Kon­kur­ren­ten­kla­ge in der Ber­li­ner Stra­ßen­so­zi­al­ar­beit

Die Ber­li­ner Stra­ßen­so­zi­al­ar­beit muss wohl zukünf­tig ohne Mase­ra­ti erfol­gen. Das Eil­rechts­schutz­be­geh­ren der Tre­ber­hil­fe gegen die öffent­li­che För­de­rung von zwei Kon­kur­ren­ten, die wie sie Bera­tungs­stel­len für obdach­lo­se Men­schen und Stra­ßen­so­zi­al­ar­beit betrei­ben, hat­te auch in zwei­ter Instanz vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg kei­nen Erfolg. Wie zuvor bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat nun auch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg gegen die Tre­ber­hil­fe ent­schie­den und die Beschwer­de der Tre­ber­hil­fe zurück­ge­wie­sen.

Kon­kur­ren­ten­kla­ge in der Ber­li­ner Stra­ßen­so­zi­al­ar­beit

Das Lan­des­amt für Gesund­heit und Sozia­les habe, so das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in sei­nen Ent­schei­dungs­grün­den, die wei­te­re För­de­rung der Tre­ber­hil­fe wegen berech­tig­ter Zwei­fel an deren Zuver­läs­sig­keit mit Recht abge­lehnt. Die Zwei­fel beruh­ten auf dem Feh­len aktua­li­sier­ter Lis­ten des Per­so­nals für die Durch­füh­rung der von der Tre­ber­hil­fe beab­sich­tig­ten Pro­jek­te, auf den das Lan­des­amt sei­ne Ent­schei­dung als einen von meh­re­ren Gesichts­punk­ten ermes­sens­feh­ler­frei gestützt habe.

Das Lan­des­amt für Gesund­heit und Sozia­les habe als Zuwen­dungs­ge­ber ein berech­tig­tes Inter­es­se dar­an, auf einer jeder­zeit voll­stän­di­gen und rich­ti­gen Grund­la­ge eine (Aus­wahl )Ent­schei­dung über die Ver­ga­be einer För­de­rung aus öffent­li­chen Haus­halts­mit­teln tref­fen zu kön­nen. Es dür­fe hier­für erwar­ten, dass ihm die die Zuwen­dung begeh­ren­den Antrag­stel­ler die erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung stell­ten. Dies gel­te ins­be­son­de­re dann, wenn sich die mit der Antrag­stel­lung mit­ge­teil­ten Ver­hält­nis­se maß­geb­lich geän­dert hät­ten, was vor allem die Fra­ge betref­fe, ob ein Antrag­stel­ler qua­li­ta­tiv wie quan­ti­ta­tiv in der Lage sei, den mit der Ver­ga­be der För­der­mit­tel ver­folg­ten Zweck zu rea­li­sie­ren.

Die Tre­ber­hil­fe hät­te daher die erheb­li­chen und die Grund­la­gen ihrer Pro­jek­te berüh­ren­den per­so­nel­len Ver­än­de­run­gen in ihrem Bereich dem Lan­des­amt mög­lichst früh­zei­tig eben­so offen­ba­ren müs­sen wie ihre Über­le­gun­gen dazu, wie den­noch eine Umset­zung der Pro­jek­te sicher­ge­stellt wer­den kön­ne.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 27. Juni 2011 – OVG 10 S 9.11