Kei­ne ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Tätig­keit – kei­ne Unfall­ren­te

Nach § 8 Abs. 1 Satz 1 SGB VII sind Arbeits­un­fäl­le Unfäl­le von Ver­si­cher­ten infol­ge einer den Ver­si­che­rungs­schutz nach den §§ 2,3 oder 6 SGB II begrün­den­den Tätig­keit (ver­si­cher­te Tätig­keit). Für den Nach­weis der Aus­übung einer ver­si­cher­ten Tätig­keit muss eine an Sicher­heit gren­zen­de Wahr­schein­lich­keit vor­lie­gen.

Kei­ne ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Tätig­keit – kei­ne Unfall­ren­te

Nun hat­te das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt zu ent­schei­den, ob ein Bau­ma­schi­nen­händ­ler zum Zeit­punkt sei­nes Unfalls ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt war.

Der selbst­stän­di­ger Bau­ma­schi­nen­händ­ler ver­lor durch einen abge­rutsch­ten Schrau­ben­zie­her beim Mon­tie­ren eines Rol­la­dens ein Auge. Kurz vor­her hat­te ihm sei­ne pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung frist­los gekün­digt. In der Not­auf­nah­me wur­de er als selbst­stän­di­ger Pri­vat­pa­ti­ent auf­ge­nom­men. Spä­ter behaup­te­te er, den Unfall als Ange­stell­ter in einer neu gegrün­de­ten Fir­ma sei­nes Bru­ders erlit­ten zu haben. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft lehn­te eine Aner­ken­nung als Arbeits­un­fall ab.

Die dage­gen gerich­te­te Kla­ge blieb erfolg­los. Nach Ver­neh­mung ver­schie­de­ner Zeu­gen waren die Rich­ter der Über­zeu­gung, dass kei­ne ver­si­cher­te Beschäf­ti­gung in der angeb­li­chen Fir­ma des Bru­ders vor­ge­le­gen hat­te. Vor dem Unfall habe die Fir­ma nicht nach­weis­lich exis­tiert. Auch die vor­ge­leg­ten Arbeits­ver­trä­ge und die Anga­ben der Zeu­gen sei­en höchst wider­sprüch­lich gewe­sen.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 14. Juli 2011 – L 10 U 47/​09