Infek­ti­on eines Bestat­ters durch Kon­takt mit Lei­chen

Als Berufs­krank­heit kann die Infek­ti­on der Band­schei­be und der angren­zen­den Wir­bel­kör­per (Spon­dy­lo­dis­zi­tis) eines Bestat­ters nicht aner­kannt wer­den

Infek­ti­on eines Bestat­ters durch Kon­takt mit Lei­chen

In einem jetzt vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Fall hat­te der Klä­ger, der seit 20 Jah­ren als Bestat­ter arbei­tet, gel­tend gemacht, der unver­meid­li­che Kon­takt von Haut und Schleim­häu­ten mit Kör­per­flüs­sig­kei­ten der Lei­chen (Blut, Urin, Exkre­men­te, Hirn­mas­se, Eiter und Gewe­be­flüs­sig­kei­ten), habe zu einer erhöh­ten Infek­ti­ons­ge­fahr geführt. Dies genü­ge, um eine Beruf­krank­heit anzu­neh­men.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Rhein­land-Pfalz liegt eine Berufs­krank­heit jedoch nicht vor: Der Klä­ger gehört nicht zum Kreis der Risiko­per­so­nen, die im Merk­blatt zur ent­spre­chen­den Berufs­krank­heit (BK 3101) auf­ge­führt sind. Da für die Infek­ti­on von einer sehr kur­zen Anste­ckungs­zeit aus­zu­ge­hen ist, hat das Sozi­al­ge­richt zutref­fend nur dar­über Beweis erho­ben, ob im letz­ten Monat vor Aus­bruch der Erkran­kung ein Kon­takt mit Lei­chen bestand, die ein erhöh­tes Infek­ti­ons­ri­si­ko auf­wie­sen. Das war nicht der Fall, so dass eine Berufs­krank­heit nicht ange­nom­men wer­den konn­te.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 31. Okto­ber 2011 – L 4 U 134/​11