Kos­ten­aus­gleich bei Auf­nah­me orts­frem­der Kin­der in Tages­ein­rich­tun­gen

Der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die Stadt Fried­richs­dorf gegen die Stadt Ros­bach vor der Höhe einen Anspruch auf Ersatz der­je­ni­gen Kos­ten (11.305,73 €) hat, die dadurch ent­stan­den sind, dass die Stadt Fried­richs­dorf von Janu­ar bis August 2008 fünf in der Stadt Ros­bach vor der Höhe wohn­haf­te Kin­der in städ­ti­sche Kin­der­ta­ges­stät­ten auf­ge­nom­men hat.

Kos­ten­aus­gleich bei Auf­nah­me orts­frem­der Kin­der in Tages­ein­rich­tun­gen

Der Anspruch auf Aus­gleich der antei­li­gen Auf­wen­dun­gen zu den Betriebs­kos­ten erge­be sich unmit­tel­bar aus § 69 SGB VIII a.F. in Ver­bin­dung mit § 28 Satz 2 HKJGB. Unter Auf­wen­dun­gen im Sin­ne des § 28 Satz 2 HKJGB sei­en nicht nur die Kos­ten für Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en und die sons­ti­gen durch das betref­fen­de Kind ver­ur­sach­ten Kos­ten zu ver­ste­hen. Aus­zu­glei­chen sei­en viel­mehr auch die auf den ein­zel­nen Ein­rich­tungs­platz bezo­ge­nen pau­scha­len Kos­ten, d.h. der nicht durch Ein­nah­men (Eltern­bei­trä­ge, Lan­des­zu­wen­dun­gen etc.) gedeck­te Auf­wand. Nicht dazu gehör­ten aller­dings die Inves­ti­ti­ons­kos­ten. Der Kos­ten­aus­gleichs­an­spruch bestehe nicht nur in Bezug auf Kin­der, die einen Rechts­an­spruch auf Besuch einer Tages­ein­rich­tung hät­ten, son­dern auch für Kin­der, die einen wohn­ort­frem­den Hort oder eine wohn­ort­frem­de Krip­pe oder Nach­mit­tags­be­treu­ung besuch­ten. Dem Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch kön­ne fer­ner nicht ent­ge­gen gehal­ten wer­den, dass die Wohn­ort­ge­mein­de – hier die Stadt Ros­bach vor der Höhe – selbst über eine genü­gen­de Zahl von Betreu­ungs­plät­zen ver­fü­ge. Denn durch den Kos­ten­aus­gleichs­an­spruch sol­le das Wunsch- und Wahl­recht der Eltern (§ 5 SGB VIII) auch in Bezug auf wohn­ort­frem­de Ein­rich­tun­gen gestärkt wer­den.

Hes­si­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 1. März 2011 – 10 A 1448/​10