stän­di­gen Tätig­keit regel­mä­ßig kei­nen ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Arbeit­neh­mer beschäf­ti­gen, des­sen Arbeits­ent­gelt aus die­sem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis regel­mä­ßig 400 € im Monat über­steigt, und auf Dau­er und im Wesent­li­chen nur für einen Auf­trag­ge­ber tätig sind. In der Fol­ge­zeit hat der Gesetz­ge­ber § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI mit Wir­kung vom 01.07.2006 um den Halb­satz ergänzt, dass bei Gesell­schaf­tern als Auf­trag­ge­ber die Auf­trag­ge­ber der Gesell­schaft gel­ten [1]. Fer­ner ist die Ent­gelt­gren­ze von 400 € in § 2 S 1 Nr 9 Buchst a SGB VI mit Wir­kung ab 1.05.2007 ent­fal­len [2].

Allein die Erfül­lung die­ser – not­wen­di­gen, aber auch hin­rei­chen­den und abschlie­ßen­den – Vor­aus­set­zun­gen bewirkt die Zuge­hö­rig­keit eines Betrof­fe­nen zum ver­si­cher­ten Per­so­nen­kreis und des­sen vom Gesetz typi­sie­rend zugrun­de geleg­te (sozia­le) Schutz­be­dürf­tig­keit, ohne dass wei­te­re (indi­vi­du­el­le) Gesichts­punk­te zu prü­fen wären [3]. Der Vor­trag der Klä­ge­rin, sie selbst sei als „freie Han­dels­ver­tre­te­rin im Finanz­dienst­leis­tungs­ge­wer­be“ wegen des bei ihr vor­han­de­nen, „für Selbst­stän­dig­keit typi­schen wirt­schaft­li­chen Vor­sor­ge­ver­hal­tens“ nicht „arbeit­neh­mer­ähn­lich“, ist daher für die Beur­tei­lung der Rechts­la­ge ohne Bedeu­tung. Dass die Klä­ge­rin unter den genann­ten Vor­aus­set­zun­gen in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein­be­zo­gen wird, ist auch ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den [4].

Die Klä­ge­rin im hier vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall war im Sin­ne von § 2 S 1 SGB VI „selbst­stän­dig Täti­ge“. Die Klä­ge­rin war als Han­dels­ver­tre­te­rin (Ver­si­che­rungs­ver­tre­te­rin) im Ver­hält­nis zu den Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten X. KG und X. AG selbst­stän­dig tätig und nicht abhän­gig beschäf­tigt war, und zwar nicht nur dann, wenn sie – bei orga­ni­sa­to­ri­scher „Betreu­ung“ durch die­se – als unech­te Unter­ver­tre­te­rin auf­trat, son­dern auch dann, wenn sie – im gestuf­ten Han­dels­ver­tre­ter­ver­hält­nis – für die­se eine ech­te Unter­ver­tre­tung wahr­nahm. Auch im Ver­hält­nis zur W. aG, zu der die Klä­ge­rin als Han­dels­ver­tre­te­rin (Ver­si­che­rungs­ver­tre­te­rin) – in unech­ter Unter­ver­tre­tung der X. KG – unmit­tel­ba­re Ver­trags­be­zie­hun­gen unter­hielt, war die Klä­ge­rin selbst­stän­dig tätig. Die Fest­stel­lun­gen des LSG zum Inhalt des zugrun­de­lie­gen­den „Part­ner­schafts- und Abrech­nungs­ver­trags“ und des mit der W. aG geschlos­se­nen (geson­der­ten) Ver­trags (und der tat­säch­li­chen Durch­füh­rung die­ser Ver­trä­ge) tra­gen sei­ne Annah­me, dass die Klä­ge­rin bei der Aus­übung ihrer Tätig­keit die Rechts­stel­lung eines Han­dels­ver­tre­ters im Sin­ne des HGB inne­hat­te, des­sen Selbst­stän­dig­keit dar­auf beruht, dass er im Wesent­li­chen frei sei­ne Tätig­keit gestal­ten und sei­ne Arbeits­zeit bestim­men kann (vgl § 84 Abs 1 S 2, § 92b HGB) [5]. Auch war die Klä­ge­rin im Hin­blick auf ihre Ein­nah­men aus der Han­dels­ver­tre­ter­tä­tig­keit in den Jah­ren 2004 bis 2007 – und bei inso­weit unter­stell­ter Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht – nicht nach § 5 Abs 2 S 1 Nr 2 SGB VI wegen Gering­fü­gig­keit ver­si­che­rungs­frei.

Die Klä­ge­rin war in der Zeit vom 01.01.2004 bis 31.12.2007 regel­mä­ßig ohne ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Arbeit­neh­mer selbst­stän­dig tätig (§ 2 S 1 Nr 9 Buchst a SGB VI). Nach den Fest­stel­lun­gen des LSG beschäf­tig­te sie im strei­ti­gen Zeit­raum – obwohl ihr das nach den Ver­trä­gen grund­sätz­lich mög­lich gewe­sen wäre – (über­haupt) kei­nen Arbeit­neh­mer. Soweit die Klä­ge­rin im Beru­fungs­ver­fah­ren vor­ge­tra­gen hat, sie habe für eine Büro­kraft antei­lig und pau­schal Kos­ten getra­gen, führt die­ser Ein­wand nicht zu einer ande­ren Beur­tei­lung. Zutref­fend hat das Beru­fungs­ge­richt inso­weit dar­auf hin­ge­wie­sen, dass eine Ver­si­che­rungs­pflicht die­ser Büro­kraft in einer Beschäf­ti­gung (gera­de) bei der Klä­ge­rin damit nicht belegt sei [6]. Im Hin­blick auf die zeit­li­che Per­spek­ti­ve und den Cha­rak­ter ihrer Han­dels­ver­tre­ter­tä­tig­keit war die Klä­ge­rin für die Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten X. KG und X. AG und den Finanz­dienst­leis­ter W. aG auch auf Dau­er tätig (§ 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI).

Frag­lich für das Bun­des­so­zi­al­ge­richt war mit­hin allein, ob die Auf­trag­ge­be­rin­nen (X. KG und der X. AG) als Kon­zern­ge­sell­schaf­ten als „einen Auf­trag­ge­ber“ iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI anzu­se­hen waren.

Wie die­se Fra­gen zu beant­wor­ten sind, kann nicht etwa mit der Begrün­dung offen blei­ben, die Klä­ge­rin habe in der strei­ti­gen Zeit mit den hin­ter der X. KG und der X. AG als Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten ste­hen­den Finanz­dienst­leis­tern, gegen­über denen sie als ech­te Unter­ver­tre­te­rin auf­trat, bzw den hin­ter die­sen und der W. aG ste­hen­den End­ab­neh­mern der Finanz­pro­duk­te (jeden­falls) wei­te­re Auf­trag­ge­ber gehabt. Die­se Kun­den kom­men als Auf­trag­ge­ber von vorn­her­ein nicht in Betracht, weil die Klä­ge­rin als Han­dels­ver­tre­te­rin nicht selbst Par­tei der mit die­sen zustan­de gekom­me­nen Ver­trä­ge war [7].

Der Senat kann sich einer Beant­wor­tung die­ser Fra­ge auch nicht des­halb ent­hal­ten, weil die Klä­ge­rin „im Wesent­li­chen“ nur für die X. KG oder nur die X. AG oder nur die WX. aG (oder mög­li­cher­wei­se ande­re Finanz­dienst­leis­ter, mit denen sie unmit­tel­ba­re Ver­trags­be­zie­hun­gen unter­hielt) tätig gewe­sen wäre und jeden­falls (schon) im Hin­blick hier­auf Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nach § 2 S 1 Nr 9 SGB VI bestan­den hät­te. Denn das Arbeits­ein­kom­men aus der selbst­stän­di­gen Tätig­keit für die X. KG betrug im Durch­schnitt 68,80 vH, für die X. AG im Durch­schnitt 15,38 vH, für die W. aG im Durch­schnitt 4,53 vH und für sons­ti­ge Finanz­dienst­leis­ter (ins­ge­samt) im Durch­schnitt 11,28 vH des Gesamt­ar­beits­ein­kom­mens. Bei einer Auf­trag­ge­ber­mehr­heit in die­sem Sin­ne läge eine wesent­li­che Bin­dung der Klä­ge­rin an (jeweils) einen der genann­ten Auf­trag­ge­ber nicht vor. Dem­ge­gen­über könn­te die Klä­ge­rin „im Wesent­li­chen“ nur für einen Auf­trag­ge­ber tätig gewe­sen sein, wenn meh­re­re der bezeich­ne­ten Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten bzw Finanz­dienst­leis­ter – vor allem die X. KG und die X. AG – als „ein Auf­trag­ge­ber“ iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI zu betrach­ten wären.

Für „einen Auf­trag­ge­ber“ iS von § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI sind Selbst­stän­di­ge auch dann tätig, wenn sie – inso­weit rele­van­te (ver­trag­li­che) – Bezie­hun­gen zwar zu meh­re­ren Unter­neh­men – hier einer KG als Per­so­nen­ge­sell­schaft und einer AG als Kapi­tal­ge­sell­schaft (und einem VVaG als rechts­fä­hi­gem Ver­ein) – unter­hal­ten, die­se jedoch iS des § 18 AktG als Kon­zern­un­ter­neh­men unter ein­heit­li­cher Lei­tung zusam­men­ge­fasst sind. Dies ergibt eine Aus­le­gung des Begriffs „ein Auf­trag­ge­ber“ in § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI. Im Hin­blick dar­auf, dass ein ein­deu­ti­ger Wort­sinn die­ses Begriffs nicht ermit­telt wer­den kann, folgt die­ses wei­te Ver­ständ­nis vor allem aus dem mit der Norm ver­folg­ten (Schutz-)Zweck, „arbeit­neh­mer­ähn­li­che“ Selbst­stän­di­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein­zu­be­zie­hen. Gegen die­ses Aus­le­gungs­er­geb­nis erho­be­ne Ein­wän­de grei­fen nicht durch, ins­be­son­de­re wer­den die Gren­zen rich­ter­li­cher Rechts­fort­bil­dung dadurch ent­ge­gen der von der Klä­ge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung nicht über­schrit­ten.

Bereits in sei­nen Urtei­len vom 04.11.2009 [8] hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt dar­ge­legt, dass dem Begriff „Auf­trag­ge­ber“ in § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI ein ein­deu­ti­ger Wort­sinn nicht zu ent­neh­men ist. Ange­sichts des Umstands, dass für den Begriff eine gesetz­li­che Fest­le­gung (etwa im Sin­ne einer Legal­de­fi­ni­ti­on) fehlt, muss Aus­gangs­punkt der Aus­le­gung der juris­ti­sche oder jeden­falls all­ge­mei­ne Sprach­ge­brauch sein. Die Bedeu­tung des Wor­tes „Auf­trag­ge­ber“ ist danach offen.

Aus der Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI und des § 7 SGB IV [9] ergibt sich indes­sen, dass in den ver­schie­de­nen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren die Pro­ble­ma­tik ver­bun­de­ner, recht­lich selbst­stän­di­ger Unter­neh­men gese­hen und inso­weit – auch im Kon­text des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI – ein Rege­lungs­be­darf ange­nom­men wor­den ist. Zwar kann aus den Begrün­dun­gen der jewei­li­gen Gesetz­ent­wür­fe – nament­lich des Ent­wurfs eines „Geset­zes zu Kor­rek­tu­ren in der Sozi­al­ver­si­che­rung und zur Siche­rung der Arbeit­neh­mer­rech­te“ vom 17.11.1998 [10] und des Ent­wurfs eines „Geset­zes zur För­de­rung der Selbst­stän­dig­keit“ vom 26.10.1999 [11] für eine Aus­le­gung des Begriffs „ein Auf­trag­ge­ber“ – unmit­tel­bar nichts ent­nom­men wer­den. Hin­sicht­lich der Fra­ge, wer Auf­trag­ge­ber ist, ver­weist die Begrün­dung zu § 7 SGB IV des Ent­wurfs eines Kor­rek­tur-Geset­zes [12] inso­weit ledig­lich auf die „zugrun­de­lie­gen­den zivil­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen“ [13]. Indes­sen kann zur Kon­kre­ti­sie­rung des Begriffs „ein Auf­trag­ge­ber“ an frü­he­re, an den dama­li­gen par­la­men­ta­ri­schen Mehr­hei­ten im Deut­schen Bun­des­tag geschei­ter­te Ent­wür­fe eines Geset­zes zur Bekämp­fung der Schein­selbst­stän­dig­keit aus den Jah­ren 1996 und 1997 [14] ange­knüpft wer­den [15]. Danach war beab­sich­tigt, in § 7 SGB IV einen neu­en Absatz 4 ein­zu­fü­gen. Des­sen Satz 2 soll­te eine Legal­de­fi­ni­ti­on ent­hal­ten, wonach Auf­trag­ge­ber (auch) „jede … Per­so­nen­ge­samt­heit (ist), die im Wege eines Auf­trags oder in sons­ti­ger Wei­se eine ande­re Per­son mit einer Tätig­keit betraut …“. An die Vor­stel­lun­gen der Ver­fas­ser die­ser Gesetz­ent­wür­fe, die spä­ter abge­lehnt wor­den sind, hat der Gesetz­ge­ber mit dem Kor­rek­tur-Gesetz vom 19.12.1998 und den fol­gen­den Ände­rungs­ge­set­zen nach­voll­zieh­bar ange­knüpft [16]. Danach war auch im Hin­blick auf den poli­ti­schen Zweck der Neu­re­ge­lun­gen als Kon­se­quenz gewollt, dass der Begriff „ein Auf­trag­ge­ber“ in § 7 Abs 4 SGB IV in die­sem Sin­ne „weit“ ver­stan­den wer­den soll­te. Das ergibt sich vor allem aus den Bera­tun­gen zum Kor­rek­tur-Gesetz vom 19.12.1998. So hat etwa die Abge­ord­ne­te Schwaet­zer in der 1. Bera­tung zum Kor­rek­tur-Gesetz am 20.11.1998 [17] auf die Ver­hält­nis­se eines Auf­trag­neh­mers hin­ge­wie­sen, der eine Tätig­keit für „Toch­ter­fir­men eines ein­zi­gen Kon­zerns“ aus­übt, die „in Wirk­lich­keit nur eine Fir­ma“ sind. Die­sem im Kon­text der Rege­lun­gen zur Bekämp­fung der sog Schein­selbst­stän­dig­keit gewon­ne­nen Ver­ständ­nis einer grund­sätz­lich wei­ten Aus­le­gung muss auch bei dem Tat­be­stands­merk­mal „ein Auf­trag­ge­ber“ in § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI maß­ge­ben­de Bedeu­tung zukom­men [18].

Die­se Aus­le­gung ist vor allem im Hin­blick auf den gesetz­li­chen [19]Zweck des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI gebo­ten.

Unter teleo­lo­gi­schen Gesichts­punk­ten ist es not­wen­dig, wenn die­ser Ver­si­che­rungs­pflicht­tat­be­stand auch auf Selbst­stän­di­ge ange­wandt wird, die (ver­trag­li­che) Bezie­hun­gen zu meh­re­ren, recht­lich selbst­stän­di­gen, aber iS des § 18 AktG unter ein­heit­li­cher Lei­tung zusam­men­ge­fass­ten (Konzern-)Unternehmen unter­hal­ten. Steht der Selbst­stän­di­ge als Ver­trags­part­ner einer sol­chen (akti­en-)kon­zern­recht­lich rele­van­ten Ver­bin­dung recht­lich eigen­stän­di­ger Unter­neh­men gegen­über, die durch eine die Inter­es­sen der ein­zel­nen (zusam­men­ge­fass­ten) Unter­neh­men über­la­gern­de Wil­lens­bil­dung geprägt ist [20], so besteht letzt­lich im Kern eine Situa­ti­on, wie sie der Gesetz­ge­ber für die Ein­be­zie­hung von selbst­stän­dig Täti­gen mit nur einem Auf­trag­ge­ber in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nach § 2 S 1 Nr 9 SGB VI zum Anlass genom­men hat. Im Hin­blick dar­auf, dass in einem Kon­zern iS von § 18 AktG wesent­li­che unter­neh­me­ri­sche Lei­tungs­funk­tio­nen in zen­tra­len Berei­chen der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit, aber auch dar­über hin­aus ein­heit­lich bzw koor­di­niert wahr­ge­nom­men wer­den, besteht für den Selbst­stän­di­gen hier näm­lich in ähn­li­cher Wei­se wie bei der Tätig­keit für nur ein ein­zi­ges Unter­neh­men ein spe­zi­fi­sches Abhän­gig­keits­ver­hält­nis, das sich typi­scher­wei­se in einem Schutz­be­dürf­nis nie­der­schlägt, an das § 2 S 1 Nr 9 SGB VI anknüpft.

§ 2 S 1 Nr 9 SGB VI bezieht selbst­stän­dig Täti­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein, die nach Auf­fas­sung des Gesetz­ge­bers inso­weit nicht weni­ger sozi­al schutz­be­dürf­tig sind als die sons­ti­gen bereits frü­her von § 2 S 1 SGB VI erfass­ten Selbst­stän­di­gen [21]. Als kenn­zeich­nend für die­sen Per­so­nen­kreis wur­de dabei nicht – wie bei zuvor erfolg­ten Aus­wei­tun­gen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht auf Selbst­stän­di­ge – die Zuge­hö­rig­keit zu bestimm­ten Berufs­grup­pen ange­se­hen, viel­mehr wur­den abs­trakt und berufs­grup­pen­über­grei­fend typi­sche Tätig­keits­merk­ma­le als wesent­li­ches Kri­te­ri­um für die Ver­si­che­rungs­pflicht her­an­ge­zo­gen, ua das Merk­mal, auf Dau­er und im Wesent­li­chen nur für einen Auf­trag­ge­ber tätig zu sein. Der Senat hat im Zusam­men­hang mit den in § 2 S 1 Nr 9 SGB VI unter Buchst a und Buchst b gere­gel­ten Vor­aus­set­zun­gen aus­ge­führt, dass die­sen eine Indi­zwir­kung für die wirt­schaft­li­che Lage des selbst­stän­dig Täti­gen bei­gelegt wer­den durf­te, und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Anknüp­fung an die wirt­schaft­li­che Lage des Selbst­stän­di­gen als Para­me­ter der sozia­len Schutz­be­dürf­tig­keit von ihm schon frü­her für zuläs­sig gehal­ten wor­den ist [22]. Der Senat hat in sei­ner Recht­spre­chung ande­rer­seits dar­ge­legt, dass ein unbe­stimm­ter (rechts­po­li­ti­scher) Begriff des „arbeit­neh­mer­ähn­li­chen“ Selbst­stän­di­gen im Gesetz selbst kei­nen Nie­der­schlag gefun­den hat und die „Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit“ der betrof­fe­nen Selbst­stän­di­gen not­wen­dig, aber auch stets hin­rei­chend und abschlie­ßend in den nor­ma­ti­ven und allein sub­sum­ti­ons­fä­hi­gen Kri­te­ri­en des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI zum Aus­druck kommt [23]. Im Hin­blick hier­auf kön­nen von dem Norm­kon­zept des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI typi­scher­wei­se auch selbst­stän­dig täti­ge Per­so­nen erfasst wer­den, die einer (qua­li­fi­zier­ten) Ver­bin­dung von Unter­neh­men gegen­über­ste­hen.

All­ge­mein sind Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen sol­che, in denen selbst­stän­di­ge Rechts­trä­ger, die am Markt (als Anbie­ter) tätig wer­den, (ledig­lich) orga­ni­sa­ti­ons­recht­lich zusam­men­ge­schlos­sen sind. (Gesellschafts-)Rechtlich bil­den die sol­cher­ma­ßen „ver­bun­de­nen“ Unter­neh­men kei­ne recht­li­che Ein­heit, weil es häu­fig weder ein auf die Kon­sti­tu­ie­rung einer sol­chen Ein­heit gerich­te­tes Rechts­ge­schäft gibt, noch Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen durch Gesetz „ver­fasst“ wer­den [24]. Eine Ver­bin­dung in die­sem all­ge­mei­nen Sin­ne ist nicht auf Akti­en­ge­sell­schaf­ten beschränkt und kann daher auch aus Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten und Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten bestehen, sowie unter Ein­be­zie­hung von Ein­zel­kauf­leu­ten, Frei­be­ruf­lern oder gemein­nüt­zi­gen Rechts­trä­gern erfol­gen [25]. In sei­nem ori­gi­nä­ren Zusam­men­hang ist das – das Gesell­schafts­recht wie ande­re Berei­che des Wirt­schafts­rechts ergän­zen­de und über­la­gern­de – Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men im Wesent­li­chen ein Schutz­recht [26], S 491 und § 31 I 2., S 935)), wel­ches in sei­nen Aus­wir­kun­gen auch in ande­re Rechts­ge­bie­te und Rege­lungs­be­rei­che hin­ein­rei­chen kann. Im Hin­blick auf die bei einer Unter­neh­mens­ver­bin­dung wegen der unter­neh­mens­über­grei­fen­den Inter­es­sen­ver­fol­gung für den Wirt­schafts- und Rechts­ver­kehr bestehen­den typi­schen Gefah­ren für betrof­fe­ne abhän­gi­ge Unter­neh­men, Min­der­heits­ge­sell­schaf­ter eben­so wie für exter­ne kon­zern­frem­de Geschäfts­part­ner und Gläu­bi­ger hat das Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men neben dem gesell­schafts­recht­li­chen Min­der­hei­ten­schutz glei­cher­ma­ßen den Gläu­bi­ger­schutz im Blick [27] und II, S 486, 491 ff: Ein­däm­mung von Legi­ti­ma­ti­ons, Zurech­nungs- und Haf­tungs­pro­ble­men als Schutz­an­lie­gen; fer­ner zB: Emmerich/​Habersack, aaO, S 7 f; Kraft/​Kreutz, aaO, S 67; Raiser/​Veil, Recht der Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, 5. Aufl 2010, § 50 RdNr 13; Vet­ter, aaO, § 15 AktG RdNr 13; Hüffer, AktG, 5. Aufl 2002, § 15 RdNr 3)).

Eines in der Ziel­rich­tung – jeden­falls teil­wei­se – ver­gleich­ba­ren Schut­zes betrof­fe­ner Drit­ter gegen die aus der unter­neh­mens­über­grei­fen­den Lei­tung ver­bun­de­ner Unter­neh­men fol­gen­den Gefah­ren bedarf es auch bei der Aus­le­gung der Tat­be­stands­merk­ma­le der Ver­si­che­rungs­pflicht des von der Klä­ge­rin reprä­sen­tier­ten Per­so­nen­krei­ses in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Auch in die­sem Bereich kann das Maß des Schut­zes einer natür­li­chen Per­son, die als Selbst­stän­di­ge ihre wesent­li­che Geschäfts­tä­tig­keit für mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Unter­neh­men aus­übt, im Ergeb­nis oft­mals nicht anders beur­teilt wer­den als in dem Fall, in dem ihr nur ein ein­zi­ger Ver­trags­part­ner als Auf­trag­ge­ber gegen­über­steht. Ist eine Per­son – zB als Han­dels­ver­tre­ter – Geschäfts­part­ner (und Gläu­bi­ger) meh­re­rer ver­bun­de­ner Unter­neh­men und für die­se selbst­stän­dig tätig, so kann eine bei einer Unter­neh­mens­ver­bin­dung von den Inter­es­sen der ein­zel­nen Unter­neh­men los­ge­lös­te und gebün­del­te Wil­lens­bil­dung etwa dazu füh­ren, dass – unter Über­ge­hen der „Auto­no­mie“ der Ein­zel­Un­ter­neh­men – in wesent­li­cher Bezie­hung über das Ein­satz­feld und die Kon­di­tio­nen des Tätig­wer­dens der selbst­stän­di­gen Per­son ein­heit­lich bzw in abge­stimm­ter Wei­se Fest­le­gun­gen getrof­fen wer­den. Im Extrem­fall ist etwa denk­bar, dass eine Ver­trags­be­en­di­gung aus Grün­den, die in der Tätig­keit für ein ein­zel­nes Unter­neh­men lie­gen, wegen des Ein­flus­ses über­la­gern­der „Gemein­schafts­in­ter­es­sen“ auch die Been­di­gung des Ver­tra­ges mit dem ande­ren Unter­neh­men zur Fol­ge hat.

Die Annah­me, es lie­ge iS von § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI „ein Auf­trag­ge­ber“ vor, ist jedoch nicht schon von vorn­her­ein gebo­ten, wenn es eine oder meh­re­re per­so­nel­le (Teil-)Übereinstimmungen bei den als Orga­ne von Gesell­schaf­ten han­deln­den natür­li­chen Per­so­nen gibt. Eine sol­che Annah­me kommt nach gel­ten­dem Recht viel­mehr nur unter wei­ter­ge­hen­den, qua­li­fi­zier­ten Vor­aus­set­zun­gen in Betracht, näm­lich dann, wenn die (recht­lich eigen­stän­di­gen) Unter­neh­men, für die der Selbst­stän­di­ge tätig ist, einen Kon­zern iS des § 18 AktG bil­den [28]. Die Rele­vanz von Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen [29] für das Recht der Ver­si­che­rungs­pflicht Selbst­stän­di­ger in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung beschränkt der Senat auf sol­che Ver­bin­dun­gen, die dem Kon­zern­be­griff des § 18 AktG unter­fal­len [30].

Nach § 18 Abs 1 S 1 Halbs 1 AktG liegt ein (Unterordnungs-)Konzern vor, wenn meh­re­re ver­bun­de­ne Unter­neh­men bestehen, von denen eines herr­schend ist und eines oder meh­re­re abhän­gig sind, die unter der ein­heit­li­chen Lei­tung des herr­schen­den Unter­neh­mens zusam­men­ge­fasst sind; nach Abs 2 Halbs 1 der Rege­lung kön­nen selbst­stän­di­ge Unter­neh­men auch ohne Vor­lie­gen einer Abhän­gig­keit bei Zusam­men­fas­sung unter ein­heit­li­cher Lei­tung einen „Gleich­ord­nungs­kon­zern“ bil­den [31]. Ent­schei­dend und zen­tra­le Vor­aus­set­zung für einen Kon­zern ist dabei, dass eine „Zusam­men­fas­sung unter ein­heit­li­cher Lei­tung“ statt­fin­det.

An die Vor­stel­lun­gen des Gesetz­ge­bers zum Kon­zern­be­griff iS von § 18 AktG ist auch im Kon­text des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI anzu­knüp­fen. Für die­se Sicht­wei­se spricht, dass auch in vie­len ande­ren Bestim­mun­gen im Gel­tungs­be­reich des SGB, nament­lich im Sozi­al­ver­si­che­rungs- und Arbeits­för­de­rungs­recht an die Wer­tun­gen des § 18 AktG ange­knüpft wor­den ist. So ist sowohl in § 1 S 4 SGB VI [32] als auch in § 27 Abs 1 Nr 5 S 2 SGB III [33] expli­zit gere­gelt, dass „Kon­zern­un­ter­neh­men iS des § 18 des Akti­en­ge­set­zes“ als „ein Unter­neh­men“ gel­ten. Die­se Bestim­mun­gen ord­nen für nach § 1 S 1 Nr 1 SGB VI bzw § 25 Abs 1 S 1 SGB III (grund­sätz­lich) ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Vor­stands­mit­glie­der einer Akti­en­ge­sell­schaft eine Aus­nah­me von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht bzw Ver­si­che­rungs­frei­heit an. Obwohl die­se Rege­lun­gen die Beschäftigten(pflicht)versicherung und hier den – umge­kehr­ten – Fall der „Ent­las­sung“ aus dem ver­si­cher­ten Per­so­nen­kreis betref­fen, besteht gleich­wohl ein deut­li­cher Bezug zur im vor­lie­gen­den Rechts­streit ein­schlä­gi­gen The­ma­tik der Ver­si­che­rungs­pflicht. Dass der Gesetz­ge­ber sei­ne Vor­stel­lun­gen in den genann­ten Rege­lun­gen im Rah­men eines Aus­nah­me- und nicht eines Grund­tat­be­stan­des nie­der­ge­legt hat, ist ohne Belang, weil vor­lie­gend nicht zu beur­tei­len ist, ob der Aus­nah­me­tat­be­stand (selbst) ana­lo­giefä­hig ist. Eine sozi­al­recht­li­che Anknüp­fung an das Kon­zern­recht fin­det sich fer­ner in § 147a Abs 5 S 1 SGB III [34], wonach „Kon­zern­un­ter­neh­men iS des § 18 des Akti­en­ge­set­zes“ bei der Ermitt­lung der Beschäf­ti­gungs­zei­ten als ein Arbeit­ge­ber gel­ten. Im Zusam­men­hang mit der für die Erstat­tungs­pflicht des Arbeit­ge­bers not­wen­di­gen Bestim­mung des Umfangs der Beschäf­ti­gungs­zei­ten ver­bie­tet die Vor­schrift eine bloß iso­lier­te, auf das jewei­li­ge Unter­neh­men bezo­ge­ne Betrach­tungs­wei­se. Das SGB beschränkt die (allei­ni­ge) Rele­vanz von Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen auf sol­che iS von § 18 AktG im Übri­gen auch im Zusam­men­hang mit ande­ren Fra­ge­stel­lun­gen (vgl § 216a Abs 3 und § 216b Abs 7 SGB III, § 7e Abs 3 SGB IV; fer­ner § 8a Abs 1 S 2 Alt­T­ZG; vgl im Übri­gen auch im Arbeits­recht: § 5 Mit­bestG, § 54 Abs 1 BetrVG, § 12a TVG, § 1 Abs 3 Nr 2 AÜG)).

Die dar­ge­stell­te Beschrän­kung des (Sozial-)Gesetzgebers auf den Kon­zern­tat­be­stand des § 18 AktG lässt sich im Übri­gen nach­voll­zieh­bar erklä­ren. Sie beruht zum einen dar­auf, dass das Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men allein im Akti­en­recht eine umfas­sen­de Rege­lung erfah­ren hat, wäh­rend sich ein ent­spre­chen­des rechts­form­über­grei­fen­des Recht – teil­wei­se in Ana­lo­gie­bil­dung zum Akti­en­recht – noch in der Ent­wick­lung befin­det [35]. Sie hat ihren Grund zum ande­ren dar­in, dass die ande­ren akti­en­recht­li­chen Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen nur die (blo­ße) Abhän­gig­keit ohne ein­heit­li­che Lei­tung erfas­sen und das Recht des im AktG gere­gel­ten Kon­zerns trotz sei­ner „Tref­f­un­si­cher­heit“ [36] im Ver­gleich recht­lich am stärks­ten durch­ge­formt ist.

Gegen die vor­ste­hend her­ge­lei­te­te Aus­le­gung erho­be­ne Ein­wän­de grei­fen nicht durch, ins­be­son­de­re wer­den durch sie die Gren­zen rich­ter­li­cher Rechts­fort­bil­dung ent­ge­gen der von der Klä­ge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung nicht über­schrit­ten.

Gegen die Anwen­dung des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI auf die Ver­hält­nis­se bei selbst­stän­di­ger Tätig­keit für einen Kon­zern iS von § 18 AktG spricht nicht, dass das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­nem Urteil zu den (Allein-)Gesellschafter-Geschäftsführern einer GmbH vom 24.11.2005 [37] ent­schie­den hat, dass ver­fas­sungs­recht­lich wie ein­fach­ge­setz­lich im Sozi­al­recht eine Ver­pflich­tung besteht, die vom bür­ger­li­chen Recht gewähr­leis­te­te und aus­ge­stal­te­te eigen­stän­di­ge Exis­tenz und Hand­lungs­fä­hig­keit juris­ti­scher Per­so­nen recht­lich zugrun­de zu legen, wenn eine spe­zi­al­ge­setz­li­che Ermäch­ti­gung fehlt, von den vom Gesetz­ge­ber inso­weit getrof­fe­nen grund­sätz­li­chen Wer­tun­gen abzu­wei­chen [38]. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat unter Hin­weis auf zivil­ge­richt­li­che Recht­spre­chung wei­ter aus­ge­führt, dass über die Rechts­fi­gur der juris­ti­schen Per­son nicht leicht­fer­tig und schran­ken­los hin­weg­ge­gan­gen wer­den darf bzw die grund­le­gen­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen der recht­li­chen Ver­hält­nis­se inso­weit nicht ver­nach­läs­sigt wer­den dür­fen [39].

Hier­mit steht das dar­ge­stell­te Aus­le­gungs­er­geb­nis nicht im Wider­spruch [40]. Denn zu den im Sozi­al­recht zu beach­ten­den grund­le­gen­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen der recht­li­chen Ver­hält­nis­se gehört auch die das (all­ge­mei­ne) Gesell­schafts­recht ergän­zen­de und über­la­gern­de Rechts­ma­te­rie des Rechts der ver­bun­de­nen Unter­neh­men, das im Innen- wie im Außen­ver­hält­nis zu (konzernrechts-)spezifischen Pflich­ten und Bin­dun­gen der betei­lig­ten Unter­neh­men führt [41]. Kommt es für die Anwen­dung des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI in Fäl­len wie dem vor­lie­gen­den mit­hin (nur) dar­auf an, ob (objek­tiv) der Kon­zern­tat­be­stand erfüllt ist oder nicht, so sind auch die Moti­ve für im Ein­zel­fall getrof­fe­ne unter­neh­me­ri­sche Orga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dun­gen grund­sätz­lich unbe­acht­lich. Wer­den unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen über die Aus­glie­de­rung bestimm­ter Geschäfts­fel­der und die Neu­grün­dung von Unter­neh­men getrof­fen, so ist das recht­lich zuläs­sig und des­halb selbst dann hin­zu­neh­men, wenn die­se Maß­nah­men – wie das Rund­schrei­ben der X. KG vom 25.06.2004 nahe­legt – im Ergeb­nis auch dazu die­nen soll­ten, das Ein­grei­fen sozi­al­recht­li­cher Belas­tun­gen zu ver­hin­dern. Hier­in allein liegt nicht per se eine von der Rechts­ord­nung miss­bil­lig­te Gestal­tung.

Gegen die­se Aus­le­gung lässt sich auch nicht anfüh­ren, dass der 11. Senat des Bun­des­so­zi­al­ge­richts jüngst in sei­nem Urteil vom 23.02.2011 [42] für den Anspruch eines „Arbeit­ge­bers“ auf Leis­tun­gen nach § 3 Alt­T­ZG einen Rück­griff auf das Kon­zern­recht ver­neint hat; denn im dort ent­schie­de­nen Fall ging es nicht um die Bestim­mung der Reich­wei­te des sozi­al­recht­li­chen Schut­zes Drit­ter, son­dern um die Reich­wei­te einer auf „den­sel­ben“ Arbeit­ge­ber beschränk­ten gesetz­li­chen Grund­la­ge für des­sen Leis­tungs­an­spruch.

Der Anwen­dung des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI auf selbst­stän­di­ge Tätig­kei­ten für Kon­zern­un­ter­neh­men iS von § 18 AktG kann fer­ner nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, sie ste­he „nicht auf dem Boden des Arbeits­rechts“, solan­ge ein „Kon­zer­n­ar­beit­ge­ber“ nicht aner­kannt sei [43], bzw, Anknüp­fungs­punkt für das Arbeits­ver­hält­nis sei nach wie vor das ein­zel­ne Kon­zern­un­ter­neh­men; „kon­zern­di­men­sio­nal“ sei das Arbeits­ver­hält­nis nur bei ent­spre­chen­der ver­trag­li­cher Aus­ge­stal­tung [44]. Schon die Prä­mis­se, dass ein „Auf­trag­ge­ber“ iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI einem Arbeit­ge­ber in die­sem arbeits­recht­li­chen bzw sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sin­ne „ähn­lich“ sein müs­se, so dass ein Kon­zern (auch) kein Auf­trag­ge­ber sein kön­ne, trifft nicht zu. Ob der Tat­be­stand des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI erst dann erfüllt ist, wenn der Auf­trag­ge­ber einem (beson­de­ren) Erfor­der­nis der „Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit“ genügt, hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt bis­lang offen gelas­sen [45]. Die­se Fra­ge ist nun­mehr dahin zu beant­wor­ten, dass es einer sol­chen „Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit“ des „Auf­trag­ge­bers“ nicht bedarf. Dem Tat­be­stand des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI lässt sich eine Ein­gren­zung auf einen bestimm­ten Kreis von „Auf­trag­ge­bern“ nicht ent­neh­men. Eben­so zeigt die dar­ge­stell­te Ent­wick­lung der Gesetz­ge­bungs­vor­ha­ben zur Rege­lung des Phä­no­mens der Schein­selbst­stän­dig­keit [46], dass es bei § 2 S 1 Nr 9 SGB VI – anders als bei dem nicht Gesetz gewor­de­nen Ent­wurf eines § 7 Abs 4 SGB IV – gar nicht (mehr) dar­um geht, ein erwei­ter­tes Ver­ständ­nis von der Beschäf­tig­ten- bzw Arbeit­nehmer­ei­gen­schaft in den Sozi­al­ver­si­che­rungs­zwei­gen umzu­set­zen, son­dern viel­mehr dar­um, den Kreis der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Selbst­stän­di­gen – beschränkt auf die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung – zu erwei­tern.

Auch hat der Senat bei der Aus­le­gung des Begriffs „Auf­trag­ge­ber“ schon in der Ver­gan­gen­heit streng zwi­schen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht „Beschäf­tig­ter“ und der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht „Selbst­stän­di­ger“ unter­schie­den und aus­ge­führt, dass im Zusam­men­hang mit § 2 S 1 Nr 9 SGB VI Aus­le­gungs­ho­ri­zont inso­weit (aus­schließ­lich) die Tätig­keit Selbst­stän­di­ger ist, mit der Fol­ge, dass Arbeit­ge­ber einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung als (wei­te­re) Auf­trag­ge­ber nicht in Betracht kom­men [47]. Kann aber ein Arbeit­ge­ber kein Auf­trag­ge­ber iS von § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI sein, so erschließt sich – ange­sichts der stren­gen the­ma­ti­schen Unter­schei­dung zwi­schen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht Beschäf­tig­ter und der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht Selbst­stän­di­ger – nicht, war­um dann – umge­kehrt – ein Auf­trag­ge­ber (außer­dem) die Züge eines Arbeit­ge­bers tra­gen soll, um den Tat­be­stand des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI zu erfül­len.

Eben­so wenig könn­te für die For­de­rung nach einer „Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit“ des Auf­trag­ge­bers etwas dar­aus her­ge­lei­tet wer­den, dass „arbeit­neh­mer­ähn­li­che“ Selbst­stän­di­ge iS des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI den „arbeit­neh­mer­ähn­li­chen (selbst­stän­di­gen) Per­so­nen“ des Arbeits­rechts ent­spre­chen. Der Senat hat schon Zwei­fel dar­an, ob der von die­ser Rege­lung erfass­te Per­so­nen­kreis das sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Spie­gel­bild der „arbeit­neh­mer­ähn­li­chen Per­son“ des Arbeits­rechts ist, weil letz­te­re im Tat­be­stand zusätz­lich dadurch gekenn­zeich­net ist, dass sie „ver­gleich­bar einem Arbeit­neh­mer sozi­al schutz­be­dürf­tig“ sein muss (vgl nur § 12a Abs 1 Nr 1 TVG). Das BAG hat hier­aus ent­nom­men, dass die geleis­te­ten Diens­te nach ihrer sozio­lo­gi­schen Typik denen eines Arbeit­neh­mers ver­gleich­bar sein müs­sen [48]. Eine sol­che Ein­schrän­kung ent­hält § 2 S 1 Nr 9 SGB VI (gera­de) nicht [49]. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt kann die­se Fra­ge aber unbe­ant­wor­tet las­sen. Denn eine – sol­cher­ma­ßen ange­nom­me­ne – Gleich­set­zung des Selbst­stän­di­gen im Arbeits­recht und im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht zwän­ge jeden­falls nicht dazu, den Begriff des „Auf­trag­ge­bers“ im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht, für den der Selbst­stän­di­ge tätig ist, ein­schrän­kend aus­zu­le­gen.

Soweit dar­über hin­aus­ge­hend bereits allein aus der Bezeich­nung des Selbst­stän­di­gen als „arbeit­neh­mer­ähn­lich“ abge­lei­tet wird, dass der Auf­trag­ge­ber „arbeit­ge­ber­ähn­lich“ sein müs­se, trägt auch die­ses Argu­ment nicht. Wie schon dar­ge­legt, ist der Begriff „arbeit­neh­mer­ähn­li­cher“ Selbst­stän­di­ger aus­schließ­lich rechts­po­li­ti­scher Natur und kann von einer „Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit“ des Selbst­stän­di­gen allen­falls inso­weit gespro­chen wer­den, als dar­un­ter eine Bezeich­nung für den gesetz­li­chen Tat­be­stand ohne Ver­wen­dung der Geset­zes­spra­che ver­stan­den wird [50]. Inso­weit kann auch das mit der „Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit“ des Selbst­stän­di­gen kor­re­spon­die­ren­de Attri­but der „Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit“ sei­nes Auf­trag­ge­bers kein zusätz­li­ches Tat­be­stands­merk­mal des Auf­trag­ge­ber­be­griffs sein.

Gegen das Aus­le­gungs­er­geb­nis lässt sich nach alle­dem zusam­men­schau­end – ent­ge­gen der von der Klä­ge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung – nicht mit Erfolg anfüh­ren, das gewon­ne­ne Ver­ständ­nis des Begriffs „ein Auf­trag­ge­ber“ stel­le eine unzu­läs­si­ge, die Gren­zen der Aus­le­gung ver­las­sen­de rich­ter­li­che Rechts­fort­bil­dung dar, weil sie die Vor­aus­set­zun­gen metho­disch gelei­te­ter Rechts­fort­bil­dung nicht beach­te. Denn der Senat füllt nicht etwa im Wege der Ana­lo­gie eine bestehen­de Geset­zes­lü­cke aus, son­dern prä­zi­siert ledig­lich die gesetz­ge­be­ri­sche Grund­ent­schei­dung des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI, bestimm­te wei­te­re Selbst­stän­di­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein­zu­be­zie­hen, indem er das Tat­be­stands­merk­mal „ein Auf­trag­ge­ber“ aus­füllt. Die genann­te Bestim­mung regelt die Ver­hält­nis­se umfas­send.

Der Senat ist sich der Gren­zen der Rechts­fort­bil­dung bewusst. So sieht er nach den vor­ste­hen­den Aus­füh­run­gen ande­re „Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen“ als die­je­ni­gen, auf die § 18 AktG zur Anwen­dung gelangt, nicht als „einen Auf­trag­ge­ber“ iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI an. Zwar wird – unter Bezug­nah­me auf Bestim­mun­gen vor allem des Arbeits­rechts (vgl zB § 12a Abs 2 TVG, § 1 BetrVG, § 92a Abs 2 HGB) oder arbeits­ge­richt­li­che Recht­spre­chung hier­zu – ver­tre­ten, auch Unter­neh­men als „Koope­ra­ti­ons­part­ner“, in „Orga­ni­sa­ti­ons­ge­mein­schaf­ten“, „nicht nur vor­über­ge­hen­den Arbeits­ge­mein­schaf­ten“ oder sogar Zusam­men­schlüs­se von Unter­neh­men, die (ledig­lich) zur „Füh­rung eines gemein­sa­men Betrie­bes“ tätig sind, stell­ten „einen Auf­trag­ge­ber“ im sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sin­ne dar [51]. Dem läge indes­sen ein Ver­ständ­nis des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI zugrun­de, das sich außer­halb der einer zuläs­si­gen Geset­zes­aus­le­gung gesetz­ten Gren­zen bewegt. Es wäre Sache des Gesetz­ge­bers selbst, § 2 S 1 Nr 9 SGB VI – etwa nach dem Vor­bild der genann­ten Vor­schrif­ten – ent­spre­chend zu ergän­zen.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 9. Novem­ber 2011 – B 12 R 1/​10 R

  1. vgl Art 11 Nr 1 Buchst a idF des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2006 vom 29.06.2006, BGBl I 1402[]
  2. vgl Art 1 Nr 2 Buchst b des Geset­zes zur Anpas­sung der Regel­al­ters­gren­ze an die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung und zur Stär­kung der Finan­zie­rungs­grund­la­gen der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung vom 20.04.2007, BGBl I 554[]
  3. stRspr, vgl zB BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7, RdNr 12[]
  4. vgl dazu all­ge­mein BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 27 ff[]
  5. zur Zuläs­sig­keit der Anknüp­fung an den Begriff der Selbst­stän­dig­keit im HGB vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 14; fer­ner BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 13[]
  6. zu den Kon­tu­ren der Tat­be­stands­vor­aus­set­zung des § 2 S 1 Nr 9 Buchst a SGB VI vgl bereits BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 24[]
  7. zum Erfor­der­nis ver­trag­li­cher Bezie­hun­gen vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 26; fer­ner BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 28 f: eines direk­ten Ver­gü­tungs­an­spruchs bedarf es indes­sen nicht[]
  8. BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 17; BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 17[]
  9. vgl hier­zu aus­führ­lich BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 18 ff[]
  10. Ent­wurf der Frak­tio­nen SPD und Bünd­nis 90/​Die Grü­nen, BT-Drucks 14/​45; „Kor­rek­tur-Gesetz“[]
  11. Ent­wurf der glei­chen Frak­tio­nen, BT-Drucks 14/​1855[]
  12. BT-Drucks 14/​45 S 20 zu Art 3 Nr 1 []
  13. vgl hier­zu Bauer/​Diller/​Lorenzen, NZA 1999, S 169, 172, die dar­aus aller­dings den Schluss zie­hen, meh­re­re Kon­zern­un­ter­neh­men sei­en prin­zi­pi­ell auch meh­re­re Auf­trag­ge­ber[]
  14. Gesetz­ent­wurf der Frak­ti­on der SPD, BT-Drucks 13/​6549; bzw Gesetz­ent­wurf des Bun­des­rats, BT-Drucks 13/​8942[]
  15. vgl hier­zu bereits BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 20[]
  16. vgl inso­weit schon BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 21[]
  17. Ple­nar­pro­to­koll 14/​9 S 529[]
  18. vgl zu die­sem Zusam­men­hang bereits BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 22[]
  19. Schutz[]
  20. vgl – beru­hend auf dem gesetz­ge­be­ri­schen Gedan­ken, Ein­fluss auf den Pro­zess der Unter­neh­mens­kon­zen­tra­ti­on zu neh­men – zu Auto­no­mie­ver­lust und Abhän­gig­keit als zen­tra­len Ansatz­punk­ten für das Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men – zB K. Schmidt, Gesell­schafts­recht, 4. Aufl 2002, § 17 II., S 491 ff; Emmerich/​Habersack, Kon­zern­recht, 9. Aufl 2008, S 8 ff; Kraft/​Kreutz, Gesell­schafts­recht, 11. Aufl 2000, S 66 f[]
  21. vgl BT-Drucks 14/​45, aaO, S 20 zu Art 4 Nr 3 []
  22. vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 22; fer­ner BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 24, und BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 23[]
  23. vgl BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7, RdNr 26[]
  24. vgl hier­zu aus­führ­lich zB K. Schmidt, Gesell­schafts­recht, aaO, § 17, S 486 ff; § 31, S 934 ff; Zöll­ner in Baumbach/​Hueck, GmbHG, 19. Aufl 2010, SchlAn­hKon­zernR RdNr 32 f[]
  25. vgl zB Zöll­ner, eben­da, RdNr 11; Vet­ter in K. Schmidt/​Lutter, AktG Kom­men­tar, 2. Aufl 2010, § 15 RdNr 2 mwN in Fn 1[]
  26. in die­sem Sin­ne expli­zit K. Schmidt, aaO, § 17 II 1. a[]
  27. vgl K. Schmidt, aaO, § 17 I 1. a[]
  28. so auch die Gemein­sa­men Rund­schrei­ben der Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen der Sozi­al­ver­si­che­rung vom 19.01.1999, 18.08.1999 und 20.12.1999; wei­ter­ge­hend: Rund­schrei­ben vom 26.03.2003 und 5.07.2005; fer­ner Fich­te in Hauck/​Noftz, SGB VI, Stand Juni 2011, § 2 RdNr 87; Piet­rek, in Juris­PK – SGB VI, Stand 2008, § 2 RdNr 189; Bie­back, SGb 2000, 189, 194; Förs­ter­ling, Schein­selbst­stän­dig­keit und Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit, 2000, S 19; mit Blick ua auf das Arbeits­recht aA: Bauer/​Diller/​Lorenzen, NZA 1999, 169, 172; Ben­gels­dorf, NJW 1999, 1817, 1823 f; Buch­ner, DB 1999, 533 f, 1504; Hoh­meis­ter, NZA 1999, 337, 341; Hein­ze, JZ 2000, 332, 334; kri­tisch: Reiserer/​Biesinger, BB 1999, 1006, 1009[]
  29. vgl zur Viel­ge­stal­tig­keit der Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen allein im Akti­en­recht Bay­er in Kropff/​Semler, Münch­Komm-AktG, 2. Aufl 2000, § 15 RdNr 1 ff[]
  30. zur Her­an­zie­hung die­ses Kon­zern­be­griffs im Sozi­al­recht all­ge­mein vgl bereits BSG Urteil vom 23.02.2011 – B 11 AL 14/​10 R, BSGE 107, 249 = SozR 44170 § 3 Nr 3, RdNr 28; BSG SozR 44300 § 147a Nr 10 RdNr 21[]
  31. vgl dazu näher Bay­er, aaO, § 18 AktG RdNr 49 ff[]
  32. idF des Geset­zes vom 27.12.2003, BGBl I 3013[]
  33. Ursprungs­fas­sung vom 24.03.1997, BGBl I 594[]
  34. dazu zuletzt BSG SozR 44300 § 147a Nr 10; vgl fer­ner bereits die Vor­gän­ger­re­ge­lung des § 128 Abs 5 AFG[]
  35. vgl K. Schmidt, aaO, § 17 III, S 499[]
  36. vgl Zöll­ner, aaO, RdNr 30 f[]
  37. BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7[]
  38. eben­da RdNr 18[]
  39. eben­da RdNr 20[]
  40. aA aber im Ergeb­nis Hoh­meis­ter, NZA 1999, 337, 341 unter Hin­weis auf eine Abwei­chung von der gesell­schafts­recht­li­chen Sys­te­ma­tik[]
  41. vgl zu den an das Bestehen eines Kon­zerns anknüp­fen­den Rechts­fol­gen zB Bay­er, aaO, § 18 RdNr 16 ff; Vet­ter in K. Schmidt/​Lutter, aaO, § 15 AktG RdNr 4 ff[]
  42. BSG, Urteil vom 23.02.3011 – B 11 AL 14/​10 R, BSGE 107, 249 = SozR 44170 § 3 Nr 3; vgl auch BSG SozR 34100 § 49 Nr 2[]
  43. vgl Hein­ze, JZ 2000, 332, 334[]
  44. vgl Buch­ner, DB 1999, 533 f, 1504, 2517[]
  45. vgl BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 28: Kun­den als Auf­trag­ge­ber?[]
  46. dazu oben 2. e. aa[]
  47. vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 18 ff[]
  48. vgl etwa BAG AP Nr 1 zu § 12a TVG, mwN; s auch Rspr zitiert bei Jacobs, ZIP 1999, 1549, 1551 Fn 18[]
  49. so aus­drück­lich Bauer/​Diller/​Lorenzen, NZA 1999, 169, 174; Jacobs, ZIP 1999, 1549, 1551; aA wohl Buch­ner, DB 1999, 146, 151; der­sel­be, BB 1999, 533, 534; fer­ner Hein­ze, JZ 2000, 332, 337[]
  50. vgl so aus­drück­lich BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7, RdNr 26[]
  51. vgl nur Gemein­sa­mes Rund­schrei­ben der Spit­zen­ver­bän­de der Sozi­al­ver­si­che­rung vom 05.07.2005[]