Kos­ten­er­stat­tung vor dem Sozi­al­ge­richt – und die außer­ge­richt­lich ange­fal­le­nen Kos­ten

Pri­vat­per­so­nen, die nach einem gewon­ne­nen Rechts­streit außer­ge­richt­li­che Kos­ten (etwa Por­to­kos­ten) gel­tend machen wol­len, müs­sen die­se im Ein­zel­nen nach­wei­sen.

Kos­ten­er­stat­tung vor dem Sozi­al­ge­richt – und die außer­ge­richt­lich ange­fal­le­nen Kos­ten

Die für Rechts­an­wäl­te gel­ten­de Vor­schrift, wonach Ent­gel­te für Post- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen pau­schal mit 20,00 € in Rech­nung gestellt wer­den kön­nen, ist für Pri­vat­per­so­nen nicht anwend­bar. Nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts Aachen ist auch eine Über­tra­gung die­ser Vor­schrift auf Pri­vat­per­so­nen nicht gebo­ten.

Eine sol­che Über­tra­gung wür­de nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts Aachen vor­aus­set­zen, dass die Aus­gangs­la­gen ver­gleich­bar wären. Dies ist aber nicht der Fall. Die Pau­scha­lie­rung im Fall von Rechts­an­wäl­ten, die mit der geschäft­li­chen Besor­gung von Rechts­ge­schäf­ten betraut sind, beruht dar­auf, dass der Gesetz­ge­ber das für die­se zwangs­läu­fig erfor­der­li­che Vor­hal­ten und Benut­zen einer tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­ni­schen Infra­struk­tur mög­lichst prak­ti­ka­bel – näm­lich pau­schal – abgel­ten woll­te.

Eine ent­spre­chen­de Infra­struk­tur für die Besor­gung von Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten, so das Sozi­al­ge­richt wei­ter, müs­sen Pri­vat­per­so­nen jedoch nicht vor­hal­ten. Ihnen ist es zuzu­mu­ten, ange­fal­le­ne Kos­ten kon­kret zu bele­gen.

Sozi­al­ge­richt Aachen, Beschluss vom 20. April 2015 – S 11 SF 11/​15 E