Implan­tat­wech­sel für bei­de Brüs­te

Bei dem chir­ur­gi­schen Wie­der­auf­bau einer Brust nach einer Krebs­ope­ra­ti­on ist die Brust ins­ge­samt als ein paa­ri­ges Organ wie­der­her­zu­stel­len, ein­schließ­lich des Erhalts der Sym­me­trie. Glei­ches gilt für einen Implan­tat­wech­sel.

Implan­tat­wech­sel für bei­de Brüs­te

Mit die­ser Begrün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge auf Kos­ten­über­nah­me für einen Brust­im­plan­tat­wech­sel für bei­de Brüs­te statt­ge­ge­ben. Eine 76-jäh­ri­ge Mön­chen­glad­ba­che­rin erkrank­te 2007 an einem Mam­ma­kar­zi­nom an der rech­ten Brust. Nach einem chir­ur­gi­schen Ein­griff wur­de die rech­te Brust rekon­stru­iert und die lin­ke Brust ent­spre­chend ange­passt. Nach einem Sturz 2017 trat aus einem Implan­tat Sili­kon­öl aus. Die Klä­ge­rin bean­trag­te die Über­nah­me der Kos­ten für einen Implan­tat­wech­sel in bei­den Brüs­ten. Der Beklag­te bewil­lig­te die Ent­fer­nung bei­der Implan­ta­te, jedoch nur die Rekon­struk­ti­on der rech­ten Brust mit einem neu­en Implan­tat. Für die simul­ta­ne Rekon­struk­ti­on der lin­ken Brust wür­den kei­ne Kos­ten über­nom­men. Dage­gen hat sich die Klä­ge­rin mit ihrer Kla­ge gewandt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf aus­führ­lich aus­ge­führt, dass bei dem chir­ur­gi­schen Wie­der­auf­bau einer Brust nach einer Krebs­ope­ra­ti­on die Brust ins­ge­samt als ein paa­ri­ges Organ wie­der­her­zu­stel­len sei, ein­schließ­lich des Erhalts der Sym­me­trie. Die Rekon­struk­ti­on bei­der Brüs­te sei medi­zi­nisch indi­ziert, um nega­ti­ve Fol­gen einer asym­me­tri­schen Belas­tung zu ver­hü­ten. Aus die­sem Grund sei­en auch bereits 2008 bei­de Brüs­te zulas­ten der Kran­ken­kas­se rekon­stru­iert wor­den. Außer­dem habe die Beklag­te den Antrag der Klä­ge­rin nicht recht­zei­tig beschie­den, sodass der Antrag als geneh­migt gel­te.

Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 13. Juni 2019 – S 8 KR 392/​18