Hoch­gra­di­ge beid­sei­ti­ge Seh­be­hin­de­rung und die kon­kre­te Ver­wei­sungs­tä­tig­keit

Eine hoch­gra­di­ge beid­sei­ti­ge Seh­be­hin­de­rung mit beid­sei­ti­gem Zen­tral­s­ko­tom stellt eine schwe­re spe­zi­fi­sche Leis­tungs­be­hin­de­rung dar, wel­che die Pflicht zur Benen­nung zumin­dest einer kon­kre­ten Ver­wei­sungs­tä­tig­keit begrün­det.

Hoch­gra­di­ge beid­sei­ti­ge Seh­be­hin­de­rung und die kon­kre­te Ver­wei­sungs­tä­tig­keit

Tätig­kei­ten, die zu ihrer Aus­übung einer blin­den­tech­ni­schen Grund­aus­bil­dung und regel­mä­ßig auch einer Unter­stüt­zung durch tech­ni­sche Zusatz­ge­rä­te bedür­fen, kön­nen nicht mehr als Erwerbs­tä­tig­kei­ten unter den übli­chen Bedin­gun­gen des Arbeits­mark­tes ange­se­hen wer­den.

Beruht das Unver­mö­gen des Ver­si­cher­ten, durch Arbeit Ein­kom­men zu erzie­len, auf dem Feh­len von Ver­wei­sungs­tä­tig­kei­ten, die der Ver­si­cher­te mit sei­nem kör­per­li­chen Leis­tungs­ver­mö­gen noch ver­rich­ten könn­te und ist aus­ge­schlos­sen, dass die Min­de­rung der Erwerbs­fä­hig­keit beho­ben wer­den kann, kommt eine Befris­tung der Ren­ten­ge­wäh­rung nicht in Betracht.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 28. Juni 2012 – L 13 R 1810/​11