Kran­ken­ver­si­che­rung der Stu­den­ten und der zeit­ver­setz­te Beginn der Stu­di­en­fä­cher

Wenn endet die Mit­glied­schaft in der Kran­ken­ver­si­che­rung der Stu­den­ten bei zeit­ver­setz­tem Beginn der Stu­di­en­fä­cher eines Magis­ter­stu­di­en­gan­ges (§§ 5 Abs. 1 Nr 9, 190 Abs 9 SGB 5)? Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt das Sozi­al­ge­richt Ber­lin zu befas­sen:

Kran­ken­ver­si­che­rung der Stu­den­ten und der zeit­ver­setz­te Beginn der Stu­di­en­fä­cher

§ 5 Abs 1 Nr 9 SGB 5 ist für den Fall, dass ein Stu­di­um der Neben­fä­cher eines Magis­ter-Stu­di­ums auf­grund zunächst nicht erfolg­ter Zulas­sung nicht zeit­gleich mit dem Haupt­fach­stu­di­um auf­ge­nom­men wer­den kann, dahin aus­zu­le­gen, dass die Fach­se­mes­ter­gren­ze inner­halb der Alters­gren­ze von 30 Jah­ren für jedes Stu­di­en­fach eines Magis­ter­stu­di­ums jeden­falls dann geson­dert gilt, wenn für jedes Stu­di­en­fach eine geson­der­te Zulas­sung nach geson­der­ter Bewer­bung und in jedem Stu­di­en­fach eine von den wei­te­ren Stu­di­en­fä­chern des Magis­ter­stu­di­ums unab­hän­gi­ge Prü­fung erfolgt.

Die unter­schied­li­che Behand­lung von Stu­den­ten, die einen Zweit­stu­di­en­gang begin­nen und von Stu­den­ten, die in der Zulas­sung und dem Abschluss jeweils von­ein­an­der unab­hän­gi­ge Neben­fä­cher eines Magis­ter-Stu­di­en­gangs begin­nen, ent­spricht nicht dem Sinn und Zweck der Rege­lung des § 5 Abs 1 Nr 9 SGB 5.

§ 190 Abs 9 SGB 5 ist auch dann anzu­wen­den, wenn die Ver­si­che­rungs­pflicht infol­ge des Abschlus­ses des 14. Fach­se­mes­ters endet.

Sozi­al­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 17. Janu­ar 2013 – S 72 KR 502/​11