Kein Hartz IV für Haus­tie­re

Die Bestim­mun­gen des Sozi­al­ge­setz­bu­ches II zum Arbeits­lo­sen­geld II sehen, so das Sozi­al­ge­richt Gie­ßen in einer jetzt ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung, kei­nen Mehr­be­darf für die Hal­tung von Haus­tie­ren vor, so dass ein Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld II den mit der Hal­tung eines Tie­res ver­bun­de­nen Auf­wand aus der Regel­leis­tung bezah­len muss. Anders sieht dies jedoch mit den Ein­nah­men aus, die aus der Tier­hal­tung erzielt wer­den, die­se sind im Rah­men der Berech­nung der ALG II-Höhe zu berück­sich­ti­gen.

Kein Hartz IV für Haus­tie­re

In dem jetzt vom Sozi­al­ge­richt Gie­ßen ent­schie­de­nen Fall hielt eine Fami­lie mit vier Kin­dern zeit­wei­se über 40 Hun­de, ein Pferd, ein Pony und eine Kat­ze. Die Fami­lie erziel­te aus dem Ver­kauf von Wel­pen monat­li­che Ein­nah­men von etwa 2400 €, dazu kam Kin­der­geld sowie die finan­zi­el­le Zuwen­dung eines Onkels. Die Fami­lie hat­te Arbeits­lo­sen­geld II bean­tragt und dabei argu­men­tiert, die Erlö­se aus der Hun­de­zucht dien­ten zur Deckung der Kos­ten für alle Tie­re und könn­ten daher nicht als Ein­kom­men gewer­tet wer­den. Die­se Argu­men­ta­ti­on fand vor dem Sozi­al­ge­richt aber kein Gehör.

Bei den Erlö­sen aus dem Ver­kauf der Hun­de han­de­le es sich, so der Gie­ße­ner Rich­ter, um Ein­nah­men, die zunächst zur Deckung des eige­nen Lebens­un­ter­halts zu ver­wen­den sei­en, bevor steu­er­fi­nan­zier­te Leis­tun­gen in Anspruch genom­men wür­den. Eine Ver­wen­dung der Mit­tel für den Unter­halt der Tie­re sei nach­ran­gig und erst nach voll­stän­di­ger Deckung des Bedarfs der Antrag­stel­ler zuläs­sig. Von den Ein­nah­men könn­ten daher nur die mit der Hun­de­zucht ver­bun­de­nen Betriebs­aus­ga­ben, d. h. die Kos­ten für die Auf­zucht der Wel­pen und der Eltern­paa­re die­ser Wel­pen, abge­zo­gen wer­den, alles ande­re müs­se aus der Regel­leis­tung begli­chen wer­den. Da das hier erziel­te Ein­kom­men den Bedarf der Antrag­stel­ler decke, bestehe kein Anspruch auf Leis­tun­gen nach dem SGB II.

Sozi­al­ge­richt Gie­ßen, Beschluss vom 20.03.2009 – S 29 AS 3/​09 ER