Kin­der­hort nur für Arbeit­neh­mer-Kin­der

Ein öffent­li­cher Kin­der­hort kann nach sei­nem Wid­mungs­zweck nach heu­te noch vor­ran­gig den Kin­dern der Arbeit­neh­mer eines bestimm­ten Betrie­bes vor­be­hal­ten wer­den.

Kin­der­hort nur für Arbeit­neh­mer-Kin­der

So hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz in einem Eil­ver­fah­ren einen Anspruch eines Kin­des, des­sen Eltern nicht Beschäf­tig­te der Uni­ver­si­täts­me­di­zin der Johan­nes Guten­berg-Uni­ver­si­tät Mainz sind, auf einen Hort­platz in der Kin­der­ta­ges­stät­te Mainz-Zahl­bach ab dem Schul­jahr 2011/​2012 ver­neint.

Das Kind hat­te dort kei­nen Hort­platz bekom­men mit der Begrün­dung, dass bei der Ver­ga­be der frei­en Plät­ze vor­ran­gig Kin­der von Bediens­te­ten der Uni­ver­si­täts­me­di­zin zu berück­sich­ti­gen sei­en und die zur Ver­fü­gung ste­hen­den 13 Plät­ze an sol­che Kin­der ver­ge­ben wor­den sei­en.

Als gesetz­li­che Ver­tre­ter des Kin­des mach­ten des­sen Eltern dar­auf­hin beim Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz gel­tend, dass spä­tes­tens seit Inkraft­tre­ten des Kin­der­ta­ges­stät­ten­ge­set­zes die Bevor­zu­gung der Kin­der von Beschäf­tig­ten der Uni­ver­si­täts­me­di­zin nicht mehr zuläs­sig sei. Die Hort­plät­ze müss­ten nach den Grund­sät­zen der sozia­len und päd­ago­gi­schen Dring­lich­keit im Ein­zel­fall ver­ge­ben wer­den.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz lehn­te den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung jedoch ab: Die Kin­der­ta­ges­stät­te Mainz-Zahl­bach die­ne seit ihrer Inbe­trieb­nah­me 1972/​1973 nach ihrem Wid­mungs­zweck vor­ran­gig der Betreu­ung von Kin­dern von Beschäf­tig­ten der Uni­ver­si­täts­kli­nik (heu­te: Uni­ver­si­täts­me­di­zin). Die­se Wid­mung bestehe auch nach Erlass des Kin­der­ta­ges­stät­ten­ge­set­zes aus dem Jahr 1991 fort, da das Gesetz bei sei­nem Inkraft­tre­ten bereits bestehen­de Ein­rich­tun­gen nicht erfas­se. Da die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Hort­plät­ze Kin­dern von Beschäf­tig­ten der Uni­ver­si­täts­me­di­zin zuge­teilt wor­den sei­en, schei­de im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren ein Anspruch des Kin­des auf einen Platz aus.

Vewal­tungs­ge­richt Mainz, Beschluss vom 18. Mai 2011 – 1 L 333/​11.MZ