Kin­der­ta­ges­pfle­ge und die Sozi­al­ver­si­che­rung für Tages­pfle­ge­per­so­nen

Der Anspruch der Tages­pfle­ge­per­son auf hälf­ti­ge Erstat­tung von Bei­trä­gen zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung gemäß § 23 Abs. 2 Nr. 4 SGB VIII sowie zur Alters­si­che­rung gemäß § 23 Abs. 2 Nr. 3 SGB VIII setzt vor­aus, dass in dem hier­für maß­ge­ben­den Zeit­raum von der Tages­pfle­ge­per­son Kin­der betreut wur­den, für die der Trä­ger der Jugend­hil­fe vor­ab den Zugang zur öffent­lich finan­zier­ten Kin­der­ta­ges­pfle­ge nach § 24 SGB VIII bewil­ligt hat.

Kin­der­ta­ges­pfle­ge und die Sozi­al­ver­si­che­rung für Tages­pfle­ge­per­so­nen

Da die hälf­ti­ge Erstat­tung der Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung Bestand­teil der lau­fen­den Geld­leis­tung i.S.d. § 23 Abs. 1 SGB VIII an die Tages­pfle­ge­per­son ist, kön­nen nur Ein­nah­men aus öffent­lich geför­der­ten Kin­der­ta­ges­pfle­ge­ver­hält­nis­sen bei der Berech­nung der zu erstat­ten­den Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge Berück­sich­ti­gung fin­den.

Die Erstat­tung hälf­ti­ger Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge setzt nicht vor­aus, dass die Ver­si­che­rungs­kos­ten erst durch die Auf­nah­me der Tages­pfle­ge­tä­tig­keit ent­stan­den sind.

Die Erstat­tungs­pflicht des Trä­gers der Jugend­hil­fe umfasst grund­sätz­lich nur die tat­säch­lich nach­ge­wie­se­nen Auf­wen­dun­gen für Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung, die aus den Ein­künf­ten aus öffent­lich finan­zier­ter Kin­der­ta­ges­pfle­ge resul­tie­ren. Bei­trä­ge zur Alters­si­che­rung sind jeden­falls in Höhe der Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ange­mes­sen. Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sind dann als ange­mes­sen anzu­se­hen, wenn es sich um eine frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung im Rah­men der gesetz­li­chen Kran­ken – und Pfle­ge­ver­si­che­rung han­delt.

Erfor­dert die pri­va­te Situa­ti­on der Tages­pfle­ge­per­son eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung, ist ein Ver­si­che­rungs­schutz ange­mes­sen, der ent­spre­chend dem einer gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung aus­ge­stal­tet ist.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urtei­le vom 30. Juli 2012 – 7 K 3281/​10, 7 K 3/​11 und 7 K 4/​11